UBS schaltet bei ihrer Neuausrichtung gleich mehrere Gänge höher: Die Großbank macht in den USA einen wichtigen Schritt Richtung eigener Banklizenz, treibt die Integration der Credit Suisse mit weiteren Stellenstreichungen voran und stellt gleichzeitig die Weichen für die Zeit nach CEO Sergio Ermotti. Wie greifen diese Entwicklungen ineinander?

US-Banklizenz und Wachstum im Wealth Management

Kern der aktuellen Strategie ist der Ausbau des US-Geschäfts. Im Oktober 2025 beantragte UBS eine vollständige nationale Banklizenz in den Vereinigten Staaten, um das Wealth-Management-Geschäft in ihrem wichtigsten Wachstumsmarkt zu stärken.

Nun liegt eine erste bedingte Genehmigung der US-Behörden vor. Ein Sprecher der Bank spricht von einem „bedeutenden Schritt zur Sicherung der endgültigen Genehmigung“. Die US-Lizenz soll es ermöglichen, vermögende Kunden umfassender zu betreuen und die Position als global führender Vermögensverwalter auch in den USA auszubauen.

Chartseitig spiegelt sich die Zuversicht in einem klaren Aufwärtstrend: Mit einem Schlusskurs von 47,38 US‑Dollar am Freitag liegt die Aktie nur rund anderthalb Prozent unter ihrem 52‑Wochen-Hoch von 48,11 US‑Dollar.

Wichtige Punkte im Überblick:

  • Erste bedingte Genehmigung für eine nationale US-Banklizenz erteilt
  • Ziel: Ausbau des Wealth Management in den USA
  • Aktie nahe 52‑Wochen-Hoch, rund 18 % Plus seit Jahresbeginn
  • Integration der Credit Suisse mit weiteren Stellenstreichungen
  • CEO Ermotti plant Abgang für Frühjahr 2027, Nachfolgersuche läuft
  • Geplante Verschärfung der Schweizer Kapitalanforderungen sorgt für politischen Konflikt
  • Vorzeitige Rückzahlung von 2 Mrd. US‑Dollar Senior Notes angekündigt
  • Bank of America und J.P. Morgan mit erhöhten Kurszielen und Kaufempfehlungen

Führungswechsel und Credit-Suisse-Integration

Parallel zur Expansion läuft der Umbau nach der Notübernahme der Credit Suisse weiter. CEO Sergio Ermotti will die Integration abschließen und hat seinen geplanten Ausstieg angekündigt: Er will mindestens bis Ende 2026, voraussichtlich aber bis Frühjahr 2027 an der Spitze bleiben.

Die Nachfolgersuche hat begonnen. Laut Ermotti stellt UBS derzeit „die richtigen Kandidaten für die neue Führung“ zusammen, bevorzugt wird ein interner Nachfolger. Im Markt gelten mehrere Top-Manager als aussichtsreich:

  • Aleksandar Ivanovic – Leiter Asset Management
  • Iqbal Khan – Co-Leiter Wealth Management, zuständig für Asien-Pazifik
  • Robert Karofsky – Co-Leiter Wealth Management und Americas-Präsident
  • Bea Martin – Chief Operating Officer

Operativ nähert sich die Integration der Credit Suisse der Schlussphase. In der Schweiz sollen insgesamt rund 3.000 Stellen wegfallen. Die nächste Welle von Kündigungen startete Mitte Januar 2026, eine weitere Runde ist nach der IT-Migration Mitte 2026 geplant, wenn die alten Credit-Suisse-Systeme abgeschaltet werden.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei UBS?

Seit der Übernahme 2023 sank die Gesamtzahl der Mitarbeitenden bereits um rund 15.000 von knapp 120.000. Der Konzern setzt damit klar auf Effizienzgewinne und Kostensenkung, um die größere Struktur profitabel zu machen.

Regulierungskonflikt und Kapitalstruktur

Für Spannung sorgt der Konflikt mit der Schweizer Regierung über künftige Kapitalanforderungen. Bern plant verschärfte Regeln für systemrelevante Institute. Im Raum stehen zusätzliche Eigenkapitalanforderungen von bis zu 26 Milliarden US‑Dollar.

UBS warnt, solche Auflagen könnten die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich schwächen. CEO Ermotti erkennt aber eine gewisse Entschärfung der Debatte und spricht davon, dass die Diskussion über Bankenreformen „langsam wieder sachlicher“ werde.

Finanziell unterstreicht die Bank ihre Stärke mit der Ankündigung, Senior Notes im Volumen von 2 Milliarden US‑Dollar vorzeitig zurückzuzahlen. Die Anleihen mit einem Zins von 1,305 % waren ursprünglich von der Credit Suisse begeben worden und sollen am 2. Februar 2026 zurückgeführt werden. Das reduziert Fremdkapital und bereinigt Altlasten aus der übernommenen Bilanz.

Technisch wirkt der Kurs derzeit über dem kurzfristigen Durchschnitt sehr kräftig: Er liegt gut 21 % über der 50‑Tage-Linie von 39,04 US‑Dollar, der 14‑Tage-RSI von 63,7 deutet auf eine bereits recht ambitionierte, aber noch nicht überhitzte Marktphase hin.

Analysten sehen Ertragspotenzial

Gleich mehrere Investmentbanken stützen die positive Stimmung. Bank of America stufte die Aktie im Dezember 2025 von „Neutral“ auf „Buy“ hoch und erhöhte das Kursziel deutlich von 35 auf 48 Schweizer Franken. Analyst Antonio Reale sieht UBS unter den globalen Banken mit dem schnellsten erwarteten Gewinnwachstum je Aktie: Rund 30 % Zuwachs zwischen 2025 und 2028.

Als zentrale Treiber nennt BofA:

  • mögliche Entschärfungen bei den Schweizer Kapitalanforderungen
  • die starke Position im asiatischen Wealth Management

Auch J.P. Morgan bleibt konstruktiv und bewertet den Titel mit „Overweight“. Das Kursziel liegt hier bei 43 Schweizer Franken.

Damit ergibt sich ein Bild, in dem strategische Weichenstellungen – US-Lizenz, Integration der Credit Suisse, Kapitalstruktur – und externe Einschätzungen in die gleiche Richtung zeigen: UBS setzt auf Wachstum im vermögenden Kundensegment und will die größere Plattform effizient nutzen. Entscheidend für die nächsten Quartale wird sein, ob die Bank diesen Kurs mit einer stabilen Profitabilität und einem klar geregelten Führungswechsel bis 2027 untermauern kann.

UBS-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue UBS-Analyse vom 18. Januar liefert die Antwort:

Die neusten UBS-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für UBS-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

UBS: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...