Tesla startete mit einem bemerkenswerten Manöver in die letzte Woche des Jahres 2025. Statt positiver Produktnachrichten veröffentlichte der Elektroautobauer auf seiner Investor-Relations-Website eine Zusammenstellung von Analystenschätzungen – ein Vorgang, den Marktbeobachter als äußerst rar einstufen. Dieser Schritt bereitet Anleger offenbar gezielt auf eine nüchterne Realität vor: Die Auslieferungszahlen für das vierte Quartal dürften deutlich unter den Vorjahreswerten liegen.

Strategisches Erwartungsmanagement

Am Montag veröffentlichte Tesla erstmals proaktiv einen sogenannten "Unternehmens-Konsens" für die Auslieferungen im vierten Quartal. Dieser liegt bei rund 422.850 Fahrzeugen. Das entspricht nicht nur einem Rückgang von knapp 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, sondern liegt auch spürbar unter der breiteren Markterwartung, die Bloomberg zuvor auf etwa 441.000 Einheiten beziffert hatte.

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Marktbeobachter werten dies als Versuch, den Markt vor der offiziellen Bekanntgabe der Zahlen zu "impfen", um größere Enttäuschungen zu vermeiden. Gary Black, Managing Partner beim Future Fund, bezeichnete das Vorgehen als "höchst ungewöhnlich". Die implizierte Jahresgesamtzahl von 1,64 Millionen Fahrzeugen würde den zweiten jährlichen Absatzrückgang in Folge bedeuten und weit hinter den ursprünglichen Expansionszielen von CEO Elon Musk zurückbleiben.

Gegenwind von mehreren Seiten

Die Gründe für die schwächelnde Nachfrage sind vielfältig und strukturell bedingt. Zum einen lief die staatliche US-Steuergutschrift von 7.500 Dollar Ende September 2025 aus, was die Käufergunst im Heimatmarkt spürbar bremste. Berichten zufolge fielen die US-Verkäufe im November auf den tiefsten Stand seit 2022.

Noch drastischer stellt sich die Lage in Europa dar. Hier brachen die Verkäufe im Jahresverlauf um fast 30 Prozent ein, was unter anderem auf die Polarisierung durch Musks politische Aktivitäten zurückgeführt wird. Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb global: Chinesische Hersteller wie BYD und Xiaomi setzen Tesla mit aggressiver Preispolitik und neuen Modellen unter Druck.

Die Aktie reagierte verhalten auf die Nachricht und gab zur Wochenmitte um rund 1 Prozent nach. Mit einem aktuellen Kurs von 449,72 USD notiert das Papier zwar unter dem 52-Wochen-Hoch von gut 485 USD, hält sich aber technisch stabil über der 50-Tage-Linie.

Fokusverschiebung auf KI und Robotaxis

Während das Kerngeschäft mit dem Autoverkauf stockt, richten Analysten den Blick zunehmend auf die Zukunftswetten des Konzerns. Die Meinungen an der Wall Street gehen hierbei weit auseinander:

  • Die Optimisten: Baird bestätigt das "Buy"-Rating mit einem Kursziel von 548 USD und verweist auf Robotaxis und die Energiesparte als langfristige Treiber. Auch Wedbush sieht 2026 als potenzielles "Monster-Jahr", sofern Tesla seine KI-Versprechen einlösen kann.
  • Die Skeptiker: Der breite Konsens tendiert eher zu "Halten". Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 414,50 USD unter dem aktuellen Kursniveau, was auf ein begrenztes Aufwärtspotenzial hindeutet.

Neben den reinen Zahlen sorgten weitere Nachrichten für Bewegung: Michael Burry ("The Big Short") stellte klar, nicht gegen Tesla zu wetten, was den Druck der Leerverkäufer etwas minderte. Zudem bekräftigte Elon Musk, dem Unternehmen mindestens fünf weitere Jahre als CEO vorzustehen.

Die nächsten Tage werden entscheidend für die kurzfristige Kursrichtung. Die tatsächlichen Auslieferungszahlen werden bereits für Freitag, den 2. Januar 2026 erwartet. Sollten diese die nun gesenkten Erwartungen treffen, richtet sich der Fokus auf den 4. Februar: Dann muss Tesla im Quartalsbericht beweisen, ob trotz sinkender Absatzzahlen die Profitabilität gehalten werden kann.

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