Strategy hat am Dienstag den größten Bitcoin-Kauf seit über einem Jahr bekanntgegeben – doch die Anleger reagierten mit Verkäufen. Die Aktie verlor knapp 8 Prozent, obwohl das Unternehmen nun mehr als 700.000 Bitcoin hält. Der Grund: Die Zweifel am Timing und die zunehmende Verwässerung durch Kapitalerhöhungen wiegen schwerer als die schiere Menge der erworbenen Coins.

Timing wirft Fragen auf

Strategy erwarb zwischen dem 12. und 19. Januar 22.305 Bitcoin zu einem durchschnittlichen Preis von 95.284 Dollar pro Coin – finanziert durch den Verkauf von 10,4 Millionen eigenen Aktien und zusätzliche Vorzugsaktien. Gesamtkosten: rund 2,13 Milliarden Dollar.

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Das Problem: Bereits am Tag der Bekanntgabe notierte Bitcoin bei etwa 92.500 Dollar, am Mittwoch fiel die Kryptowährung sogar auf 89.300 Dollar. Strategy zahlte somit rund 6.000 Dollar mehr pro Coin als der aktuelle Marktwert. Kein Einzelfall – das Unternehmen kauft wiederholt zu erhöhten Preisen, statt kurzfristige Schwächephasen zu nutzen.

Der Bestand von nun 709.715 Bitcoin entspricht durchschnittlichen Anschaffungskosten von 75.979 Dollar je Coin. Bei einem Bitcoin-Preis unter 90.000 Dollar schrumpft der rechnerische Gewinn auf dem Papier deutlich.

Analysten reduzieren Kursziele

Die jüngsten Analystenbewertungen reflektieren die Unsicherheit:

  • Mizuho senkte das Kursziel von 484 auf 403 Dollar bei unverändertem "Outperform"-Rating. Analyst Dan Dolev verwies auf geopolitische Risiken und Volatilität bei Bitcoin-nahen Aktien.
  • TD Cowen reduzierte das Ziel von 500 auf 440 Dollar und begründete dies mit niedrigeren Erwartungen an die Bitcoin-Rendite 2026.

Der Konsens von 18 Analysten liegt bei 435 Dollar – die Aktie notiert aktuell bei 136,90 Euro (umgerechnet etwa 160 Dollar). Die Kursziele reichen von 229 bis 705 Dollar.

Verwässerung drückt auf Bewertung

Das zentrale Problem: Strategy finanziert seine Bitcoin-Käufe durch massive Aktienemissionen. Das Aufgeld zur Nettovermögenswertmultiplikator ist von über 2,4 Ende 2024 auf nur noch etwa 1,1 gefallen. Investoren zahlen kaum noch einen Aufschlag für das Unternehmen – ein Zeichen schwindenden Vertrauens.

Zusätzlich belasten Schulden von rund 21 Milliarden Dollar die Bilanz, mit über 844 Millionen Dollar fälligen Zahlungen im nächsten Jahr. Im vierten Quartal 2025 wies Strategy einen unrealisierten Verlust von 17,44 Milliarden Dollar auf seine digitalen Assets aus, nachdem Bitcoin von seinen Hochs über 120.000 Dollar abgestürzt war.

Quartalszahlen am 5. Februar

Am 5. Februar 2026 legt Strategy die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Die Erwartung liegt bei einem Gewinn je Aktie von etwa 80 Dollar für das Gesamtjahr 2025. Entscheidend wird, wie das Management die aktuelle Strategie angesichts der Kritik am Kaufverhalten und der Verwässerung verteidigt. Mit Bitcoin unter 90.000 Dollar und der Aktie nur 6 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief rückt die Frage in den Fokus, ob die 100.000-Dollar-Marke bei der Kryptowährung zeitnah zurückerobert werden kann.

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