Voestalpine Aktie: Wandelanleihe erweitert
Voestalpine greift wieder zum Kapitalmarkt-Instrument – und das in einer Phase, in der das Unternehmen operativ deutlich besser dasteht als noch vor einem Jahr. Heute kündigte der Konzern an, die Wandelanleihe aus 2023 aufzustocken. Doch wie stark verwässert das am Ende wirklich?
Wandelanleihe: Bis zu 35 Mio. Euro obendrauf
Voestalpine hat am Montag eine Insider-Information nach Artikel 17 MAR veröffentlicht: Die Wandelanleihe 2023 soll um bis zu 35 Mio. Euro durch neue Anleihen für institutionelle Investoren erweitert werden. Damit würde der gesamte Nennbetrag auf 285 Mio. Euro steigen.
Das Angebot ist – abhängig von Marktlage und nach Zustimmung des Aufsichtsrats – frühestens für die zweite Märzhälfte vorgesehen. Wichtig für Aktionäre: Bezugsrechte sind ausgeschlossen.
Zur Bedienung möglicher Wandlungsrechte setzt der Vorstand auf eigene Aktien. Der aktuelle Bestand liegt bei 7.098.547 Stück (3,98 % des Grundkapitals). Für die Bedienung aller Wandlungsrechte inklusive Aufstockungstranche wären bis zu 7.039.227 Aktien (3,94 %) erforderlich.
Operativ Rückenwind: Profitabilität steigt, Schulden sinken
Die Kapitalmaßnahme trifft auf solide Zahlen. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 (Zahlen vom 11. Februar) sank der Umsatz zwar leicht auf 11,1 Mrd. Euro, doch die Ertragskennzahlen legten zu: EBITDA +7,2 % auf 1,0 Mrd. Euro, EBIT +20,9 % auf 473 Mio. Euro. Der Gewinn vor Steuern kletterte um 46,5 % auf 372 Mio. Euro. Dazu kamen 345 Mio. Euro Free Cash Flow.
Am Ausblick hält Voestalpine fest: Für das Gesamtjahr 2025/26 erwartet das Unternehmen weiterhin ein EBITDA von 1,4 bis 1,55 Mrd. Euro.
Besonders auffällig ist der Schuldenabbau trotz hoher Investitionen: Die Nettoverschuldung sank in den ersten neun Monaten auf 1,4 Mrd. Euro (−27,4 % zum Vorjahr). Gleichzeitig stieg das Eigenkapital auf 7,6 Mrd. Euro, die Gearing Ratio verbesserte sich von 26,2 % auf 18,7 %.
Kurs zuletzt stärker – heute deutliche Korrektur
Nach dem Lauf der vergangenen Monate wirkt die heutige Reaktion wie ein Dämpfer: Die Aktie steht heute bei 45,98 Euro, das sind −5,35 %. Auf 30 Tage gerechnet liegt das Papier dennoch 14,95 % im Plus, auf 12 Monate sogar 100,96 %. Das 52-Wochen-Hoch wurde erst kürzlich bei 49,10 Euro (25.02.2026) markiert.
EU-Regeln und „greentec steel“ als langfristige Klammer
Neben internen Verbesserungen spielt die EU-Handelspolitik eine zentrale Rolle in der Story. Der seit 1. Januar 2026 wirksame Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) verteuert Importe aus Drittländern und soll den Preisvorteil CO₂-intensiver Produktion außerhalb der EU begrenzen. Zusätzlich erwartet der Markt Mitte 2026 Folgeschutzmaßnahmen, die die bisherigen Schutzregeln ersetzen sollen; ein formelles Inkrafttreten wird – nach Zustimmung von EU-Parlament und Rat – spätestens im Sommer erwartet.
Parallel treibt Voestalpine die Dekarbonisierung voran: Für greentec steel sind 1,5 Mrd. Euro eingeplant, in Linz und Donawitz entstehen Elektrolichtbogenöfen. Ab 2027 sollen so rund 2,5 Mio. Tonnen CO₂-reduzierter Stahl pro Jahr produziert werden, mit dem Ziel einer CO₂-Reduktion von 30 % bis 2029 (gegenüber 2019).
Zum Bild gehört auch die neue Dividendenpolitik: Ab 2025/26 sind 30 % des Gewinns je Aktie als Ausschüttung vorgesehen, sofern die Verschuldungsquote nach Dividende unter 2,0 liegt; eine Mindestdividende von 0,40 Euro ist angekündigt.
Unterm Strich kombiniert Voestalpine heute eine Erweiterung der Wandelanleihe (geplant ab der zweiten Märzhälfte) mit einem Umfeld, das zuletzt durch steigende Profitabilität, sinkende Nettoverschuldung und EU-Handelsrückenwind geprägt war – während die Aktie nach dem frischen Jahreshoch kurzfristig spürbar korrigiert.
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