Der Halbleiter-Softwarekonzern Synopsys steht vor einer Zerreißprobe: Während die einen in der Aktie einen KI-Profiteur mit Potenzial sehen, warnen andere vor überzogenen Bewertungen und hausgemachten Problemen. Eine Sammelklage wegen angeblicher Irreführung der Anleger verschärft die Lage zusätzlich. Was steckt wirklich hinter dem dramatischen Kurseinbruch von über 36 Prozent – und wie soll es weitergehen?

Citi sieht KI-Boom, Wells Fargo warnt vor Ernüchterung

Die Spaltung der Wall Street könnte kaum deutlicher sein. Citigroup startete die Bewertung von Synopsys mit einem Kursziel von 580 US-Dollar und einer Kaufempfehlung. Die Bank sieht das Unternehmen als direkten Nutznießer des KI-getriebenen Chip-Booms. Synopsys liefert die grundlegende Software für Halbleiterdesign – eine Schlüsselposition in der Wertschöpfungskette. Analysten erwarten zweistelliges Umsatzwachstum, getrieben durch wiederkehrende Verträge und steigende Chip-Komplexität.

Wells Fargo zeichnet ein düsteres Gegenbild: Kursziel von 550 auf 445 US-Dollar gesenkt, Rating bleibt neutral. Die Bank rechnet für das Geschäftsjahr 2026 mit vorsichtiger Prognose – rund 9,7 Milliarden US-Dollar Umsatz und 14 US-Dollar Gewinn je Aktie. Das Problem: Trotz Bruttomargen über 80 Prozent erscheint die Bewertung zu ambitioniert. Die kürzlich abgeschlossene 35-Milliarden-Dollar-Übernahme von Ansys habe das Vertrauen der Investoren belastet.

Sammelklage verschärft den Druck

Doch es ist nicht nur die unterschiedliche Einschätzung, die für Unruhe sorgt. Eine Wertpapierklage gegen Synopsys und mehrere Führungskräfte wirft dem Konzern vor, die Auswirkungen KI-fokussierter Kunden auf das IP-Design-Geschäft verschleiert zu haben. Nach den enttäuschenden Quartalszahlen im September sackte die Aktie um fast 36 Prozent ab.

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Der Vorwurf: Kunden verlangten zunehmend maßgeschneiderte IP-Komponenten, was die Wirtschaftlichkeit des zuvor schnell wachsenden Design-IP-Segments massiv verschlechterte. Anleger haben bis Ende Dezember 2025 Zeit, sich der Klage anzuschließen.

Das IP-Problem wird zum Bremsklotz

Genau dieses Design-IP-Geschäft, einst Wachstumsmotor, bereitet erhebliche Sorgen. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025 brach der Umsatz um 7,7 Prozent auf 425,9 Millionen US-Dollar ein. Das Management räumte ein, dass Kunden "immer mehr Anpassungen" fordern – was Zeit und Ressourcen frisst. Gespräche über mögliche Änderungen des Geschäftsmodells laufen.

Inmitten dieser Turbulenzen hat sich das Analystenurteil verschlechtert. Der Konsens liegt bei "Moderates Kaufen", doch die Bandbreite der Kursziele zwischen 425 und 630 US-Dollar zeigt die Unsicherheit. Von 21 Analysten vergeben nur zehn eine Kauf- oder starke Kaufempfehlung, während zwei zum Verkauf raten.

Die Ansys-Integration läuft planmäßig, mit geplanten Kosteneinsparungen von 400 Millionen US-Dollar durch Stellenabbau. Doch ob das ausreicht, um das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen, bleibt offen. Synopsys steht am Scheideweg – zwischen KI-Fantasie und operativer Realität.

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