Vonovia Aktie: Haftstrafen und scharfe Kritik
Ein systematisches Korruptionsnetzwerk über Jahre hinweg – und niemand im Konzern bemerkte etwas. Das Urteil des Landgerichts Bochum gegen ehemalige Vonovia-Manager fördert nicht nur erhebliche kriminelle Energie zutage, sondern offenbart auch bedenkliche Lücken in der Konzernüberwachung. Während die Täter ins Gefängnis müssen, richtet sich der Blick der Anleger nun auf die internen Strukturen des DAX-Konzerns.
- Urteil: Mehrjährige Haftstrafen für Ex-Manager wegen Bestechlichkeit und Betrug.
- Mechanismus: Schaden durch "Luftrechnungen" und Bargeld in Briefumschlägen.
- Ermittlungen: Staatsanwaltschaft prüft Vorwürfe gegen 50 weitere Verdächtige.
Das System der "Luftrechnungen"
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sich die verurteilten Ex-Mitarbeiter zwischen 2015 und 2021 systematisch bereicherten. Ein Abteilungsleiter und sein Stellvertreter erhielten Bargeld und Sachleistungen im Wert von rund 200.000 Euro. Im Gegenzug wurde ein Essener Handwerksunternehmen bei der Auftragsvergabe bevorzugt.
Besonders perfide war die Refinanzierung dieser Bestechungsgelder: Sie wurden Vonovia über sogenannte "Luftrechnungen" in Rechnung gestellt. Das Unternehmen bezahlte also faktisch für Leistungen, die nie erbracht wurden, und finanzierte damit die Korruption in den eigenen Reihen selbst. Die Strafen fallen entsprechend deutlich aus: Der Haupttäter muss für drei Jahre und neun Monate in Haft, sein Vorgesetzter für zwei Jahre und neun Monate.
Richter rügt Kontrollversagen
Brisanter als die Einzeltaten ist für Aktionäre die Einschätzung des vorsitzenden Richters. Dieser zeigte sich "erschüttert" über die mangelhaften Kontrollmechanismen bei Europas größtem Wohnungsunternehmen. Dass ein solches Netzwerk über mindestens sechs Jahre unentdeckt bleiben konnte, wirft ein schlechtes Licht auf die Compliance-Abteilung.
Vonovia selbst betonte, mit den Behörden zu kooperieren und die betroffenen Mitarbeiter entlassen zu haben. Doch die juristische Aufarbeitung ist keineswegs beendet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt aktuell gegen 50 weitere Personen, was das Thema noch länger in den Schlagzeilen halten dürfte.
Markt zeigt sich unbeeindruckt
Trotz der deutlichen Worte des Richters reagierte der Markt am Freitag gelassen. Die Aktie beendete den Handel bei 25,23 Euro, was einem leichten Minus von 0,86 Prozent entspricht. Damit notiert das Papier fast exakt auf Höhe des 50-Tage-Durchschnitts.
Auch die Analysten halten mehrheitlich an ihrer positiven Einschätzung fest. Mit einem durchschnittlichen Kursziel von rund 34 Euro sehen Experten noch deutliches Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Niveau, obwohl der Titel auf Jahressicht (12 Monate) knapp 11 Prozent an Wert eingebüßt hat.
Ob die vom Richter angemahnten Kontrolllücken tatsächlich geschlossen wurden, dürfte spätestens am 19. März 2026 Thema sein. Dann präsentiert Vonovia die Geschäftszahlen für 2025 und muss beweisen, dass die Compliance-Strukturen einem DAX-Konzern würdig sind.
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