Tausende gestrandete Passagiere, zwei blockierte Schiffe und eine geopolitische Lage, die sich stündlich ändert: Die Eskalation im Nahen Osten trifft TUI an einer empfindlichen Stelle. Während der Konzern unter Hochdruck Rückholaktionen organisiert, fragen sich Anleger, ob der jüngste Kursrutsch eine übertriebene Panikreaktion oder der Vorbote einer tiefgreifenden Belastung für das wichtige Sommergeschäft ist.

Tausende Passagiere sitzen fest

Die Sicherheitslage am Persischen Golf hat sich seit Ende Februar massiv zugespitzt. Die direkte Folge für den Hannoveraner Reisekonzern: Die Kreuzfahrtschiffe „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“ liegen in den Häfen von Abu Dhabi und Doha fest. Rund 5.000 Passagiere und 2.000 Besatzungsmitglieder sind betroffen, da der reguläre Kreuzfahrtbetrieb durch Sperrungen von Lufträumen und der Straße von Hormus faktisch zum Erliegen gekommen ist.

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TUI hat reagiert und erste Rückholaktionen eingeleitet. Bereits am Dienstag landete eine Emirates-Maschine mit deutschen Reisenden in Frankfurt. Der Konzern steht im engen Austausch mit Partner-Airlines, um die Gäste sicher nach Hause zu bringen. Allein für die „Mein Schiff 4“ wurden alle Reisen bis zum 16. März 2026 abgesagt.

Die Rechnung für die Krise

Für Anleger steht nun die Frage im Raum, wie teuer dieser Ausfall wird. Analysten von mwb research haben erste Szenarien berechnet. Sollten sich die Störungen auf den März beschränken, hält sich der finanzielle Schaden in Grenzen: Der Umsatz dürfte um rund 50 Millionen Euro sinken, das EBIT um etwa 25 Millionen Euro belastet werden.

Ein deutlich teureres „Worst-Case-Szenario“ droht jedoch, wenn der Sueskanal als Transitroute ausfällt. Müssten die Schiffe für ihre Rückkehr nach Europa den weiten Umweg über das Kap der Guten Hoffnung nehmen, würde diese 25-tägige Reise zusätzliche Kosten von rund 22 Millionen Euro verursachen.

Insinder greifen bei Kursrutsch zu

An der Börse haben die Nachrichten deutliche Spuren hinterlassen. Die TUI-Aktie notiert aktuell bei 7,44 Euro und verlor auf Wochensicht rund 8 Prozent an Wert. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt hat sich mittlerweile auf minus 14 Prozent ausgeweitet, was den kurzfristigen Abwärtsdruck unterstreicht.

Interessant ist jedoch die Reaktion aus der Chefetage: Während der Markt nervös verkauft, nutzen CEO Sebastian Ebel und Finanzvorstand Mathias Kiep die niedrigen Kurse für private Aktienkäufe. Dies kann als Vertrauenssignal gewertet werden, dass das Management die aktuelle Marktreaktion für überzogen hält. Operativ lief es vor der Krise glänzend: Die Kreuzfahrtsparte verzeichnete zuletzt eine Auslastung von 99 Prozent bei steigenden Tagesraten.

Gefahr für den Sommer?

Das größte Risiko für die Aktie liegt weniger in den aktuellen Stornierungen, sondern in der Psychologie der Kunden für den kommenden Sommer. Die Türkei und Ägypten machen zusammen etwa ein Viertel der Sommerbuchungen aus. Selbst wenn sich die Kampfhandlungen nicht auf diese Länder ausweiten, könnte die bloße Wahrnehmung regionaler Instabilität die Buchungslust der Urlauber dämpfen.

Ob die Jahresziele – ein Umsatzplus von 2 bis 4 Prozent und eine EBIT-Steigerung von bis zu 10 Prozent – haltbar sind, wird sich erst in den kommenden Wochen entscheiden. Entscheidend bleibt, wie schnell sich die geopolitische Lage stabilisiert und ob die wichtige Buchungssaison für den Sommer unbeschadet bleibt. Klarheit dürfte spätestens der Halbjahresbericht am 13. Mai 2026 bringen.

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