Xiaomi setzt erstmals humanoide Roboter in seiner Elektroauto-Fabrik ein – während die Aktie deutlich unter Druck steht. Der chinesische Technologiekonzern beschleunigt gleichzeitig sein milliardenschweres Rückkaufprogramm. Die entscheidende Frage: Kann die technologische Offensive die wachsenden Belastungen ausgleichen?

Pilotprojekt in der EV-Produktion

In der Elektrofahrzeugfertigung hat Xiaomi zwei selbst entwickelte humanoide Roboter getestet. Die Maschinen arbeiteten drei Stunden autonom an einer Montagestation für Gewindeschrauben und erreichten eine Erfolgsquote von 90,2 Prozent – bei einer Taktzeit von 76 Sekunden pro Fahrzeug.

Die Technologie basiert auf dem intern entwickelten Vision-Language-Action-Modell "Xiaomi-Robotics-0", kombiniert mit Reinforcement-Learning-Algorithmen. CEO Lei Jun kündigte an, humanoide Roboter innerhalb der nächsten fünf Jahre in großem Maßstab einzusetzen. Unternehmenspräsident Lu Weibing dämpfte jedoch überzogene Erwartungen: Die Anwendung befinde sich noch in einem frühen Stadium.

Der Wettbewerb im Robotik-Sektor intensiviert sich. EV-Startup XPeng und Smartphone-Hersteller Honor haben ebenfalls eigene Humanoide entwickelt. Analysten von RBC Capital Markets prognostizieren für den globalen Markt ein Volumen von 9 Billionen US-Dollar bis 2050 – mit China als dominierendem Player.

Aktienrückkäufe im Rekordtempo

Xiaomi hat ein automatisches Rückkaufprogramm von bis zu 2,5 Milliarden HKD für seine Class-B-Aktien vereinbart. Allein im Februar wurden über 3,2 Milliarden HKD aufgewendet – der höchste monatliche Betrag seit mehr als zwei Jahren. Im bisherigen Jahresverlauf 2026 kaufte das Unternehmen an nahezu jedem Handelstag eigene Aktien zurück.

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Die Maßnahme zeigt bislang wenig Wirkung. Die Aktie korrigierte von rund 43 HKD Mitte Dezember bis in den Bereich der mittleren 30er HKD im Februar – fast 30 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt.

Belastungen häufen sich

Ein Steuerstreit in Indien verschärft die Situation. Behörden fordern ursprünglich 72 Millionen US-Dollar wegen angeblicher Umgehung von Zollabgaben auf Lizenzzahlungen – mit Strafen könnte sich der Betrag auf über 150 Millionen US-Dollar verdoppeln. Vermögenswerte im Wert von rund 610 Millionen US-Dollar bleiben eingefroren.

Die Speicherchip-Kosten stiegen laut Counterpoint Research im ersten Quartal 2026 um 80 bis 90 Prozent. "2026 wird nicht nur für Xiaomi herausfordernd, sondern für viele chinesische Hersteller", so Senior Analyst Ivan Lam.

Kyna Wong von Citi Research verwies auf enttäuschte Investoren angesichts des moderaten Lieferziels von 550.000 Fahrzeugen für 2026. Zudem dürften die Margen durch Änderungen der Pekinger EV-Subventionspolitik sinken.

Operative Erfolge im EV-Geschäft

Trotz der Herausforderungen zeigt sich operativ ein differenziertes Bild. In den ersten neun Monaten 2025 sprang der Gewinn um 140 Prozent. Die Elektroauto-Sparte erreichte im dritten Quartal 2025 – weniger als zwei Jahre nach Marktstart – die Gewinnschwelle mit einem operativen Gewinn von 700 Millionen RMB. Die Bruttomarge stieg auf 25,5 Prozent, getrieben durch sinkende Komponentenkosten und Skaleneffekte.

Langfristig investiert Xiaomi mindestens 50 Milliarden Yuan über zehn Jahre in die Entwicklung eigener Chips.

Jahreszahlen als Gradmesser

Am 24. März legt Xiaomi die geprüften Jahreszahlen für 2025 vor. Der Vorstand erwägt zudem die erste Schlussdividende seit dem Börsengang. Der Bericht dürfte zeigen, ob der Markt Xiaomis technologischen Ambitionen mehr Gewicht beimisst als den aktuellen Gegenwind aus Indien, dem Chip-Engpass und dem intensiven Preiswettbewerb im EV-Segment.

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