Damit hatte an der Börse kaum jemand gerechnet. Statt der prognostizierten Nullrunde beim Cashflow meldete Volkswagen plötzlich Milliardenüberschüsse und kündigte fast zeitgleich einen radikalen Umbau der Führungsebene an. Diese Kombination aus unerwarteter finanzieller Stärke und struktureller Neuordnung wirft die Frage auf: Hat der Automobilriese die Kurve gekriegt?

  • Netto-Cashflow (Auto): ca. 6 Mrd. € (Prognose: ~0 €)
  • Nettoliquidität: Anstieg auf über 34 Mrd. €
  • Konzernumbau: Reduzierung der Vorstände um ein Drittel

Milliarden statt Nullrunde

Die am Dienstagabend veröffentlichten Zahlen sorgten für Aufatmen bei den Investoren. Während das Management ursprünglich einen Netto-Cashflow im Automobilbereich von nahe null Euro in Aussicht gestellt hatte, standen am Ende des Geschäftsjahres 2025 rund 6 Milliarden Euro in den Büchern. Auch die Nettoliquidität kletterte auf über 34 Milliarden Euro und übertraf damit die internen Erwartungen deutlich.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Volkswagen?

Verantwortlich für diesen warmen Geldregen waren jedoch nicht primär explodierende Verkaufszahlen, sondern eiserne Disziplin auf der Ausgabenseite. Volkswagen fuhr die Investitionen in Sachanlagen zurück, kürzte Budgets für Forschung und Entwicklung und baute Lagerbestände ab. Diese Maßnahmen zur Kapitalfreisetzung zeigen Wirkung, deuten aber auch darauf hin, dass der Konzern kurzfristige Liquidität priorisiert.

Charttechnik hellt sich auf

Die positiven Nachrichten hinterließen Spuren im Chartbild. Mit einem Schlusskurs von 105,00 Euro am Freitag konnte sich das Papier stabilisieren und notiert nun wieder über dem wichtigen 50-Tage-Durchschnitt von 102,91 Euro.

Auf Wochensicht legte der Titel damit um 3,50 % zu, wenngleich die Performance seit Jahresanfang mit einem Minus von 1,22 % noch immer leicht im roten Bereich liegt. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 109,95 Euro ist jedoch auf unter 5 % geschrumpft, was das zurückgewonnene Momentum unterstreicht.

Radikaler Umbau der Führung

Neben den Finanzzahlen treibt Volkswagen die interne Effizienz voran. Die Markengruppe Core, zu der VW Pkw, Škoda und Seat/Cupra gehören, steht vor einer massiven Verschlankung. Bis Sommer 2026 soll die Zahl der Vorstandspositionen von 29 auf 19 sinken.

Zentralisierung lautet das neue Mantra: Entwicklung, Beschaffung und Produktion werden stärker in Wolfsburg gebündelt. Thomas Schäfer, Chef der Marke Volkswagen, beziffert das Einsparpotenzial auf rund 1 Milliarde Euro bis 2030. Davon sollen allein 600 Millionen Euro durch reduzierte Personalkosten realisiert werden.

Analysten bleiben vorsichtig

Trotz der positiven Überraschung brechen Marktbeobachter nicht in Euphorie aus. Goldman Sachs bestätigte zwar das "Neutral"-Rating, sieht mit einem Kursziel von 106 Euro aber kaum weiteres Aufwärtspotenzial vom aktuellen Niveau.

Experten von Bernstein mahnen zudem zur Vorsicht mit Blick auf das China-Geschäft. Dort erwartet Volkswagen für 2026 rückläufige Gewinne aus dem Joint Venture und ein weiterhin angespanntes Preisumfeld. Die jetzt gezeigte Cashflow-Stärke erkauft sich der Konzern teilweise durch Investitionszurückhaltung, was langfristig Risiken bergen könnte.

Im Fokus steht nun der 10. März 2026. An diesem Datum wird der Konzern im Rahmen der Jahrespressekonferenz den vollständigen Ausblick präsentieren und muss beweisen, wie die angekündigten Sparmaßnahmen konkret gegen den Wettbewerbsdruck wirken sollen.

Volkswagen-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Volkswagen-Analyse vom 25. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Volkswagen-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Volkswagen-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Volkswagen: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...