XRP startet mit Rückenwind ins neue Jahr. Nach Monaten juristischer Hängepartie rücken nun zwei andere Themen in den Vordergrund: frische ETF-Gelder und eine deutlich freundlichere Regulierung in den USA. Beides trifft auf eine charttechnisch spannende Ausgangslage rund um die 2‑Dollar-Marke – eine Zone, an der sich kurzfristig entscheidet, wie tragfähig die Rally tatsächlich ist.

ETF-Gelder und Regulierung als Haupttreiber

Der jüngste Kurssprung von XRP geht vor allem auf die dynamischen Zuflüsse in US-Spot-ETFs zurück. Laut Daten von SoSoValue verzeichneten XRP-Spot-ETFs allein am 2. Januar Nettozuflüsse von 13,59 Millionen US‑Dollar. Seit ihrem Start summieren sich die Mittelzuflüsse bereits auf rund 1,18 Milliarden US‑Dollar – ein klares Signal, dass institutionelle Investoren verstärkt auf das Asset setzen.

Auffällig: Während Bitcoin-Fonds im gleichen Zeitraum schwächere Nachfrage sehen, fließt Kapital gezielt in XRP-Produkte. Marktbeobachter leiten daraus ab, dass die aktuelle Bewegung nicht nur Teil eines allgemeinen Risikoappetits im Kryptomarkt ist, sondern stark von XRP-spezifischen Faktoren getrieben wird. Insgesamt haben neun Vermögensverwalter Anträge für weitere XRP-Spot-ETFs gestellt; Analysten rechnen bei Genehmigung zusätzlicher Produkte mit möglichen Zuflüssen von 5 bis 7 Milliarden US‑Dollar bis Ende 2026.

Parallel hat sich das regulatorische Umfeld verbessert. Der Abgang von SEC-Kommissarin Caroline Crenshaw, einer der lautesten Kritikerinnen von Krypto-Spot-ETFs und Gegnerin eines Entgegenkommens im Ripple-Verfahren, wird in der Branche als Signal für eine etwas offenere Haltung der Behörde gewertet. Bereits die im August 2025 geschlossene Einigung der SEC mit Ripple, die den fünfjährigen Rechtsstreit beendete, hatte einen großen Unsicherheitsfaktor beseitigt.

Politische Weichenstellungen im Blick

Ein weiterer Impuls kommt aus der Politik. Händler richten den Blick auf eine mögliche „Market Structure Bill“, deren nächste Bearbeitung für den 15. Januar angesetzt sein könnte. Die Aussicht auf klarere Spielregeln im US‑Kryptomarkt hält die Erwartungen an neue Regulierungsschritte im ersten Quartal hoch.

Kombiniert mit dem abgeschlossenen Ripple-Verfahren entsteht für XRP ein Umfeld, das zumindest vorerst weniger von juristischen Risiken, sondern stärker von Angebot-Nachfrage-Dynamik und Produktinnovation geprägt ist. Das erklärt, warum die Rally breiter abgestützt erscheint als frühere, eher spekulativ getriebene Aufwärtsbewegungen.

Technische Marken: 2 Dollar im Fokus

Charttechnisch hat XRP in den vergangenen Tagen eine wichtige Hürde überwunden. Der Bereich um 1,96 US‑Dollar fungierte zuletzt mehrfach als Entscheidungszone: Aufwärtsbewegungen prallten hier häufig ab oder kamen schnell wieder unter Druck. Diesmal gelang der Ausbruch mit deutlich erhöhtem Volumen, was darauf hindeutet, dass größere Marktteilnehmer aktiv waren und nicht nur kurzfristige Stop‑Orders ausgelöst wurden.

Im Anschluss etablierte sich im Bereich von etwa 2,01 bis 2,03 US‑Dollar eine neue Unterstützungszone, die Trader als „Must-hold“-Bereich einstufen. Rücksetzer aus dem Tageshoch blieben bislang moderat und wurden eher als gesunde Konsolidierung denn als klare Ablehnung gewertet.

Aus technischer Sicht bleibt der übergeordnete Trend zwar noch in einem absteigenden Kanal gefangen, XRP testet jedoch dessen obere Begrenzung. Darüber liegen die 100‑ und 200‑Tage-Durchschnitte im Bereich von rund 2,30 bis 2,47 US‑Dollar als nächste größere Widerstände. Der 14‑Tage‑RSI hat die Marke von 60 überschritten und signalisiert anziehende Dynamik, nähert sich aber bereits einer überkauften Zone.

