Strategy setzt seine aggressive Bitcoin-Strategie fort – und bekommt dafür Rückendeckung von der Wall Street. Kurz nach dem größten Zukauf seit Ende 2024 bekräftigt TD Cowen ein Kursziel, das weit über dem aktuellen Niveau liegt. Entscheidend ist dabei weniger der Bitcoin-Kurs von heute als das Konstrukt, mit dem Strategy seine Bestände weiter ausbaut.

TD Cowen bleibt klar bullish

TD-Cowen-Analyst Lance Vitanza bestätigte am 21. Januar sein Kursziel von 440 US‑Dollar und die Kaufempfehlung für die Aktie. Das impliziert weiterhin ein hohes Kurspotenzial gegenüber dem Schlusskurs vom Vortag und signalisiert, dass die jüngste Schwächephase den Investmentcase aus Sicht der Bank nicht beschädigt hat.

Interessant ist die Begründung: Laut Vitanza muss die Aktie nicht mit einem hohen Aufschlag auf den inneren Wert (Net Asset Value, NAV) handeln, damit Anleger profitieren. Entscheidend sei vielmehr, dass Strategy seine Bitcoin-Bestände pro Aktie auch in Phasen schwacher Stimmung am Kryptomarkt steigern könne.

Der Analyst verweist auf die Bilanzstruktur des Unternehmens. Strategy nutzt variable und wandelbare Vorzugsaktien, die nahe am Nennwert platziert werden. Damit schafft das Unternehmen Hebelwirkung, ohne klassische Bankschulden aufzubauen, und kann Bitcoin zukaufen, ohne die Stammaktionäre übermäßig zu verwässern. Diese Finanzarchitektur wertet TD Cowen als langfristigen Wettbewerbsvorteil.

Zusätzliche Chancen über Vorzugsaktien

Vitanza sieht zudem Potenzial in den Vorzugsaktienklassen. Die STRF-Tranche wirft derzeit eine jährliche Rendite von rund 9,6 % ab. TD Cowen rechnet damit, dass diese Rendite bei steigenden Kursen auf etwa 7,9 % zurückgeht – was einem Kursanstieg von rund 20 % entsprechen würde.

In Kombination mit der festen Dividende von 10 % ergibt sich laut Analyse eine mögliche Einjahresrendite von rund 30 %. TD Cowen positioniert die Vorzugsaktien damit als Ertragsbaustein, der von einer Normalisierung der verlangten Renditen profitieren könnte.

Details zum Bitcoin-Großkauf

Am 20. Januar meldete Strategy den Kauf von 22.305 Bitcoin im Zeitraum vom 12. bis 19. Januar zu einem Durchschnittspreis von 95.284 US‑Dollar je Coin. Das Volumen lag bei etwa 2,13 Milliarden US‑Dollar und markiert den größten wöchentlichen Zukauf seit November 2024.

Damit erhöhten sich die Bestände auf 709.715 BTC. Insgesamt hat das Unternehmen dafür rund 53,92 Milliarden US‑Dollar aufgewendet, im Schnitt 75.979 US‑Dollar pro Bitcoin. Executive Chairman Michael Saylor bestätigte die aktualisierte Zahl der Bestände in einem Beitrag auf X (ehemals Twitter) am 20. Januar.

Finanziert wurde der Kauf über zwei Säulen:

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  • rund 1,8 Milliarden US‑Dollar aus Aktienverkäufen im Rahmen eines At-the-Market-Programms
  • etwa 294,3 Millionen US‑Dollar aus der Ausgabe unbefristeter Vorzugsaktien der Klasse STRC

Damit setzt sich das bekannte Muster fort: neue Eigenkapitalinstrumente, um weitere Bitcoin in die Bilanz zu holen.

