TKMS steht vor einem möglichen Meilenstein im U-Boot-Geschäft: Das kanadische „Canadian Patrol Submarine Project“ (CPSP) geht in die entscheidende Phase, und der MDAX-Neuling hat sich strategisch in Stellung gebracht. Im Kern geht es um die Frage, ob sich TKMS mit seiner U-Boot-Klasse 212CD E gegen den südkoreanischen Rivalen Hanwha Ocean durchsetzen kann – ein Auftrag, der die Bewertung des Unternehmens spürbar verschieben dürfte.

Kanada-Projekt als entscheidender Test

Die kanadische Regierung hat im November feste Angebotsinstruktionen für das CPSP erteilt, nun läuft der Countdown bis zur finalen Gebotsabgabe im März 2026. Für TKMS ist dieses Bieterverfahren mehr als nur ein weiterer Exportdeal: Der Wettbewerb gilt intern und am Markt als Lackmustest für die internationale Schlagkraft des neu börsennotierten Unternehmens.

Im Zentrum der aktuellen Story steht die im Dezember vereinbarte strategische Kooperation mit dem kanadischen Fertigungsspezialisten Marmen. Diese Partnerschaft zielt klar darauf ab, die strengen Vorgaben zu lokalen Wertschöpfungsanteilen („Industrial Benefits“) in Kanada zu erfüllen. Marktbeobachter sehen darin einen wichtigen Pluspunkt im Vergleich zu Hanwha Ocean, da Ottawa großen Wert auf heimische Fertigungskapazitäten legt.

Der mögliche Umfang des Auftrags ist erheblich: Es geht um bis zu zwölf U-Boote der Klasse 212CD E. Ein Zuschlag, der für Mitte 2026 erwartet wird, hätte damit das Potenzial, den Auftragsbestand von TKMS weiter deutlich auszubauen und die Exportstory langfristig zu unterfüttern.

Starke Zahlen und MDAX-Aufstieg

Die operative Basis für diese Wachstumsfantasie ist solide. Im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg das bereinigte EBIT von TKMS um mehr als 50 Prozent auf 131 Millionen Euro. Die EBIT-Marge kletterte auf 6 Prozent. Gleichzeitig erreichte der Auftragsbestand ein Rekordniveau von 18,2 Milliarden Euro – ein klarer Hinweis darauf, dass die Abnabelung von der früheren Mutter ThyssenKrupp AG operativ funktioniert.

Wichtige Kennzahlen im Überblick:

  • Bereinigtes EBIT: +50 % auf 131 Mio. Euro
  • EBIT-Marge: 6 %
  • Auftragsbestand: 18,2 Mrd. Euro (Rekordniveau)
  • Free Cash Flow: 784 Mio. Euro im letzten Geschäftsjahr

Seit dem Börsengang am 20. Oktober 2025 positioniert sich TKMS als fokussierter Anbieter maritimer Verteidigungslösungen – ein „Pure Play“ im Gegensatz zu breiter aufgestellten Rüstungskonzernen. Die schnelle Aufnahme in den MDAX am 22. Dezember 2025 hat die Sichtbarkeit bei institutionellen Investoren erhöht und zusätzliche Liquidität in die Aktie gebracht.

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Zudem verschiebt sich die Bewertungsbasis: Statt Übernahmefantasien rückt zunehmend der hohe und wachsende Free Cash Flow in den Vordergrund. Das passt zur Wahrnehmung eines Unternehmens, das seine Eigenständigkeit nun auch finanziell untermauert.

Charttechnik und Kennzahlen: Ruhe vor der Entscheidung

Charttechnisch hat der Titel zuletzt die Unterstützungszone um 66 Euro verteidigt. Der aktuelle Kurs von 68,25 Euro liegt nahezu auf dem 50-Tage-Durchschnitt von 68,16 Euro, was auf eine kurze Verschnaufpause nach den jüngsten Bewegungen hindeutet. Mit einem RSI von 32,4 nähert sich die Aktie dem überverkauften Bereich an, ohne ihn bereits klar zu erreichen.

Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 91,10 Euro beträgt aktuell gut 25 Prozent. Vom 52-Wochen-Tief bei 57,45 Euro hat sich der Kurs hingegen um rund 19 Prozent nach oben gelöst. Über die vergangenen 30 Tage steht ein Plus von 5,24 Prozent zu Buche, während die Tagesbewegung heute mit -0,51 Prozent moderat ausfällt. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von gut 46 Prozent signalisiert jedoch, dass der Titel auch künftig anfällig für kräftigere Ausschläge bleibt.

Analysten interpretieren die jüngste Stabilisierung als Ausdruck einer positiven Erwartungshaltung im Hinblick auf die Industriepartnerschaften rund um das Kanada-Geschäft. Sollte es im CPSP-Bieterverfahren zu Verzögerungen kommen, wäre ein erneuter Test des Bereichs um 60 Euro aus charttechnischer Sicht nicht überraschend. Auf der Oberseite gilt die Zone um 70 Euro als kurzfristiger Trigger: Gelingt ein nachhaltiger Ausbruch darüber, wäre der Weg in Richtung Allzeithoch wieder frei.

Fazit: Fokus auf Kanada und Märkte

In den kommenden Wochen bleibt die Aktie stark nachrichtengetrieben. Im Mittelpunkt steht die Ausarbeitung und Finalisierung des Kanada-Angebots bis März 2026. Operativ bringt TKMS mit einem hohen Auftragsbestand, steigender Marge und starkem Free Cash Flow ein solides Fundament mit, um vom anhaltenden Rüstungsboom im maritimen Bereich zu profitieren. Entscheidend für die nächste größere Kursbewegung dürfte sein, ob das Unternehmen im CPSP-Prozess planmäßig vorankommt und sich damit die Chancen auf den Zuschlag zur Jahresmitte 2026 eher verbessern oder eintrüben.

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