Tesla Aktie: Software statt Rabatte
Tesla dreht an mehreren Stellschrauben gleichzeitig. Am Wochenende strich der E-Auto-Pionier sein legendäres Model S und Model X aus dem US-Empfehlungsprogramm – ein klares Signal für das nahende Produktionsende. Doch die größere Story dahinter: Tesla setzt konsequent auf Software statt auf Preisnachlässe.
Referral-Programm: Die alten Flaggschiffe verschwinden
Wer künftig ein Model S oder Model X über einen Empfehlungslink kauft, erhält keinen Rabatt mehr. Die bisher üblichen 1.000 Dollar Nachlass entfallen komplett. Auch Bestandskunden, die ein weiteres Fahrzeug ordern, bekommen nur noch 500 Dollar Treuerabatt – früher war es deutlich mehr.
Die Maßnahme passt zur bereits angekündigten Strategie: Im zweiten Quartal 2026 läuft die Produktion beider Modelle aus. Die frei werdenden Kapazitäten sollen in die nächste Fahrzeuggeneration und in Robotik-Projekte fließen.
Cybertruck: Drei Monate FSD statt Cash
Noch deutlicher wird Teslas neue Marschrichtung beim Cybertruck. Käufer der Premium AWD- oder Cyberbeast-Varianten erhalten ab sofort keine 1.000 Dollar Preisnachlass mehr. Stattdessen gibt es drei Monate kostenlosen Zugang zur Full Self-Driving-Software (Supervised). Die Botschaft ist klar: Tesla will Kunden an sein Autonomie-System gewöhnen – und damit langfristig Abo-Einnahmen generieren.
Die Strategie zeigt erste Erfolge. Die Zahl der zahlenden FSD-Nutzer ist im Jahresvergleich um 38 Prozent gestiegen. Parallel baut Tesla seine Infrastruktur massiv aus: Geplant ist die bisher größte Ladestation mit über 400 V4-Säulen.
Analysten sehen KI-Wert
Bank of America hat Tesla jüngst mit einem Kursziel von 460 Dollar zum Kauf empfohlen. Die Begründung: Der Vorsprung bei Softwarestacks und Datensammlung sei entscheidend. Der geplante Robotaxi-Start wiege schwerer als kurzfristige Auslieferungsschwankungen.
An der Börse pendelte die Aktie zuletzt zwischen 394 und 406 Dollar. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 1,5 Billionen Dollar – eine Bewertung, die auf den erwarteten Wandel vom Hardware-Hersteller zum KI- und Service-Konzern setzt.
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