Paramount lässt nicht locker. Am Donnerstag bekräftigte das Unternehmen erneut, dass sein Übernahmeangebot für Warner Bros. Discovery dem Netflix-Deal haushoch überlegen sei. Der Kern der Argumentation: Die Kabelsparte, die Netflix nicht haben will, sei praktisch wertlos – oder sogar weniger als das.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Paramount bietet 30 Dollar je Aktie in bar. Netflix hingegen kommt mit einem Mix aus 23,25 Dollar Cash und Aktien im Wert von 4,50 Dollar daher, plus einem Anteil an der abgespaltenen Kabelsparte Discovery Global. Doch genau hier liegt der Haken.

Discovery Global: Ein Klotz am Bein?

Paramount rechnet vor: Discovery Global ist null Euro wert. Die Begründung? Das kürzlich an die Börse gebrachte Comcast-Spin-off Versant Media, das ebenfalls TV-Sender wie CNBC umfasst, hat seit seinem Debütag am Montag bereits 18 Prozent an Wert verloren. Wenn Discovery Global ähnlich bewertet würde – und Paramount sieht mehrere Gründe, warum es sogar schlechter abschneiden könnte – bliebe für Aktionäre nichts übrig.

Die Rechnung wird noch düsterer: Discovery Global käme mit deutlich mehr Schulden an den Markt und zeigt schwächere operative Zahlen als Versant. Nach Paramounts Analyse würde der Netflix-Deal Warner Bros. Discovery Aktionären heute lediglich 27,42 Dollar je Aktie einbringen. Ein klarer Abschlag zum eigenen Angebot.

Netflix-Deal birgt versteckte Risiken

Doch damit nicht genug. Paramount macht auf einen Mechanismus im Netflix-Vertrag aufmerksam, der die Sache noch komplizierter macht: Sollte Warner Bros. Discovery beschließen, Discovery Global mit weniger Schulden auszustatten – eine vernünftige Entscheidung angesichts der Schuldenlast – würde die Barzahlung von Netflix automatisch sinken. Im Extremfall könnte die Cash-Komponente auf unter 20 Dollar je Aktie fallen. Die Differenz? Mehr wertlose Discovery Global-Aktien.

Ein Beispiel: Bei einer Verschuldung von 1,25x EBITDA, dem aktuellen Niveau von Versant, würden Aktionäre rund 3,90 Dollar weniger in bar und Netflix-Aktien erhalten. Stattdessen bekämen sie mehr Anteile an der schrumpfenden Kabelsparte.

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Board bleibt hart – Investoren gespalten

Der Vorstand von Warner Bros. Discovery zeigt sich unbeeindruckt. Am Mittwoch wies er Paramounts Offerte als "unzureichend" zurück. Die Begründung: zu viel Fremdkapital, zu unsichere Finanzierung, zu hohe Risiken. Paramount müsste 54 Milliarden Dollar an Schulden aufnehmen – eine außergewöhnliche Summe, so der Vorstand.

Außerdem würde ein Ausstieg aus dem Netflix-Deal 2,8 Milliarden Dollar Strafzahlung kosten, plus weitere 1,9 Milliarden an Bankgebühren und Finanzierungskosten. Insgesamt 4,7 Milliarden Dollar zusätzliche Belastung.

Großinvestoren uneinig

Unter den Aktionären herrscht Uneinigkeit. Alex Fitch von Harris Oakmark, mit 96 Millionen Aktien oder 4 Prozent einer der größten Investoren, stützt den Vorstand: "Der Wert ist nicht eindeutig überlegen. Bei einem Gleichstand gewinnt der Amtsinhaber."

Matthew Halbower von Pentwater Capital Management sieht das anders. In einem Brief an den Aufsichtsratsvorsitzenden Samuel DiPiazza warf er dem Board am Mittwoch "Verletzung der Treuepflicht" vor. Das Gremium habe Paramounts Angebot nicht einmal geprüft und lehne jegliche Verhandlungen ab. Sollte Paramount sein Angebot weiter verbessern, müsse der Vorstand zumindest darüber sprechen – sonst werde Pentwater bei der nächsten Wahl keinen Direktor mehr unterstützen.

Mario Gabelli, dessen Gabelli Funds etwa 5,7 Millionen Aktien hält, tendiert ebenfalls zu Paramount: "Im Moment hat Paramount das bessere Angebot. Netflix muss sein Gebot vereinfachen." Das reine Cash-Angebot sei transparenter und habe bessere Chancen, die Kartellprüfung zu bestehen.

Kartellbehörden als Unsicherheitsfaktor

Die größten Aktionäre – Vanguard, State Street und BlackRock mit zusammen 22 Prozent – schweigen bislang. Alle drei sind zugleich auch bei Paramount und Netflix investiert.

Unabhängig vom Ausgang des Bieterwettstreits wartet auf beide Interessenten eine harte Kartellprüfung. Demokratische Senatoren warnen bereits, eine Fusion mit Paramount würde "fast alles kontrollieren, was Amerikaner im Fernsehen sehen". Ein Netflix-Deal würde den Streaming-Riesen auf 428 Millionen Abonnenten katapultieren.

Präsident Donald Trump hat angekündigt, sich persönlich in die Deals einschalten zu wollen. Die Aktionäre haben bis zum 21. Januar Zeit, ihre Anteile an Paramount zu verkaufen – doch wie lange der Bieterkrieg noch tobt, bleibt offen.

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