Minus 23 Prozent seit Jahresbeginn — und trotzdem kauft der eigene CEO nach. TUI-Chef Sebastian Ebel hat bereits zweimal in nennenswertem Umfang Aktien des Reisekonzerns erworben. Ein ungewöhnliches Signal, das die wachsende Lücke zwischen Kursentwicklung und operativer Realität auf den Punkt bringt.

Drei Belastungsfaktoren, eine Gegenbewegung

Für den Kursrückgang lassen sich drei konkrete Ursachen benennen: Stornierungen und Nachfrageeinbußen in den vom Nahost-Konflikt betroffenen Regionen, gestiegene Treibstoffkosten sowie erhöhte Shortselleraktivität. Ebel hält dagegen — auch mit Argumenten. Rund 85 Prozent der Kerosinkosten für den Sommer seien bereits abgesichert, größtenteils auch bis in den nächsten Winter hinein. Den operativen Schaden durch die Geopolitik schätzt er als begrenzt ein.

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Analysten teilen diese Einschätzung bislang weitgehend. JPMorgan, Barclays und Deutsche Bank sehen den fairen Wert im März zwischen 11,00 und 13,50 Euro — der aktuelle Kurs von 6,85 Euro liegt damit weit unterhalb dieser Bandbreite. Den geschätzten Umsatzverlust durch den Nahost-Konflikt beziffern Analysten auf rund 50 Millionen Euro, der Ergebniseffekt soll unter 25 Millionen Euro bleiben.

Rekordquartal trifft auf schwachen Chart

Das Zahlenwerk des jüngsten Quartals passt kaum zum Kursbild. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres legte das bereinigte EBIT um 51,5 Prozent auf 77,1 Millionen Euro zu — das stärkste Winterquartal der Unternehmensgeschichte. Gleichzeitig sank die Nettoverschuldung auf 1,3 Milliarden Euro, ein Rückgang von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Verschuldungsquote fiel von 0,8x auf 0,6x des bereinigten EBIT.

Rückendeckung kommt auch aus dem Kreuzfahrtsegment: Der italienische Schiffbauer Fincantieri bestätigte am 25. März in seinen Jahreszahlen zwei neue Schiffe für TUI Cruises — das Joint Venture mit Royal Caribbean. Die Ablieferung ist für 2031 und 2032 geplant, näher liegt die Indienststellung der „Mein Schiff Flow" im Sommer 2026. Die Schiffe fahren mit Dual-Fuel-Antrieb (LNG und MGO), was die langfristige Investitionsbereitschaft des Konzerns unterstreicht.

Halbjahresergebnisse als Gradmesser

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet TUI ein EBIT-Wachstum von 7 bis 10 Prozent bei einem Umsatzplus von 2 bis 4 Prozent. Am 13. Mai legt der Konzern seine Halbjahresergebnisse vor. Der Markt wird dabei vor allem auf Sommerbuchungen, Airline-Kosten und Hotelauslastung schauen — und darauf, ob die operative Stärke den Abstand zum aktuellen Kursniveau rechtfertigt oder weiter erklärt.

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