Vonovia Aktie: Abfindungs-Ärger überschattet Gewinne
Der Immobilienkonzern Vonovia liefert operativ eine klare Trendwende und kehrt in die Gewinnzone zurück. Eigentlich ein Grund zur Freude für Anleger, wäre da nicht der jüngste Vergütungsbericht. Ein 15 Millionen Euro schweres Abfindungspaket für den Ex-Chef sorgt bei Aktionärsschützern für scharfe Kritik und lenkt den Fokus massiv von den positiven Geschäftszahlen ab.
Kritik am goldenen Handschlag
Im Zentrum des Unmuts steht der langjährige Vorstandschef Rolf Buch, der Ende 2025 vorzeitig seinen Posten für den neuen CEO Luka Mucic räumte. Der kürzlich veröffentlichte Vergütungsbericht enthüllt die genauen Details seines Abschieds. Das Paket summiert sich auf über 15 Millionen Euro. Allein die klassische Abfindung beläuft sich auf rund 5,8 Millionen Euro, flankiert von einer Karenzentschädigung über 3,3 Millionen Euro für ein Wettbewerbsverbot.
Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) kritisiert diese Zahlungen als unverhältnismäßig generös. Rechtlich ist das Vertragswerk laut Experten nicht zu beanstanden. Strategisch kommt die Governance-Debatte für das Unternehmen in einem von hohen Zinsen geprägten Umfeld allerdings zur Unzeit.
Operative Stärke verpufft am Markt
Die Diskussion um die Managergehälter überlagert eine fundamentale Erholung des Unternehmens. Die Kennzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 belegen eine deutliche operative Wende:
- Gewinn je Aktie: 0,67 Euro (Vorjahr: Verlust von 0,42 Euro)
- Bereinigtes EBITDA: 2,8 Milliarden Euro (+6,0 Prozent)
- Dividende: Vorschlag von 1,25 Euro (Vorjahr: 1,22 Euro)
An der Börse honorieren Investoren diese Entwicklung derzeit kaum. Mit einem Rücksetzer auf 20,96 Euro markierte der Titel Ende März ein neues 12-Monats-Tief. Vom 52-Wochen-Hoch bei 30,31 Euro aus dem vergangenen Sommer hat sich der Kurs damit spürbar entfernt.
Schuldenabbau und kommende Termine
Für den neuen CEO Luka Mucic erschwert der Ärger um seinen Vorgänger den Start. Dabei verzeichnet das Management Fortschritte beim zentralen Thema Schuldenabbau. Nach einer stark überzeichneten Anleiheplatzierung von 2,25 Milliarden Euro im vergangenen November sank der Verschuldungsfaktor von 15,1 auf 14,0. Damit erreichte Vonovia exakt den oberen Rand des anvisierten Zielkorridors.
Der nächste Prüfstein für Mucic folgt am 7. Mai 2026 mit der Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal. Zwei Wochen später, am 21. Mai, müssen sich Aufsichtsrat und Vorstand auf der Hauptversammlung den Fragen der Aktionäre zum Vergütungsbericht stellen.
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