Tesla Aktie: Wachstumspause
Tesla hat offiziell den Titel als größter E-Auto-Hersteller der Welt verloren und liefert das zweite Jahr in Folge rückläufige Verkaufszahlen. Für ein Unternehmen, das jahrelang als Synonym für Wachstum galt, ist das ein klarer Einschnitt. Gleichzeitig eilt der Börsenwert weiter davon, getragen von Hoffnungen auf Robotaxis, KI und Energiespeicher. Wie passt das zusammen?
Absatz schwächelt, Erwartungen verfehlt
Die am 2. Januar veröffentlichten Auslieferungszahlen für das vierte Quartal 2025 zeigen deutlichen Druck im Kerngeschäft.
- Q4 2025-Auslieferungen: 418.227 Fahrzeuge (–15,6 % im Jahresvergleich)
- Gesamtjahr 2025: 1,64 Mio. Fahrzeuge (–9 % gegenüber 2024)
- Q4-Produktion: 434.358 Fahrzeuge
- Analystenerwartungen: rund 440.000 Auslieferungen wurden verfehlt
Den Großteil machen weiterhin Model 3 und Model Y aus: 406.585 Auslieferungen in Q4, andere Modelle tragen nur 11.642 Einheiten bei. Das ist der stärkste Quartalsrückgang seit Beginn der Expansion – ein deutliches Signal, dass die frühere Wachstumskurve im Automobilbereich vorerst gebrochen ist.
BYD übernimmt die Spitze
Parallel dazu verschiebt sich das Kräfteverhältnis im globalen E-Auto-Markt. Chinas BYD hat Tesla 2025 klar überholt:
- BYD-Auslieferungen reine E-Autos 2025: 2,26 Mio.
- Tesla-Auslieferungen 2025: 1,64 Mio.
Damit steht erstmals ein chinesischer Hersteller an der Spitze des weltweiten EV-Marktes – ein symbolischer Einschnitt für Tesla.
Besonders bemerkenswert ist BYDs internationales Geschäft: Die Verkäufe außerhalb Chinas stiegen 2025 auf 1 Mio. Fahrzeuge, ein Plus von 150 % gegenüber 2024. Für 2026 peilt BYD bis zu 1,6 Mio. Verkäufe im Ausland an. Der internationale Wettbewerb, vor allem im preisgetriebenen Segment, wird damit spürbar schärfer.
Auslaufende US-Steuergutschrift belastet Nachfrage
Ein wichtiger Belastungsfaktor kam aus den USA. Die bundesweite EV-Steuergutschrift von 7.500 US-Dollar lief Ende September 2025 aus – mit klaren Folgen für den Absatzverlauf:
- Im dritten Quartal 2025 zogen viele Käufe vor, um die Förderung noch mitzunehmen.
- Im vierten Quartal folgte der erwartbare Rücksetzer.
Der Gesamtmarkt für Elektrofahrzeuge in den USA schwächte sich deutlich ab: Der EV-Anteil am Einzelhandels-Markt fiel auf 6,2 % der Pkw-Verkäufe, ein Rückgang um 3,6 Prozentpunkte im Jahresvergleich. Gleichzeitig stieg der durchschnittliche Transaktionspreis für E-Autos um fast 6.000 US-Dollar auf 53.300 US-Dollar. Höhere Preise und wegfallende Förderung sind eine Kombination, die die Nachfrage bremst – das spürt auch Tesla.
Europa bleibt schwierig
Auch in Europa ist die Lage angespannt. Die Tesla-Neuzulassungen gingen im Dezember 2025 in weiten Teilen des Kontinents zurück, einzig Norwegen bildet eine Ausnahme. Der Wettbewerb durch Volkswagen, BMW und insbesondere BYD nagt an Teslas Marktanteilen.
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Als Reaktion brachte das Unternehmen im Oktober 2025 abgespeckte „Standard“-Versionen von Model Y und Model 3 auf den Markt, jeweils rund 5.000 US-Dollar unter den bisherigen Basismodellen:
- Model Y Standard: knapp unter 40.000 US-Dollar
- Model 3 Standard: unter 37.000 US-Dollar
Mit diesen Preispunkten versucht Tesla, die Stückzahlen zu stützen und im Duell mit chinesischen Anbietern in Europa und Asien konkurrenzfähig zu bleiben. Der Schritt zeigt, dass der Preisdruck im Segment deutlich zugenommen hat.
Energiespeicher als Lichtblick
Während das Autogeschäft schwächelt, liefert die Energiesparte Rekorde. Die eingesetzten Speicherkapazitäten erreichten im vierten Quartal 2025:
- Q4 2025: 14,2 GWh (neuer Rekord, nach 12,5 GWh in Q3)
- Gesamtjahr 2025: 46,7 GWh (deutlich über 31,4 GWh im Jahr 2024)
Damit wächst der Energiespeicherbereich deutlich schneller als die Fahrzeugauslieferungen und gewinnt an strategischer Bedeutung. Höhere Volumina und potenziell stärkere Margen machen diesen Geschäftsbereich aus Sicht vieler Investoren zunehmend interessanter.
Bewertung lebt von Zukunftsfantasie
An der Börse spiegelt sich die operative Schwäche bislang nur begrenzt wider. Am Freitag schloss die Tesla-Aktie bei 439,29 US-Dollar – nach einem Rückgang von 2,32 % am Tag, aber immer noch mit einem Plus von 14,6 % auf Sicht von 30 Tagen. Auf Jahressicht liegt der Titel rund 18,8 % höher und nur gut 9 % unter dem 52-Wochen-Hoch.
Damit liegt die Aktie fundamental weiter auf einem hohen Niveau. Der Markt scheint weniger auf aktuelle Absatzprobleme zu schauen, sondern auf mögliche Katalysatoren in den kommenden Jahren:
- Start eines Robotaxi-Netzwerks, erwartet für Mitte bis Ende 2026
- Kommerzialisierung des humanoiden Roboters „Optimus“, anvisiert für Ende 2026
- Weiteres Wachstum und Margenpotenzial im Energiespeichergeschäft
Der Analyst Dan Ives von Wedbush Securities beziffert allein das KI- und Autonomie-Potenzial für Tesla auf mindestens 1 Billion US-Dollar. Solche Schätzungen stützen die hohe Bewertung – trotz rückläufiger Fahrzeugzahlen.
Ausblick: Quartalszahlen werden zum Stimmungstest
Die offiziellen Finanzzahlen für Q4 2025 will Tesla am 28. Januar 2026 vorlegen. Entscheidend wird sein, wie das Management die weiteren Pläne für Robotaxis, Optimus und Energiespeicher konkretisiert und welche Umsatz- und Margenpfade es dafür skizziert. Vor allem die Diskrepanz zwischen abkühlendem Automobilgeschäft und sehr hoch bewerteten Zukunftsprojekten dürfte dann im Fokus stehen und kurzfristig die Richtung der Aktie bestimmen.
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