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Ein Blick auf die aktuellen Marktdaten unterstreicht die Spannung an dieser Schwelle:
- Aktueller Kurs: 1,88 US‑Dollar
- Abstand zum 52‑Wochen-Hoch von 3,04 US‑Dollar: rund ‑38 %

Für Trader kristallisieren sich zwei Szenarien heraus:

  • Bullishes Szenario: Hält die Zone um 2,01–2,03 US‑Dollar und bleibt die 2‑Dollar-Marke intakt, kann sich der Markt zunächst in Richtung 2,03–2,05 US‑Dollar vorarbeiten und danach höhere Widerstände ins Visier nehmen. Ein dauerhaftes Handeln über den jüngsten Konsolidierungshochs würde darauf hindeuten, dass Käufer weiter den Takt vorgeben.

  • Bearishes Szenario: Fällt XRP klar unter 2,00 US‑Dollar und rutscht anschließend unter die Unterstützung bei 1,96 US‑Dollar, würde der Ausbruch als „Breakout ohne Anschlusskauf“ gewertet. In diesem Fall droht ein Rücklauf in die vorherige Basiszone, was die aktuelle Rally im Nachhinein wie ein reines Liquiditätsereignis aussehen ließe.

RLUSD: Stablecoin als zweiter Wachstumstreiber

Neben dem XRP-Token selbst gewinnt das Stablecoin-Projekt RLUSD an Bedeutung. Der an den US‑Dollar geknüpfte Coin von Ripple brachte es bis Ende 2025 bereits auf eine Marktkapitalisierung von 1,3 Milliarden US‑Dollar und zählt damit zu den größeren USD-Stablecoins am Markt.

Bemerkenswert ist, dass in einem 24‑Stunden-Fenster um den 3. Januar rund 68 Millionen RLUSD neu geprägt wurden. Das deutet auf Vorbereitungen für neue Börsenlistings oder eine Ausweitung von Zahlungsströmen hin. RLUSD ist inzwischen in DeFi-Anwendungen auf Ethereum integriert und über Partnerschaften mit afrikanischen Fintechs wie Chipper Cash und Yellow Card in lokale Zahlungs- und Remittance-Strukturen eingebunden.

Für das erste Quartal 2026 plant Ripple zudem den Start von RLUSD in Japan – einem Markt, der mehr als die Hälfte des globalen Zahlungsvolumens des Unternehmens ausmacht. Damit positioniert sich Ripple breiter als reiner XRP-Emittent und baut ein Ökosystem, in dem Token, Stablecoin und Zahlungsinfrastruktur ineinandergreifen.

Marktposition und Handelsaktivität

Die Marktkapitalisierung von XRP kletterte innerhalb von 24 Stunden von 115,15 auf 121,74 Milliarden US‑Dollar – ein Plus von rund 6,5 Milliarden US‑Dollar. Zwischenzeitlich eroberte XRP damit den vierten Platz unter den größten Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung zurück und überholte kurzzeitig BNB.

Begleitet wurde der Ausbruch von anhaltend hohem Handelsvolumen auf den großen Börsen. Die Kombination aus erhöhtem Volumen und klaren technischen Ausbruchsmarken spricht eher für echtes Kaufinteresse als für eine kurzlebige Spekulationsblase. Das macht die aktuelle Bewegung für viele Marktteilnehmer interessanter als frühere, rein hypegetriebene Phasen.

Fazit: Kritische Marken für die nächsten Wochen

XRP startet 2026 mit einer Mischung aus ETF-Zuflüssen, besserer regulatorischer Ausgangslage und wachsendem Ökosystem rund um den RLUSD-Stablecoin. Diese Kombination hat dem Token geholfen, die 2‑Dollar-Marke zurückzuerobern und seine Marktstellung unter den größten Kryptowährungen zu festigen. Entscheidend für den weiteren Verlauf wird, ob die Bullen die psychologisch und technisch wichtige Zone um 2,00 US‑Dollar sowie die Unterstützung bei 1,96 US‑Dollar in den kommenden Wochen verteidigen können – denn davon hängt ab, ob sich der aktuelle Impuls zu einem nachhaltigen Aufwärtstrend ausweitet oder XRP wieder in die vorherigen Handelsspannen zurückfällt.

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