Kursentwicklung und Marktreaktion

Die starke Abhängigkeit vom Bitcoin-Preis zeigte sich auch in der kurzfristigen Reaktion. Nach der Ankündigung des Zukaufs verlor die Aktie am 20. Januar rund 7,4 %, während Bitcoin selbst um 3,6 % nachgab. Am 21. Januar kam es zu einer Gegenbewegung: Die Aktie legte um 2,23 % auf 163,81 US‑Dollar zu und schnitt damit besser ab als der S&P 500 mit +1,16 %.

Unterm Strich bleibt der Wert jedoch deutlich unter früheren Höchstständen. Vom Rekordhoch bei 473,83 US‑Dollar vom 20. November 2024 aus gerechnet liegt die Aktie etwa 66 % im Minus. Parallel dazu hat sich der Aufschlag auf den NAV stark verringert: Statt mehr als dem 2,4‑fachen des inneren Werts Ende 2024 zahlt der Markt aktuell nur noch etwa das 1,1‑fache.

Die eingereichten Kursdaten unterstreichen diesen Druck: In den vergangenen sieben Tagen ging es um knapp 18 % nach unten, auf einen Schlusskurs von 140,30 Euro gestern. Auf Sicht von zwölf Monaten summiert sich das Minus auf über 60 %, der Abstand zum 52‑Wochen‑Hoch beträgt mehr als 60 %.

Bitcoin-Treasury-Modell unter Beobachtung

Strategy hält inzwischen etwa 3,2 % des gesamten Bitcoin-Angebots und liegt damit deutlich vor allen anderen börsennotierten Unternehmen. Die Kehrseite der starken Fokussierung: In Q4 2025 wies das Unternehmen einen nicht realisierten Verlust von 17,44 Milliarden US‑Dollar auf seine digitalen Vermögenswerte aus – ein direkter Effekt des Preisrückgangs bei Bitcoin im Quartal.

Analyst Nic Puckrin (Coin Bureau) betont, wie sensibel der Markt auf das Kaufverhalten reagiert. Aus seiner Sicht muss Strategy weiter Bitcoin zukaufen, um das Vertrauen aufrechtzuerhalten: Ein Stopp der Käufe würde vom Markt ähnlich stark gewertet wie eine Kaufankündigung – nur mit umgekehrtem Signal. Ein Aussetzen könnte als Hinweis interpretiert werden, dass die Bilanz weiteren Preisdruck nicht mehr abfedern kann.

Damit steht das Geschäftsmodell in einem permanenten Spannungsfeld: Einerseits erwartet der Markt Kontinuität bei den Käufen, andererseits erhöht jeder neue Zukauf die Abhängigkeit von der weiteren Kursentwicklung der Kryptowährung.

Ausblick und Bewertungsansatz

Am 5. Februar nach US-Börsenschluss legt Strategy die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor, gefolgt von einem Video-Webinar um 17:00 Uhr Eastern Time. Laut Zacks-Konsensschätzung wird ein Ergebnis je Aktie von 46,02 US‑Dollar erwartet – ein Anstieg von 1.538 % gegenüber dem Vorjahresquartal.

TD Cowen geht inzwischen davon aus, dass Strategy im laufenden Geschäftsjahr 2026 rund 155.000 Bitcoin zukaufen wird, deutlich mehr als die zuvor veranschlagten 90.000 Coins. Das Kursziel von 440 US‑Dollar basiert auf einem unveränderten 5‑fachen Multiple auf den erwarteten Dollar-Gewinn aus Bitcoin im Geschäftsjahr 2026.

Auch der Analystenkonsens fällt derzeit sehr optimistisch aus: 13 Analysten führen die Aktie mit einem Rating „Strong Buy“ und einem durchschnittlichen Kursziel von 485,86 US‑Dollar. Bewertungsseitig ist der Titel mit einem Forward-KGV von rund 2,5 klar unter dem Software-Sektor-Schnitt von 31,7 angesiedelt. Das Zusammenspiel aus hoher Bitcoin-Exposure, ungewöhnlicher Bilanzstruktur und deutlichem Bewertungsabschlag macht die kommenden Quartalszahlen am 5. Februar zu einem zentralen Orientierungspunkt für die weitere Kursentwicklung.

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