ThyssenKrupp Marine Systems kämpft gleichzeitig um Großaufträge in Kanada und Indien, sichert heimische Fregattenprojekte ab und baut die eigene Werftkapazität aus. Selten war das Orderbuch eines deutschen Rüstungsunternehmens so voll — und der Kurs so weit vom Jahreshoch entfernt.

Kanada und Indien: Zweistellige Milliardenbeträge in Reichweite

Das Rennen um den kanadischen U-Boot-Auftrag ist das größte Einzelprojekt in der Unternehmensgeschichte. Gemeinsam mit Norwegen hat TKMS ein Angebot für bis zu zwölf U-Boote der 212CD-Klasse eingereicht — Volumen: bis zu 37 Milliarden Euro. Die Entscheidung Kanadas wird zwischen Mai und Juni 2026 erwartet. Um den südkoreanischen Konkurrenten Hanwha Ocean auf Distanz zu halten, schloss TKMS Partnerschaften mit den kanadischen Unternehmen CAE und Magellan Aerospace, die lokale Ausbildung, Wartung und Torpedoproduktion abdecken sollen. Berlin unterstützt das Angebot aktiv.

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Parallel befindet sich TKMS in der Finalphase des indischen Projekts P-75I: sechs dieselelektrische U-Boote auf Basis des Typs 214, Auftragswert zwischen 8 und 9 Milliarden US-Dollar. Noch fehlen die Freigaben des indischen Finanzministeriums und des Cabinet Committee on Security. Die Unterzeichnung verschiebt sich voraussichtlich auf Anfang des indischen Fiskaljahres. Im März unterzeichnete TKMS ergänzend ein Teaming Agreement mit VEM Technologies für die lokale Torpedoproduktion.

Heimischer Rückenwind und solide Quartalszahlen

Auf dem deutschen Markt berät der Haushaltsausschuss des Bundestags diese Woche über die Planungssicherheit für die MEKO A-200 Fregatten. Ziel ist die Auslieferung eines ersten Schiffs bis Dezember 2029. Bereits bewilligt: 50 Millionen Euro für einen Vorvertrag zur Sicherung von Fertigungskapazitäten. Scheitert das parallele F126-Programm, greift eine Rückfalloption für bis zu acht MEKO-Schiffe im Wert von rund 7,8 Milliarden Euro.

Operativ liefert TKMS unterdessen solide Zahlen: 545 Millionen Euro Umsatz im ersten Quartal, eine verbesserte Bruttomarge von 17 Prozent und ein positiver freier Cashflow von 33 Millionen Euro. Das Management hob die Jahresprognose auf zwei bis fünf Prozent Umsatzwachstum an. Der Auftragsbestand liegt bei über 20 Milliarden Euro — ein Rekordwert. Zur Kapazitätserweiterung investiert TKMS mehr als 200 Millionen Euro in die Wismar-Werft; allein zu Jahresbeginn starteten dort über 140 neue Mitarbeiter.

Trotz dieser Substanz notiert die Aktie rund 13 Prozent unter ihrem Jahreshoch von 100,60 Euro und liegt mit einem RSI von 32,4 in überverkauftem Terrain. Ob Kanada und Indien die nächste Neubewertung auslösen, entscheidet sich spätestens im Sommer — die Weichen dafür stellt TKMS gerade.

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