Tesla hat am 7. März erstmals seit über sechs Monaten die Preise für seinen Robotaxi-Service in Austin angepasst – und das nur Stunden vor einer kritischen Frist der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA. Während die Grundgebühr von 1 auf 3,25 Dollar steigt, schwebt über dem Unternehmen eine weitaus größere Frage: Kann Tesla bis zum 9. März die geforderten Unfalldaten liefern und damit sein Autonomie-Versprechen retten?

Preiserhöhung trifft Kurzstrecken

Die neue Tarifstruktur lässt den Preis pro Meile unverändert bei 1 Dollar, hebt aber die Startgebühr deutlich an. Besonders Kurzstrecken werden damit überproportional teurer – möglicherweise eine bewusste Steuerungsmaßnahme. Denn Tesla hat die Flotte in Austin nicht erweitert, Wartezeiten von 10 bis 15 Minuten sind inzwischen üblich.

Die Preisgestaltung hat seit dem Start im Juni 2025 bereits mehrere Sprünge gemacht: Zunächst eine flache Gebühr von 4,20 Dollar (typisch Musk), dann 6,90 Dollar, bevor im Juli dynamische Preise eingeführt wurden. Jetzt folgt die nächste Anpassung – während die Regulierungsbehörden genau hinschauen.

NHTSA setzt Deadline

Am 9. März endet die zweite Fristverlängerung, die Tesla von der NHTSA erhalten hat. Die Behörde fordert umfangreiche Unfalldaten – Videos, Ereignisdatenrekorder und CAN-Bus-Protokolle – im Rahmen ihrer Untersuchung zu Verkehrsverstößen von Fahrzeugen mit aktiviertem Full Self-Driving (FSD).

Die Untersuchung begann im Oktober 2025 mit 58 dokumentierten Vorfällen, darunter Missachtungen roter Ampeln und Fahrten auf der Gegenfahrbahn. Bis Dezember stieg die Zahl auf 80 Fälle. Tesla meldete im Januar, noch 8.313 Datensätze manuell prüfen zu müssen – bei einer Kapazität von etwa 300 pro Tag.

Seit dem Start des fahrerlosen Robotaxi-Dienstes in Austin wurden 14 Kollisionen gemeldet. Die letzten fünf ereigneten sich im Dezember und Januar, alle ohne Personenschäden. Immerhin: Die Vorfallrate zeigt eine Verbesserung. Die ersten sieben Unfälle passierten innerhalb von 250.000 Meilen, für die nächsten sieben benötigte es 550.000 Meilen.

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Analysten bleiben skeptisch

Die Aktie notiert bei rund 390 Dollar und liegt damit etwa 20 Prozent unter dem Dezember-Höchststand. Optionshändler haben sich vor der NHTSA-Frist mit Put-Optionen eingedeckt – ein klassisches Absicherungsverhalten gegen regulatorische Risiken.

Barclays bewertet die Aktie neutral, BNP Paribas bleibt bei einem Kursziel von 280 Dollar deutlich pessimistischer. Phillip Securities sieht sogar nur 215 Dollar als fairen Wert, JPMorgan liegt mit 145 Dollar noch darunter.

Die Geschäftszahlen für 2025 zeigen ein Unternehmen im Übergang: Der Umsatz fiel um 3 Prozent auf 94,8 Milliarden Dollar, im Autogeschäft ging es sogar um 10 Prozent bergab. Die Bruttomarge liegt bei 18 Prozent, das KGV bei knapp 369.

Expansion trotz Gegenwind

Tesla plant die Ausweitung des Robotaxi-Dienstes auf Phoenix, Miami und Las Vegas bis Mitte 2026. Der eigens konstruierte Cybercab ohne Lenkrad und Pedale soll ab April in Serienproduktion gehen. In Kalifornien hat Tesla zwar eine Transportlizenz beantragt, eine Genehmigung für fahrerlosen Betrieb steht aber noch aus.

Am 9. März wird sich zeigen, ob Tesla die regulatorischen Anforderungen erfüllen kann. Für Investoren geht es weniger um positive Überraschungen als darum, dass keine neuen Probleme auftauchen. Eine saubere, vollständige Datenvorlage würde zumindest die Expansionspläne nicht gefährden – zu einem Zeitpunkt, an dem das Kerngeschäft mit Elektroautos unter zunehmendem Wettbewerbsdruck steht.

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