Tilray gerät nach einer deutlichen Neubewertung durch Roth Capital spürbar unter Druck. Ein drastisch gekapptes Kursziel trifft auf bereits schwache Profitabilitätskennzahlen und verstärkt die Skepsis im Markt. Entscheidend ist nun vor allem, wie nachhaltig die Enttäuschung über die jüngsten Quartalszahlen wirkt.

Roth Capital senkt Kursziel deutlich

Roth Capital hat das Kursziel für die Tilray Aktie von 20,00 auf 10,00 US-Dollar halbiert und bleibt dabei zwar offiziell bei einer „Neutral“-Einstufung. Die 50-prozentige Zielsenkung wirkt jedoch wie ein klares Warnsignal und dominiert aktuell die Wahrnehmung der Aktie.

Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Am 20. Januar verlor der Titel rund 7,4 % und schloss bei 8,75 US-Dollar, im Tagestief ging es bis 8,67 US-Dollar hinab. Damit bewegte sich die Aktie in unmittelbarer Nähe einer jüngsten Unterstützungszone. Der Kursrückgang spiegelt wachsende Zweifel wider, dass Tilray kurzfristig höhere Bewertungen rechtfertigen kann.

Analystenstimmen: Vorsicht dominiert

Trotz der deutlichen Kurszielsenkung fällt das Gesamtbild der Analysten nicht eindeutig negativ aus. Auf Basis von Einschätzungen von neun Experten ergibt sich aktuell folgendes Bild:

  • 3 Kaufempfehlungen
  • 6 Halteempfehlungen
  • 0 Verkaufsempfehlungen

Die Mehrheit sieht damit keinen akuten Verkaufszwang, signalisiert aber Zurückhaltung. Im Vordergrund steht derzeit die Tendenz zu nach unten angepassten Kurszielen, wie im Fall von Roth Capital, die den kurzfristigen Trend der Aktie maßgeblich beeinflusst.

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Zahlen zeigen Profitabilitätsprobleme

Auslöser für die jüngste Neubewertung sind die Zahlen zum zweiten Quartal 2026. Auf den ersten Blick wirken die Umsätze solide, doch bei Erträgen und Margen enttäuscht Tilray deutlich.

Wesentliche Kennzahlen:

  • Ergebnis je Aktie (EPS): -0,41 US-Dollar, deutlich schwächer als die erwarteten -0,14 US-Dollar
  • Umsatz: 218 Millionen US-Dollar, ein Plus von 3 % im Jahresvergleich
  • Bruttomarge: 26,4 %, nach 29 % im Vorjahr
  • Nettoergebnis: Quartalsverlust von 43,5 Millionen US-Dollar

Damit wächst der Abstand zwischen moderatem Umsatzwachstum und anhaltender Verlustsituation. Die sinkende Bruttomarge deutet zudem auf steigenden Kostendruck oder Preisschwäche hin. Für institutionelle Investoren rückt damit weniger das Wachstum, sondern die fehlende Profitabilität in den Vordergrund.

Schwacher Trend und Bewertung

Charttechnisch befindet sich die Aktie in einem klaren Abwärtstrend. In den vergangenen 30 Tagen büßte der Titel 21,6 % an Wert ein, auf Jahressicht liegt das Minus bei 25,2 %. Der Druck auf die Notierung ist damit nicht nur ein kurzfristiges Phänomen.

Auf der Bewertungsseite ergibt sich ein gemischtes Bild:
Der Kurs-Umsatz-Faktor (Price-to-Sales) von 1,22 liegt unter dem Branchendurchschnitt. Gleichzeitig macht das negative Kurs-Gewinn-Verhältnis (Price-to-Earnings) deutlich, dass Tilray weiterhin keine Gewinne erwirtschaftet. Das begrenzt aktuell den Spielraum für eine Neubewertung nach oben, selbst wenn die Aktie im Umsatzvergleich eher niedrig bewertet wirkt.

Ausblick: Fokus auf Profitabilität und Support

Der Markt reagiert derzeit vor allem auf das verfehlte Ergebnis und die schwächeren Margen, weniger auf mögliche langfristige Wachstumsszenarien. Solange der Mittelabfluss anhält und die Profitabilität nicht sichtbar verbessert wird, bleiben Kursziele wie das von Roth Capital ein wichtiger Referenzpunkt.

Kurzfristig steht die Marke um 8,67 US-Dollar im Fokus, an der die Aktie zuletzt nach unten getestet wurde. Hält diese Zone, könnte sich die Abwärtsdynamik vorerst abschwächen; ein Bruch würde den etablierten Abwärtstrend bestätigen und weiteren Druck auf die Bewertung ausüben.

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