Bittere Pille für Valneva: Der französische Impfstoffhersteller zieht seinen Chikungunya-Impfstoff IXCHIQ endgültig vom wichtigen US-Markt ab. Was auf den ersten Blick wie ein fundamentales Desaster wirkt, lässt die Anleger jedoch erstaunlich ruhig. Der Grund für die gefasste Reaktion liegt in den bereits deutlich reduzierten Erwartungen und dem Fokus auf einen anderen Blockbuster-Kandidaten.

Die wichtigsten Fakten:
* Endgültiges Aus: Valneva zieht Zulassungsantrag (BLA) und Studienantrag (IND) für IXCHIQ in den USA zurück.
* FDA-Intervention: Klinischer Stopp aufgrund eines schwerwiegenden Zwischenfalls.
* Aktueller Kurs: Die Aktie notiert bei 4,39 Euro (Schlusskurs Donnerstag).
* Technischer Indikator: Mit einem RSI von 18,9 ist der Titel derzeit technisch stark überverkauft.

Eskalation mit der FDA

Die Entscheidung zum Rückzug markiert den Höhepunkt einer monatelangen Auseinandersetzung mit der US-Arzneimittelbehörde. Nachdem die FDA bereits im August 2025 die Lizenz aus Sicherheitsbedenken suspendiert hatte, folgte nun ein offizieller klinischer Stopp. Auslöser war ein neu gemeldeter, schwerwiegender Zwischenfall bei einer geimpften Person außerhalb der USA, wobei die genaue Ursache noch nicht abschließend geklärt ist.

Valneva zieht daraus die Konsequenzen und stoppt das US-Programm permanent. Es werden keine weiteren Studienteilnehmer mit IXCHIQ geimpft. Analysten hatten diesen Schritt teilweise antizipiert: Bereits nach der Suspension im Vorjahr strichen viele Experten die US-Umsätze aus ihren Modellen. Stifel-Analyst Damien Choplain merkte an, dass auch die ungünstige Wirtschaftlichkeit eine Rolle beim kompletten Stopp spielen könnte.

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Der Fokus verschiebt sich

Während das Chikungunya-Kapitel in den USA geschlossen wird, richtet sich die volle Aufmerksamkeit auf den Lyme-Borreliose-Impfstoffkandidaten VLA15. Hier steht Valneva vor einer entscheidenden Phase: Die Daten der Phase-3-Studie werden im ersten Halbjahr 2026 erwartet.

Das Potenzial ist enorm, da der geschätzte globale Markt für einen Borreliose-Impfstoff bei über einer Milliarde Dollar liegt. Sollten die Daten überzeugen, plant Partner Pfizer noch in diesem Jahr die Zulassungsanträge in den USA und Europa. Valneva winkt dabei eine Beteiligung an den Nettoverkäufen zwischen 14 und 22 Prozent.

Finanzielle Auswirkungen

Trotz des Rückschlags bleibt die Unternehmensführung bei ihrer Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Für 2025 werden Produktumsätze zwischen 155 und 170 Millionen Euro erwartet – eine Schätzung, die bereits ohne US-Erlöse für IXCHIQ kalkuliert wurde. Das kommerzielle Geschäft soll weiterhin einen positiven Cashflow generieren, während die Forschungs- und Entwicklungsausgaben bei 80 bis 90 Millionen Euro liegen werden.

Die mittelfristige Kursentwicklung hängt nun fast vollständig an den kommenden Phase-3-Daten von VLA15. Liefert Valneva im ersten Halbjahr 2026 positive Ergebnisse für den Borreliose-Impfstoff, dürfte der Verlust des US-Chikungunya-Marktes schnell in den Hintergrund treten.

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