XRP: Sachliche Gesamteinschätzung
XRP steckt charttechnisch in einer heiklen Phase, bekommt gleichzeitig aber prominente Unterstützung von institutioneller Seite und Rückenwind aus Asien. Kurzfristig dominieren Skepsis und schwache Kursmuster, während regulatorische Fortschritte und ETF-Pläne das langfristige Bild stützen. Wie passt diese Mischung aus technischem Gegenwind und strukturellem Optimismus zusammen?
Technische Lage: Schlüsselzone im Fokus
Zu Wochenbeginn rutschte XRP auf das niedrigste Niveau seit Anfang Januar, bevor sich der Kurs wieder etwas fangen konnte. Damit rückt eine zentrale Unterstützungszone stärker in den Blick.
- Die Zone zwischen 1,80 und 1,85 US‑Dollar fungiert aktuell als wichtigste Haltezone im Chart. Marktbeobachter warnen, dass ein Tagesschlusskurs klar unter 1,80 US‑Dollar den Weg in Richtung 1,62 US‑Dollar öffnen könnte.
- Auf der Oberseite treffen Erholungsversuche bereits zwischen 1,92 und 1,95 US‑Dollar auf Widerstand. Erst ein nachhaltiges Zurückerobern der Marke von 2,00 US‑Dollar würde die derzeit klar bärische Struktur entschärfen.
Technisch bleibt XRP unter wichtigen gleitenden Durchschnitten gefangen. Eine fallende Trendlinie hat im Januar mehrere Erholungen ausgebremst. Ergänzend dazu signalisiert ein 14‑Tage‑RSI von 28,8 überverkaufte Bedingungen, während der aktuelle Kurs von 1,89 US‑Dollar zwar leicht über dem 52‑Wochentief von 1,81 US‑Dollar liegt, aber immer noch rund 38 % unter dem 52‑Wochenhoch bei 3,04 US‑Dollar. Kurzfristig überwiegt damit der Druck, auch wenn eine technische Gegenbewegung jederzeit möglich ist.
ARK Invest: Starkes Signal aus der ETF-Welt
Auf der fundamentalen Seite setzte ARK Invest vergangene Woche ein deutliches Ausrufezeichen. Am 23. Januar reichte der Vermögensverwalter bei der US‑Börsenaufsicht SEC einen Antrag für einen „CoinDesk 20 Crypto ETF“ ein – mit auffallend hohem XRP-Gewicht.
- In der geplanten ETF-Struktur ist XRP mit 19,88 % gewichtet.
- Damit wäre der Coin die drittgrößte Position nach Bitcoin (32,4 %) und Ethereum (20,69 %).
Diese Gewichtung zeigt, dass XRP in den Augen großer Asset Manager nicht mehr nur als Nischen-Token gilt, sondern als Kernbaustein eines breiten Krypto-Portfolios. Aus Marktsicht ist das ein Votum für die langfristige Relevanz von XRP im institutionellen Kontext.
ETF-Ströme: Kurzfristige Vorsicht
Während der ARK-Antrag die Perspektive auf Jahre hinaus betrifft, zeichnen die aktuellen Daten zu US‑Spot‑XRP‑ETFs ein vorsichtigeres Bild.
Erstmals seit ihrer Einführung verzeichneten diese Produkte in der Woche bis zum 26. Januar Nettoabflüsse von rund 40 Millionen US‑Dollar. Nach einer Phase konstanter Zuflüsse deutet das auf kurzfristige Zurückhaltung vieler Anleger hin.
Gleichzeitig bleiben die Strukturen robust:
- Das gesamte verwaltete Vermögen (AUM) liegt weiterhin bei etwa 1,36 Milliarden US‑Dollar.
- Die kumulierten Nettozuflüsse seit Auflage der Produkte summieren sich immer noch auf über 1,23 Milliarden US‑Dollar.
Unterm Strich zeigen die Zahlen: Kurzfristig nehmen Anleger Gewinne mit oder reduzieren Engagements, die längerfristige Kapitalbasis der XRP‑ETFs ist aber bislang stabil.
Japan: Klare Regeln, neue Türen
Einen weiteren wichtigen Impuls liefert die Regulierung in Japan. Am 26. Januar wurde bekannt, dass die dortige Finanzaufsicht FSA die Einordnung von XRP im Rahmen des Financial Instruments and Exchange Act (FIEA) gefestigt hat.
- Ab dem zweiten Quartal 2026 gilt XRP in Japan formell als reguliertes Finanzinstrument.
- Damit werden rechtliche Hürden für Finanzinstitute gesenkt, die den Coin halten oder handeln wollen.
Parallel dazu laufen Diskussionen über eine grundlegende Steuerreform im Kryptobereich. Im Fokus steht der Übergang von einer teils bis zu 55 % reichenden Besteuerung als „sonstige Einkünfte“ hin zu einem pauschalen Satz von 20 %. Sollte diese Reform kommen, könnte sie sowohl privaten als auch institutionellen Investoren in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt zusätzlichen Anreiz geben, stärker in Kryptoassets wie XRP zu investieren.
On-Chain-Daten: Verkaufsdruck und Bereinigung im Derivatehandel
On-Chain-Metriken zeichnen derzeit ein gemischtes Bild, das kurzfristige Risiken und mittelfristiges Entlastungspotenzial kombiniert.
- Steigende Börsenreserven: Daten von CryptoQuant zeigen einen deutlichen Anstieg der XRP‑Bestände auf großen Handelsplätzen. Auf Binance liegen inzwischen rund 2,72 Milliarden XRP, bei Upbit knapp 6,3 Milliarden. Solche Zuflüsse auf Börsen werden häufig als Hinweis auf möglichen Verkaufsdruck oder Absicherungsstrategien gewertet.
- Derivate-Markt bereinigt: Gleichzeitig ist das Open Interest im Futures-Bereich von Spitzenwerten über 10 Milliarden US‑Dollar Mitte 2025 auf aktuell 3,38 Milliarden US‑Dollar zurückgegangen. Diese „Bereinigung“ von gehebelten Long‑Positionen verringert das Risiko von Kettenreaktionen durch Liquidationen und kann damit den Boden für eine stabilere, weniger spekulativ getriebene Entwicklung bereiten.
Damit zeigt sich: Kurzfristig könnten zusätzliche Verkaufsorders auf den Markt treffen, mittelfristig hat sich das System aber von einem überhitzten, stark gehebelten Umfeld entfernt.
Sentiment und Ausblick
Das Gesamtbild bleibt widersprüchlich: Auf der einen Seite schwache Kursentwicklung, „Extreme Fear“ im Sentiment und steigende Börsenreserven, auf der anderen Seite ein klarer Vertrauensbeweis durch ARK Invest und eine historische Regulierungsoffensive in Japan.
Charttechnisch bleibt die Zone um 1,80 US‑Dollar die zentrale Marke. Solange diese Unterstützung hält, bleibt die mehrjährige Aufwärtsstruktur intakt. Ein Bruch mit Schlusskursen deutlich darunter würde hingegen weiteres Abwärtspotenzial freilegen. Auf der Oberseite bleibt die Rückeroberung der 2,00‑US‑Dollar‑Marke der entscheidende Trigger für eine spürbare Trendwende nach oben.
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