UBS Aktie: Nachfolge im Fokus
Die Nachfolgefrage an der UBS-Spitze bekommt neuen Schwung. In Davos hat CEO Sergio Ermotti erstmals klar gemacht, dass der Verwaltungsrat nicht nur interne, sondern nun ausdrücklich auch externe Kandidaten prüft. Parallel positioniert sich die Großbank strategisch zur Rolle der USA in Anlegerportfolios – und bereitet sich auf regulatorische Hürden nach der Credit-Suisse-Übernahme vor.
Nachfolgeprozess wird geöffnet
Im Interview am Rande des Weltwirtschaftsforums bestätigte Ermotti, dass der Verwaltungsrat den ursprünglich stark auf interne Lösungen ausgerichteten Prozess erweitert hat. Neben hausinternen Führungskräften stehen jetzt auch externe Bewerber auf der Liste. Für einen Konzern wie UBS ist das ein deutliches Signal: Die Weichen für die Zeit nach Ermotti werden aktiv gestellt.
Zu den als intern chancenreich geltenden Führungskräften zählen:
- Aleksandar Ivanovic – Leiter Asset Management
- Iqbal Khan – Co-Head Global Wealth Management, Präsident Asien-Pazifik
- Robert Karofsky – Co-Head Global Wealth Management, Präsident Americas
- Beatriz Martin – seit 1. Januar 2026 Group Chief Operating Officer
Ermotti selbst hatte bereits Mitte Januar betont, dass er mindestens bis Ende 2026, möglicherweise bis Frühjahr 2027, im Amt bleiben will. Hintergrund ist vor allem der Abschluss der komplexen Integration von Credit Suisse. Die Öffnung des Suchprozesses deutet darauf hin, dass der Verwaltungsrat den Übergang frühzeitig und mit hoher Auswahlbreite vorbereiten will.
USA bleiben Schlüsselmarkt
Deutlich positionierte sich Ermotti in Davos auch zur geopolitisch angespannten Lage und den jüngsten US-Zolldrohungen gegenüber Europa. Seine Kernbotschaft: Eine deutliche Reduzierung von US-Engagements hält er für riskant.
„Diversifizierung weg von Amerika ist unmöglich“, so Ermotti. Er verwies auf die nach wie vor starke Stellung der US-Wirtschaft bei Wachstum und Innovation. Besonders hervorhob er eine Zahl, die für einen globalen Vermögensverwalter entscheidend ist: Allein im vergangenen Jahr soll es in den USA rund 25 Millionen neue Millionäre gegeben haben – rechnerisch etwa 1.000 pro Tag. Für ein Haus wie UBS, das stark im Wealth Management verankert ist, unterstreicht diese Entwicklung die strategische Bedeutung dieses Marktes.
Dass Ermotti „nicht gegen die USA wetten“ würde, passt damit klar zur Ertragslogik des Konzerns: Die USA bleiben zentraler Wachstumstreiber im globalen Vermögensgeschäft.
Die Fakten zur Aktie
Die UBS-Aktie hat zuletzt kräftig Schwankungen gezeigt. Gestern schloss der Titel in Zürich bei 37,06 CHF. Auf Wochensicht ergibt sich damit ein Rückgang von rund 22 %, während der Rückgang seit Jahresbeginn moderater ausfällt.
Auffällige Kennzahlen im Überblick:
- 7-Tage-Veränderung: -21,93 %
- 30-Tage-Veränderung: -6,88 %
- Seit Jahresanfang: -7,63 %
- 52-Wochen-Hoch: 48,11 CHF (05.01.2026), Abstand: -22,97 %
- 52-Wochen-Tief: 26,39 CHF (19.06.2025), Abstand: +40,43 %
- 50-Tage-Durchschnitt: 39,66 CHF, Abstand: -6,56 %
- 100-Tage-Durchschnitt: 36,79 CHF
- RSI (14 Tage): 63,7
- Volatilität (30 Tage, annualisiert): 110,34 %
Damit notiert die Aktie deutlich unter dem jüngsten Jahreshoch, aber weiterhin klar über dem 52-Wochen-Tief. Der erhöhte Volatilitätswert zeigt, wie nervös der Markt die aktuelle Gemengelage aus Integration, Regulierung und Managementfragen einpreist.
Integration und Regulierung als Belastungstest
Operativ stehen für UBS zwei Themen ganz oben auf der Agenda: die vollständige Eingliederung der Credit Suisse und verschärfte regulatorische Anforderungen in der Schweiz.
Die Bank strebt an, die Integration von Credit Suisse bis Ende 2026 abzuschließen. Diese Zielmarke deckt sich mit Ermottis Zeithorizont als CEO. Parallel laufen intensive Diskussionen mit den Schweizer Behörden. In einer Anfang Januar eingereichten Unterlage an die US-Börsenaufsicht SEC hatte UBS darauf hingewiesen, dass die geplanten strengeren Schweizer Vorgaben die CET1-Kapitalanforderungen um bis zu 23 Milliarden US-Dollar erhöhen könnten. Das wäre ein erheblicher zusätzlicher Kapitalpuffer, der Spielräume für Dividenden, Aktienrückkäufe oder Übernahmen spürbar einschränken könnte.
Wichtige Termine im Blick
In den kommenden Monaten dürfte sich zeigen, wie gut UBS die verschiedenen Baustellen gleichzeitig managt. Zwei Termine stechen dabei heraus:
- Anfang Februar 2026: Veröffentlichung der nächsten Quartalszahlen – hier wird sichtbar, wie die Integration operativ und finanziell vorankommt.
- April 2026: Hauptversammlung – dort soll unter anderem der bisherige Group Chief Compliance Officer Markus Ronner als neuer Vizepräsident des Verwaltungsrats vorgeschlagen werden, was die Governance-Struktur weiter schärfen würde.
Unterm Strich steht UBS vor einem anspruchsvollen Doppelprogramm: Integration und Regulierung auf der einen Seite, strategische Nachfolgeplanung und Positionierung im Schlüsselmakt USA auf der anderen. Wie gut diese Felder zusammengeführt werden, dürfte maßgeblich bestimmen, ob die Aktie sich vom aktuellen Rücksetzer in Richtung der Hochs zu Jahresbeginn lösen kann.
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