Voestalpine greift wieder zum Kapitalmarkt – und weitet die Wandelanleihe aus dem Jahr 2023 um bis zu 35 Mio. Euro aus. Für Aktionäre ist das ein sensibles Signal, weil Wandelanleihen perspektivisch verwässern können. Doch warum kommt der Schritt gerade jetzt, wo operativ vieles besser läuft?

Bis zu 285 Mio. Euro – ohne Bezugsrechte

Per Ad-hoc vom Montag kündigte der Konzern an, die Wandelanleihe 2023 durch neue Papiere für institutionelle Investoren um bis zu 35 Mio. Euro aufzustocken. Der gesamte Nennbetrag könnte damit auf bis zu 285 Mio. Euro steigen.

Wichtig aus Aktionärssicht: Bezugsrechte sind ausgeschlossen. Mögliche Wandlungsrechte will der Vorstand über eigene Aktien bedienen. Im Bestand liegen laut Mitteilung 7.098.547 Stück, das entspricht 3,98% des Grundkapitals. Geplant ist das Angebot – vorbehaltlich Zustimmung des Aufsichtsrats und abhängig vom Marktumfeld – frühestens für die zweite Märzhälfte. Es richtet sich ausschließlich an institutionelle Investoren außerhalb der USA sowie weiterer ausgeschlossener Länder.

Operativ verbessert – trotz Investitionsprogramm

Die Kapitalmaßnahme trifft auf Zahlen, die zuletzt klar nach oben zeigten. In den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2025/26 (April bis Dezember 2025) lag der Umsatz leicht niedriger bei 11,1 Mrd. Euro. Gleichzeitig stieg das EBITDA um 7,2% auf 1,0 Mrd. Euro, das EBIT kletterte um 20,9% auf 473 Mio. Euro. Der Gewinn vor Steuern zog um 46,5% auf 372 Mio. Euro an. Auffällig stark: der Free Cashflow mit 345 Mio. Euro.

Trotz hoher Investitionen in das Dekarbonisierungsprogramm „greentec steel“ reduzierte Voestalpine die Nettoverschuldung auf 1,4 Mrd. Euro (–27,4% zum Vorjahr). Das Eigenkapital erhöhte sich auf 7,6 Mrd. Euro, die Gearing Ratio verbesserte sich auf 18,7% (nach 26,2%).

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Ebenfalls neu justiert: die Dividendenpolitik. Ab dem Geschäftsjahr 2025/26 sollen 30% des Gewinns je Aktie ausgeschüttet werden, sofern die Verschuldungsquote nach Dividende unter 2,0 liegt. Zudem wurde eine Mindestdividende von 0,40 Euro angekündigt.

Kurs zuletzt schwächer – langfristig aber deutlich im Plus

Nach dem jüngsten Hoch Ende Februar kam es im Umfeld der Anleihe-Meldung zu einem Rücksetzer. Gestern schloss die Aktie bei 45,74 Euro. Auf 7 Tage steht ein Minus von 5,73% zu Buche. Auf 12 Monate liegt der Titel hingegen fast auf Verdopplungskurs (+99,91%), und seit Jahresanfang beträgt das Plus 18,31%.

Chartseitig liegt der Kurs weiter über dem 50-Tage-Durchschnitt (41,72 Euro). Der RSI (14 Tage) notiert mit 38,2 eher auf der schwächeren Seite, was zur jüngsten Korrektur passt.

Zum operativen Bild gehört zudem der bestätigte Ausblick: Für das Gesamtjahr 2025/26 erwartet Voestalpine weiterhin ein EBITDA von 1,4 bis 1,55 Mrd. Euro. Zudem sank die Mitarbeiterzahl (FTE) zum 31. Dezember 2025 um 3,8% auf 48.700.

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