Während sich für Volkswagen auf dem asiatischen Markt eine historische Chance anbahnt, zieht Konzernchef Oliver Blume in den USA die Reißleine. Zwischen aggressiven Expansionsplänen in Indien und einem strikten Sparkurs in Nordamerika steht die Aktie vor einer entscheidenden Woche.

Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:
* Handels-Hoffnung: Ein Freihandelsabkommen mit Indien könnte die Zölle massiv senken.
* US-Stopp: Blume verweigert ohne politisches Entgegenkommen den Bau einer Audi-Fabrik.
* Cash-Polster: Der operative Cashflow überraschte zuletzt mit starken 6 Milliarden Euro.

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Der Indien-Joker sticht am Dienstag

Marktbeobachter blicken gespannt auf den morgigen Dienstag. Es gilt als wahrscheinlich, dass die EU und Indien eine Einigung verkünden, die für Volkswagen einem Befreiungsschlag auf dem Subkontinent gleichkäme. Indien plant demnach, die Importzölle für europäische Fahrzeuge von derzeit bis zu 110 Prozent sofort auf 40 Prozent zu senken.

Für Modelle wie den Tiguan oder Passat, die in das relevante Segment über 15.000 Euro fallen, würde dies die Wettbewerbsfähigkeit schlagartig herstellen. Langfristig sollen die Zölle sogar auf 10 Prozent sinken. Dies wäre der Schlüssel für den drittgrößten Automarkt der Welt, auf dem die Wolfsburger bisher nur ein Nischendasein fristen.

US-Strategie: Profitabilität vor Wachstum

Ganz anders ist die Tonlage Richtung USA. In einem aktuellen Interview macht Oliver Blume unmissverständlich klar: Ohne Zoll-Erleichterungen wird es keine neue Audi-Fabrik geben. Der Schritt markiert eine Abkehr vom bisherigen Ziel, bedingungslos Marktanteile zu gewinnen.

Die wirtschaftliche Logik dahinter ist zwingend. Allein in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 belasteten US-Zölle das Ergebnis mit rund 2,1 Milliarden Euro. Dass das Management nun die "Notbremse" zieht und Investitionen stoppt, anstatt Geld in ein politisch unsicheres Umfeld zu pumpen, wird von Analysten als Zeichen neuer Kostendisziplin gewertet. Das aggressive Ziel von 10 Prozent Marktanteil ist damit offiziell Geschichte.

Charttechnik und Bewertung

Die Aktie reagiert am Montag mit einer abwartenden Haltung und notiert bei 104,75 Euro (-0,05 %). Der jüngste Kursrutsch hat den Titel technisch in einen überverkauften Bereich gedrückt, was der niedrige RSI-Wert von 27,8 signalisiert.

Gestützt wird der Kurs durch die fundamentale Verfassung: Der kürzlich gemeldete Netto-Cashflow von 6 Milliarden Euro dient als finanzielles Polster, das dem Management die nötige Ruhe für harte Verhandlungen gibt. Aktuell notiert das Papier knapp oberhalb des 50-Tage-Durchschnitts (103,29 Euro), was als kurzfristige Unterstützung fungiert.

Fazit: Der Dienstag entscheidet

Die Volkswagen Aktie befindet sich in einer klassischen Sondersituation. Kommt morgen die offizielle Bestätigung der Zollsenkung in Indien, dürfte dies angesichts der niedrigen Bewertung und der technischen Überverkauftheit als starker Impuls wirken. Gleichzeitig signalisiert die Absage an das US-Werk, dass der Konzern die Profitabilität endlich über reines Volumen stellt – eine Strategieänderung, die mittel- bis langfristig das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen könnte.

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