Zwei Schwergewichte aus den USA positionieren sich bei Vonovia – und das ausgerechnet in einer Phase, in der die Aktie nahe am Jahrestief notiert. Goldman Sachs bekräftigt als einzige deutsche Immobilienaktie im Coverage ein klares „Buy“, während BlackRock seinen Anteil deutlich aufstockt. Wie passt dieses doppelte Vertrauenssignal zu einem weiterhin schwachen Kursbild?

Doppeltes Votum aus den USA

Am Freitag bestätigte Goldman Sachs in einer Studie die Einstufung der Vonovia-Aktie mit „Buy“. Analyst Jonathan Kownator sticht dabei mit einer klaren Besonderheit hervor: Innerhalb des von der Bank beobachteten Immobiliensektors ist Vonovia der einzige deutsche Konzern mit Kaufempfehlung.

Begründet wird dies vor allem mit der Rolle europäischer Immobilienwerte im Portfolio-Mix. Sie gelten demnach als reale Vermögenswerte, die:

  • Diversifikation gegenüber wachstumsstarken, aber anfälligen Tech-Titeln bieten
  • einen Schutzschirm gegen geopolitische Risiken darstellen können
  • Substanz in Märkten liefern, die teilweise als überbewertet wahrgenommen werden

Fast parallel folgte ein zweites Signal: BlackRock meldete per Stimmrechtsmitteilung, seinen Anteil an Vonovia inklusive Instrumenten auf 8,33 Prozent erhöht zu haben. Marktteilnehmer deuten diesen Schritt als klaren Hinweis, dass der Vermögensverwalter der langfristigen Strategie und der Substanz des Wohnimmobilienkonzerns vertraut.

Trotz dieser Nachrichten reagierte der Kurs zum Wochenschluss nur verhalten. Die Aktie beendete den Handel am Freitag bei 24,21 Euro und blieb damit in der Nähe der jüngsten Tiefs.

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Schwaches Kursbild, antizyklische Signale

Der zeitliche Kontext macht die Schritte von Goldman Sachs und BlackRock besonders interessant. Die Aktie handelt nur knapp über ihrem 52‑Wochen-Tief und liegt auf Sicht von zwölf Monaten spürbar im Minus. Auf 30‑Tage-Sicht summiert sich das Minus zuletzt auf rund 12 Prozent, während der Titel seit Jahresbeginn kaum vom Fleck kommt.

Charttechnisch spiegeln die Daten das anhaltend schwierige Umfeld wider:

  • Abstand zum 52‑Wochen-Hoch von 30,39 Euro: rund –20 %
  • Kurs knapp über dem 52‑Wochen-Tief
  • Notierung unter dem 200‑Tage-Durchschnitt von 27,09 Euro
  • RSI bei 37,3 – kein Extremniveau, aber ein Hinweis auf angeschlagene Stimmung

Das Marktumfeld bleibt für Immobiliengesellschaften insgesamt angespannt. Hohe Zinsen und stagnierende Bewertungen begrenzen Spielräume, drücken auf Bewertungen und erschweren Transaktionen. Vor diesem Hintergrund wirken die jüngsten Schritte der US-Adressen wie ein antizyklisches Statement: Ein Einstieg beziehungsweise Ausbau in einer Phase, in der viele Investoren zurückhaltend bleiben.

Hinzu kommt der Führungswechsel an der Spitze: Seit 1. Januar 2026 steht Luka Mucic als neuer Vorstandsvorsitzender an der Kommandobrücke. Er übernimmt in einem Umfeld, in dem operative Stabilität und Balance-Sheet-Disziplin besonders gefragt sind. Die bestätigte Jahresprognose mit erwartetem EBITDA-Zuwachs liefert zumindest eine operative Grundlage, auf die sich langfristig orientierte Investoren stützen können.

Was als Nächstes wichtig wird

Im Mittelpunkt steht nun, ob die operative Entwicklung die Signale von Goldman Sachs und BlackRock untermauern kann. Entscheidend wird dabei der nächste größere Zahlenpunkt: Am 19. März 2026 legt Vonovia den Geschäftsbericht für 2025 vor.

Bis dahin bleibt das Bild zweigeteilt:

  • Fundamental: Doppelte Unterstützung durch eine bestätigte Kaufempfehlung und einen ausgebauten Großinvestor-Anteil
  • Marktseitig: Ein Kurs nahe Jahrestief, unter wichtigen gleitenden Durchschnitten und mit auffällig hoher 30‑Tage-Volatilität von über 57 %

Damit steht fest: Die großen US-Investoren haben ihre Position bezogen, nun muss die Ergebnisentwicklung im März zeigen, ob sich dieses antizyklische Vertrauensvotum im Zahlenwerk und mittelfristig auch im Kursverlauf widerspiegelt.

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