UBS Aktie: Klarer Fahrplan
Die UBS stellt die Weichen für die Zeit nach der Credit-Suisse-Übernahme: CEO Sergio Ermotti hat den Zeitplan für seinen Abschied konkretisiert, während die Bank zugleich harte Einschnitte im Heimatmarkt bestätigt und Risiken im Tech-Sektor neu einordnet. Parallel dazu tauchen regulatorische Fragen in China auf. Wie stabil ist der aktuelle Kurs inmitten dieser Vielzahl strategischer Entscheidungen?
CEO-Nachfolge: Kontinuität statt Bruch
Sergio Ermotti will die Bank bis zum Abschluss der Integration der Credit Suisse führen. In einem Interview nannte er dafür einen klaren Rahmen: Rücktritt bis Ende 2026 oder spätestens im Frühjahr 2027. Damit verbindet er den Führungswechsel direkt mit dem Abschluss des größten Projekts der Bankengeschichte der Schweiz.
Wichtig für den Markt: Ermotti spricht sich ausdrücklich für eine interne Nachfolge aus. Das signalisiert strategische Kontinuität und reduziert die Wahrscheinlichkeit, dass ein externer Manager grundlegende Kursänderungen anstößt.
Als Favoriten für den CEO-Posten gelten derzeit:
- Aleksandar Ivanovic (Leiter Asset Management)
- Bea Martin (Chief Operating Officer)
- Robert Karofsky (Präsident Americas)
- Iqbal Khan (Leiter Asien-Pazifik)
Mit der öffentlichen Nennung dieser Namen schafft das Management Transparenz, erhöht aber zugleich den Leistungsdruck auf das Top-Management. Die Kandidaten müssen im laufenden Integrationsprozess beweisen, dass sie den Konzern langfristig führen können.
Credit-Suisse-Integration: Kostendisziplin mit sozialem Preis
Parallel zur Führungsfrage hält UBS an den harten Sparzielen der Credit-Suisse-Integration fest. Rund 3.000 Stellen in der Schweiz sollen wegfallen. Diese Zahl wird nun als notwendiger Schritt bestätigt, um die angepeilten Synergien zu heben.
Für die Bewertung des Konzerns bleibt die Kostenseite damit ein zentraler Faktor:
- Geplanter Stellenabbau von rund 3.000 Jobs in der Schweiz
- Ziel: Hebung von Synergien und nachhaltige Verbesserung der Profitabilität
- Kurzfristig Belastung durch Restrukturierungskosten, langfristig höhere Effizienz
Kapitalmarktteilnehmer werten konsequente Einsparungen in der Regel positiv, da sie die Ertragsbasis stabilisieren. Gleichzeitig zeigt die Größenordnung des Abbaus, wie tiefgreifend die Integration der Credit Suisse in die bestehende Struktur eingreift.
Investmentbank: Vorsicht bei Rivian und indischen Techs
Während der eigene Umbau läuft, sendet die UBS-Investmentbank deutliche Signale an den Markt – vor allem in Richtung wachstumsstarker, aber riskanter Segmente.
Bei dem US-Elektroautobauer Rivian bestätigten die Analysten ihr „Sell“-Rating und legten das Kursziel auf 15,00 US-Dollar fest. Begründung: Der Hype um Künstliche Intelligenz im Automobilsektor habe seinen Höhepunkt wohl überschritten, gleichzeitig dürften die Auslieferungen 2026/27 deutlich unter den bisherigen Markterwartungen bleiben.
Auch bei indischen Technologiewerten zeigt sich UBS zurückhaltender. Für die Lieferdienste Zomato und Swiggy werden die Erwartungen im wettbewerbsintensiven Quick-Commerce-Segment reduziert:
- Zomato: Kursziel auf 375 INR gesenkt
- Swiggy: Kursziel auf 510 INR gesenkt
Die Bank signalisiert damit eine strengere Risikoabwägung im Tech- und Wachstumssegment. Für Anleger ist das ein Hinweis, dass UBS in überhitzten Bereichen eher defensiv agiert.
China: Regulatorische Unsicherheit bei ETF-Geschäften
Belastend wirkt zusätzlicher Gegenwind aus Asien. Berichten zufolge pausiert UBS bestimmte ETF-Handelsaktivitäten in China, die über das QFI-Programm (Qualified Foreign Investor) laufen. Hintergrund sind Untersuchungen der chinesischen Behörden zu Handelsaktivitäten ausländischer Akteure, insbesondere im Umfeld des Market-Makers Jane Street.
Für die Bank bedeutet dies:
- Unterbrechung einzelner Handelsaktivitäten im Rahmen des QFI-Programms
- Erhöhte regulatorische Unsicherheit in einem strategisch wichtigen Wachstumsmarkt
- Potenziell verzögerte Geschäftsentwicklung im chinesischen ETF-Segment
Solche Eingriffe erinnern daran, dass regulatorische Risiken in China trotz langfristiger Chancen stets präsent bleiben.
Kursbild: Stabil im Aufwärtstrend
An der Börse zeigt sich der Titel robust. Die UBS Aktie notiert zuletzt bei 47,29 US-Dollar und liegt damit nur rund 1,7 % unter ihrem 52‑Wochen-Hoch von 48,11 US-Dollar. Gegenüber dem 52‑Wochen-Tief von 26,39 US-Dollar entspricht das einem Plus von gut 79 %.
Auffällig ist der deutliche Abstand zu den Durchschnittskursen:
- Rund 22 % über dem 50‑Tage-Durchschnitt von 38,76 US-Dollar
- Klar über dem 100‑Tage-Durchschnitt von 36,43 US-Dollar
Der 14‑Tage-RSI von 63,7 signalisiert eine kräftige, aber noch nicht extrem überkaufte Situation. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Anstieg von knapp 24 % zu Buche, seit Jahresanfang ein Plus von gut 18 %. Die annualisierte 30‑Tage-Volatilität von über 90 % unterstreicht zugleich, dass der Weg nach oben von kräftigen Schwankungen begleitet ist.
Fazit: Klarheit in der Führung, konsequente Integration
Die Kombination aus klar kommuniziertem CEO-Fahrplan, hartem Kurs bei den Integrationskosten und vorsichtiger Positionierung im Tech-Sektor zeigt ein Management, das den Fokus auf Stabilität und Profitabilität legt. Der geplante Stellenabbau und die interne Nachfolgelösung verankern die Credit-Suisse-Integration als zentrales Projekt bis mindestens 2027.
Kurzfristig können regulatorische Entwicklungen in China und die hohe Volatilität den Kursverlauf beeinflussen. Solange die Integration planmäßig verläuft und die Kostendisziplin hält, bleibt jedoch die aktuell hohe Bewertung vor allem durch die erwarteten Synergieeffekte und den bereits vollzogenen Umbau unterlegt.
UBS-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue UBS-Analyse vom 15. Januar liefert die Antwort:
Die neusten UBS-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für UBS-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
UBS: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








