Thyssenkrupp Aktie: Der 12-Milliarden-Poker
Es geht um bis zu zwölf Milliarden US-Dollar und die technologische Vorherrschaft unter Wasser. Die Thyssenkrupp-Tochter TKMS kämpft derzeit verbissen um einen Mega-Auftrag der kanadischen Marine. Um den einzigen verbliebenen Rivalen aus Südkorea auszustechen, setzen die Essener nun auf ein ungewöhnliches strategisches Lockmittel, das weit über den reinen Schiffbau hinausgeht.
Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:
- Auftragsvolumen: Bis zu 12 Milliarden US-Dollar für 12 U-Boote.
- Strategie: Umfangreiches Investitionspaket in kanadische Wirtschaftszweige.
- Kursentwicklung: +157,15 % auf Sicht von zwölf Monaten.
- Belastungsfaktor: Hohe Verluste und Stellenabbau in der Stahlsparte.
Ungewöhnliche Allianz gegen Hanwha Ocean
Im Wettrennen gegen den südkoreanischen Wettbewerber Hanwha Ocean zieht TKMS alle Register. CEO Oliver Burkhard verhandelt aktuell mit norwegischen und deutschen Partnern über ein milliardenschweres Investitionspaket für Kanada. Diese sogenannten „Offset Obligations“ sind verbindliche Zusagen über eine Laufzeit von 30 Jahren und sollen der kanadischen Wirtschaft langfristige Vorteile sichern.
Das Angebot umfasst dabei Sektoren, die mit U-Booten auf den ersten Blick wenig zu tun haben: Investitionen in den Abbau Seltener Erden, Projekte im Bereich Künstliche Intelligenz sowie den Aufbau einer Batterieproduktion für die Automobilindustrie. Thyssenkrupp versucht hier, durch wirtschaftspolitische Mehrwerte zu punkten, wo reine Rüstungstechnik allein vielleicht nicht ausschlaggebend wäre.
Geopolitik als Rückenwind
Die Marktposition von TKMS könnte durch die aktuelle geopolitische Lage begünstigt werden. Nach Spannungen zwischen den USA und Dänemark in der Grönland-Krise tendiert Kanada offenbar zu einer engeren Anbindung an europäische Partner. Als weltgrößter Hersteller nicht-nuklearer U-Boote stellt TKMS bereits rund 70 Prozent der konventionellen NATO-Flotte. Angeboten wird die 212CD-Klasse, die auch von Norwegen genutzt wird – ein Faktor, der Interoperabilität innerhalb des Bündnisses garantiert.
An der Börse wird diese Fantasie bereits gespielt. Die Aktie notiert derzeit bei 10,52 Euro und hält sich damit deutlich über den Tiefstständen des Vorjahres. Der Anstieg von über 150 Prozent in den letzten zwölf Monaten spiegelt die Hoffnung wider, dass der Konzern durch die Rüstungssparte und die MDAX-Aufnahme von TKMS im vergangenen Dezember eine Neubewertung erfährt.
Der Stahl-Ballast bleibt
Während die Rüstungssparte glänzt, kämpft das Kerngeschäft Stahl ums Überleben. Für das Geschäftsjahr 2025/2026 rechnet der Konzern mit einem Nettoverlust von bis zu 800 Millionen Euro. Ursächlich sind massive Restrukturierungsrückstellungen bei Steel Europe. Rund 11.000 Stellen – fast 40 Prozent der Belegschaft – fallen dem Sparstift zum Opfer.
Das Management sucht händeringend nach einer Lösung für die Problemsparte. Nach dem Scheitern der Gespräche mit der EP Group liegt nun ein unverbindliches Angebot des indischen Konkurrenten Jindal Steel International auf dem Tisch. Ob ein Verkauf gelingt, ist für die langfristige Profitabilität der Gesamtgruppe entscheidend.
Am 30. Januar 2026 werden diese gegensätzlichen Entwicklungen auf der Hauptversammlung aufeinanderprallen. Während die Rüstungssparte als Wachstumsmotor fungiert, muss das Management für die tiefroten Zahlen der Stahlsparte und die geplante Dividende von 0,15 Euro im Kontext der Restrukturierungskosten Rede und Antwort stehen.
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