Tesla stellt seine Weichen neu – und zwar radikaler als viele es erwartet haben. Nach den Q4-Zahlen setzt das Management den Rotstift bei zwei Aushängeschildern an und lenkt Kapital und Kapazitäten auf Robotik und KI. Das ist mehr als Produktpflege: Es ist ein Kurswechsel, der kurzfristig Geld kostet und langfristig neue Wachstumspfade öffnen soll.

Fremont wird zur Robotik-Fabrik

Auf der Telefonkonferenz am 29. Januar bestätigte Tesla, dass die Produktion von Model S und Model X im zweiten Quartal 2026 ausläuft. Die Fertigungskapazitäten im Werk Fremont, bislang für die Premium-Modelle genutzt, sollen dafür auf den humanoiden Roboter „Optimus“ umgerüstet werden.

Das Ziel ist ambitioniert: In Fremont peilt das Unternehmen eine Jahreskapazität von bis zu einer Million Robotern an. Gleichzeitig soll auch der „Cybercab“-Robotaxi vorankommen, dessen Produktionsstart Tesla für April 2026 in Aussicht stellt.

Um diese Wende zu finanzieren, will Tesla die Investitionen deutlich hochfahren. Für 2026 stellt der Konzern mehr als 20 Milliarden US-Dollar an Capex in Aussicht – mehr als doppelt so viel wie 2025. Das Geld fließt laut Unternehmen in KI-Infrastruktur, neue Produktionslinien für Optimus und den Aufbau rund um das Robotaxi-Projekt.

Ein weiterer Einschnitt betrifft die Software: Full Self-Driving (FSD) wechselt ab dem 14. Februar 2026 in ein reines Abo-Modell für 99 US-Dollar pro Monat. Die bisherige Einmalzahlung fällt damit weg. Warum ist das wichtig? Ein Abo kann zwar planbarere Erlöse bringen, setzt aber auch voraus, dass Kunden dauerhaft mitziehen.

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Umsatzrückgang als Warnsignal

Operativ war 2025 für Tesla ein Wendepunkt: Erstmals sank der Jahresumsatz. Der Konzernumsatz fiel auf 94,8 Milliarden US-Dollar nach 97,7 Milliarden im Jahr 2024. Im vierten Quartal ging der Umsatz um 3% auf 24,9 Milliarden US-Dollar zurück.

Besonders spürbar war der Gegenwind im Kerngeschäft Auto: Der Automotive-Umsatz sank im Quartal um 11% auf 17,7 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig gab es Lichtblicke. Tesla meldete im Q4 einen Non-GAAP-Gewinn je Aktie von 0,50 US-Dollar und lag damit über Teilen der Markterwartungen. Außerdem stach das Energy-Segment heraus: Mit 3,84 Milliarden US-Dollar erreichte es einen Rekordumsatz, ein Plus von 25% gegenüber dem Vorjahr.

Die Botschaft dahinter: Das klassische Autogeschäft liefert derzeit weniger Rückenwind, während Energie und Software/Plattform-Themen an Bedeutung gewinnen sollen.

Analysten uneins über den Preis der Wende

Die Reaktionen der Wall Street fielen gemischt aus – und zeigen, worum der Streitpunkt geht: Der KI- und Robotik-Schwenk könnte neue Märkte öffnen, ist aber kapitalintensiv und erhöht den Druck, Ergebnisse zu liefern.

  • Goldman Sachs bleibt bei „Neutral“, senkte aber das Kursziel auf 405 US-Dollar und verwies auf die höhere Kapitalintensität der Transformation.
  • JPMorgan bestätigte „Underweight“ und kürzte das Kursziel auf 145 US-Dollar, begründet mit schwächeren Gewinn- und Umsatzkennzahlen.
  • Deutsche Bank blieb bei „Buy“ mit 500 US-Dollar Kursziel und wertet 2026 als Start einer neuen, KI-getriebenen Wachstumsphase.
  • Cowen & Co. stufte auf „Buy“ hoch und erhöhte das Kursziel auf 519 US-Dollar.
  • UBS hob das Kursziel auf 352 US-Dollar an, blieb aber bei „Sell“.

An der Börse spiegelt sich die Nervosität ebenfalls: Auf 30-Tage-Sicht liegt die Aktie klar im Minus, der Schlusskurs von gestern lag bei 392,90 €.

Zum nächsten Gradmesser werden die konkreten Umsetzungsschritte: das Auslaufen von Model S/X im Q2 2026, der geplante Cybercab-Produktionsstart im April 2026 und die FSD-Umstellung auf das Abo ab dem 14. Februar 2026. Genau dort wird sich entscheiden, ob Teslas Wette auf Robotik und KI schneller trägt als der Umbau kostet.

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