Super Micro Computer steckt zwischen KI-Euphorie und wachsender Skepsis. Einerseits locken starke Wachstumsaussichten im AI-Server-Geschäft, andererseits nehmen große Banken die Bewertung schärfer unter die Lupe. Am 21. Januar hat Citigroup ihr Kursziel deutlich gekappt – ausgerechnet an einem Tag, an dem sich die Aktie kurzfristig erholt. Wie belastbar ist die neue Stabilisierung nach dem Kursrutsch der vergangenen Monate?

Citigroup dreht am Kursziel

Nach einer volatilen Phase zeigt die Super-Micro-Aktie aktuell Anzeichen einer Beruhigung. Der Kurs liegt mit rund 3 % seit Jahresbeginn nur moderat im Plus, bleibt aber fast 50 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von gut 60 US‑Dollar zurück. Die Spuren des starken Rückgangs der vergangenen Monate sind also noch deutlich.

Vor diesem Hintergrund hat Citigroup heute ihr Bewertungsmodell angepasst. Analystin Asiya Merchant bestätigt zwar ihr „Neutral“-Rating, senkt das Kursziel aber von 48 auf 39 US‑Dollar. Begründung: steigende Vorsicht mit Blick auf die Bewertungsniveaus, obwohl Super Micro im KI-Sektor weiterhin gut positioniert ist.

Die Analystin – sie zählt zu den besser gerankten Stimmen am Markt – sieht kurzfristig weniger Aufwärtspotenzial als bisher. Hinzu kommt: Bereits am 13. Januar war Goldman Sachs mit einer Verkaufsempfehlung („Sell“) eingestiegen. Zusammen ergibt das ein Bild erhöhter Zurückhaltung auf der Bankenseite, selbst nach dem deutlichen Kursrückgang.

KI-Fantasie vs. Margendruck

Gleichzeitig ist das Analystenbild alles andere als einheitlich. Während Citi und Goldman eher vorsichtig agieren, setzt Northland-Securities-Analyst Nehal Chokshi klar auf die positive KI-Story.

Chokshi hält an einem deutlich höheren Kursziel von 63 US‑Dollar für 2026 fest. Seine Annahme: Super Micro soll seine enge Partnerschaft mit Nvidia weiter stark monetarisieren können. Er kalkuliert mit einem Umsatzsprung auf mindestens 36 Milliarden US‑Dollar im Geschäftsjahr 2026 – getragen von anhaltend hoher Nachfrage nach KI-Infrastruktur und Serverlösungen.

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Der Knackpunkt liegt jedoch weniger beim Wachstum als bei der Profitabilität. Viele Schätzungen unterstellen kräftig steigende Erlöse, doch die Margenentwicklung ist zur zentralen Sorge geworden. Analysten verweisen darauf, dass Super Micro zwar vom hohen Volumen Nvidia-getriebener Bestellungen profitiert, die zukünftige Kursentwicklung aber davon abhängt, wie viel Gewinn pro verkauftem System tatsächlich hängen bleibt.

Diese Angst vor „wachstumsstarkem, aber wenig profitablem Geschäft“ drückt auf die Stimmung. In den vergangenen drei Monaten verlor die Aktie bis Mitte Januar rund 46 % an Wert – ein deutlicher Hinweis darauf, dass der Markt die Margenthematik ernst nimmt.

Wichtige Fakten im Überblick

Die aktuelle Ausgangslage der Super-Micro-Aktie lässt sich auf einige Kerndaten verdichten:

  • Aktueller Kurs: 31,89 US‑Dollar
  • Citi-Kursziel: Senkung von 48 auf 39 US‑Dollar bei unverändert „Neutral“
  • Durchschnittliches 12‑Monats-Kursziel: rund 46,82 US‑Dollar
  • Insiderverkauf: Direktor Sherman Tuan hat zuletzt 48.630 Aktien im Wert von rund 1,6 Mio. US‑Dollar veräußert
  • Marktkapitalisierung: ca. 19,05 Mrd. US‑Dollar

Insbesondere der Insiderverkauf von Director Sherman Tuan wird von Marktteilnehmern als zusätzliches Belastungssignal gewertet. Er verstärkt den Eindruck, dass Teile des Management-Umfelds Kursniveaus eher zum Ausstieg als zum Aufstocken nutzen.

Technischer Druck, langfristiges Potenzial

Charttechnisch bleibt das Bild angespannt. Mit einem Abstand von fast 24 % zum 200‑Tage-Durchschnitt ist die Aktie klar in einem übergeordneten Abwärtstrend unterwegs. Gleichzeitig liegt der Kurs aber gut 18 % über dem jüngsten 52‑Wochen-Tief – ein Hinweis auf eine erste Stabilisierung nach dem starken Rückgang.

Fundamental steht dem der strukturelle Rückenwind der KI-Infrastruktur gegenüber. Super Micro ist tief im Nvidia-Ökosystem verankert und liefert zentrale Hardware für große Rechenzentren und sogenannte „AI-Fabriken“. Genau dieser Hebel treibt optimistische Szenarien wie das von Northland Securities an.

Die heutige Kurszielsenkung durch Citigroup unterstreicht jedoch, dass der Markt nun Belege für stabile oder steigende Margen sehen will, bevor wieder breiteres Vertrauen in einen nachhaltigen Aufwärtstrend entsteht. Kurzfristig bleibt die Aktie technisch belastet, während sich die langfristige Bewertung daran entscheiden dürfte, ob Super Micro das prognostizierte Umsatzwachstum in solide Profitabilität übersetzen kann.

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