TeamViewer liefert ordentliche vorläufige Zahlen für 2025, verfehlt aber klar jede Euphorie – und der Markt reagiert entsprechend nervös. Umsatz und Marge liegen im Rahmen der Erwartungen, doch das Wachstumstempo bleibt verhalten und der Ausblick auf 2026 ist eher blass. Spannend ist vor allem, dass ausgerechnet das Enterprise-Geschäft und die 1E-Integration positive Akzente setzen, während die Aktie weiter deutlich unter ihren alten Kursniveaus notiert.

Die Fakten im Überblick

TeamViewer hat seine Pro-forma-Umsatzprognose für 2025 erfüllt – allerdings nur am unteren Ende der Spanne:

  • Pro-forma-Umsatz 2025: ca. 767 Mio. Euro (währungsbereinigt +5%)
  • IFRS-Umsatz: rund 747 Mio. Euro
  • ARR (Annual Recurring Revenue): ca. 760 Mio. Euro (währungsbereinigt +2%)
  • Bereinigte EBITDA-Marge: stabil bei etwa 44%
  • Aktueller Kurs: 5,89 Euro (heute leicht im Minus)
  • Abstand zum 52‑Wochen-Hoch (13,42 Euro): rund –56%

Die prognostizierte Bandbreite lag bei 766 bis 785 Mio. Euro Umsatz. Währungseffekte, vor allem durch den EUR/USD-Kurs, haben das Ergebnis nach unten gedrückt. Ohne diese Belastungen hätte der Pro-forma-Umsatz etwa 2 Mio. Euro über dem unteren Rand der Guidance gelegen.

Operativ bleibt die Profitabilität mit einer bereinigten EBITDA-Marge von rund 44% stabil. Das unterstreicht, dass das Geschäftsmodell weiterhin solide Cashflows liefert, auch wenn das Wachstum aktuell nicht überragt.

Enterprise-Segment als Stabilitätsanker

Deutlich dynamischer als das Gesamtjahr wirkte das vierte Quartal 2025. Die zusätzlichen ARR-Zuwächse erreichten rund 11 Mio. Euro, nach durchschnittlich etwa 7 Mio. Euro in den ersten drei Quartalen. Das zeigt, dass die Wachstumsimpulse gegen Jahresende zugenommen haben.

Besonders positiv fällt das Enterprise-Segment auf. Zwei größere strategische Aufträge mit einem kombinierten Gesamtvertragswert von rund 10 Mio. Euro (entspricht etwa 3 Mio. Euro ARR) stützen das Geschäft mit Unternehmenskunden. Dieses Segment entwickelt sich damit zum wichtigsten Wachstumstreiber.

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Auch die Integration der 2024 für 720 Mio. US‑Dollar übernommenen britischen IT-Firma 1E macht Fortschritte. Im vierten Quartal 2025 meldet 1E erstmals ein sequenzielles ARR-Wachstum; das Management spricht von einem „Turnaround-Quartal“. Das Geschäft mit kleinen und mittleren Unternehmen (SMB) lief der Darstellung zufolge im Rahmen der Planung.

Analysten und Kursverlauf: Potenzial auf dem Papier

Die vorläufigen Zahlen haben eine Reihe von Analystenreaktionen ausgelöst. Mehrere Häuser sehen trotz der schwächeren Wachstumsdynamik deutlich höhere Kurspotenziale:

  • RBC Capital Markets: Kursziel 16,00 Euro, Rating „Buy“
  • Bank of America: Kursziel 15,00 Euro, Rating „Buy“
  • Barclays: Kursziel 8,50 Euro, Rating „Buy“
  • Morgan Stanley: Kursziel 8,25 Euro, Rating „Hold“
  • Goldman Sachs: Kursziel 6,50 Euro, Rating „Hold“

Im Schnitt liegt das Kursziel bei 10,20 Euro, der Median bei 9,90 Euro – jeweils klar über dem aktuellen Niveau von 5,89 Euro. Auf dem Papier sehen die Analysten also erheblichen Spielraum nach oben.

An der Börse zeigt sich das Bild aber schwankungsanfällig. Auf die Zahlenpräsentation am 9. Januar reagierte der Markt zunächst positiv, der Kurs sprang kurzfristig um mehr als 5% und erreichte bis zu 6,22 Euro. In den Tagen danach setzten Gewinnmitnahmen ein, die Aktie fiel wieder zurück und notiert heute nur leicht über 5,80 Euro. Auf Wochensicht steht zwar noch ein Plus von wenigen Prozent, im 12‑Monats-Vergleich hat der Titel jedoch rund 45% eingebüßt. Mit einem RSI von 27,6 bewegt sich die Aktie technisch bereits im überverkauften Bereich, während der Abstand zum 200‑Tage-Durchschnitt von 8,44 Euro bei etwa –30% liegt.

Ausblick 2026: Wachstumsbremse bleibt

Während die 2025er-Zahlen solide wirken, bleiben die Perspektiven für 2026 verhalten. Das Management stellt lediglich ein Umsatzwachstum von 2 bis 6% in Aussicht, auf eine Spanne von 790 bis 825 Mio. Euro. Der Analystenkonsens liegt mit erwarteten rund 780 Mio. Euro Umsatz sogar darunter.

Das unterstreicht: Von einem klaren Wachstumssprung kann vorerst keine Rede sein. Der Markt reagiert entsprechend zurückhaltend, zumal die Aktie trotz der jüngsten Erholung auf Sicht von zwölf Monaten deutlich verloren hat und immer noch weit vom 52‑Wochen-Hoch entfernt ist.

Wichtiger nächster Termin ist die Veröffentlichung der vollständigen Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 am 10. Februar 2026. Dann wird sich zeigen, ob sich der positive Trend im Enterprise-Segment und bei 1E im Detail bestätigt und ob das Management seine vorsichtige Prognose für 2026 mit zusätzlichen Argumenten untermauern kann.

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