Die große Tech-Dominanz bekommt Risse. Während der S&P 500 aktuell um 6.836 Punkte pendelt – nach einem kurzen Ausflug über die 7.000er-Marke Anfang 2026 – verschiebt sich die Machtverteilung im Index. Die zehn größten US-Aktien machen mittlerweile 39 Prozent des S&P 500 aus. Zum Vergleich: Zur Dotcom-Blase waren es 26 Prozent. Diese extreme Konzentration macht nervös.

Besonders die Tech-Riesen stehen unter Druck. Seit Mitte Januar wurden bei Softwaretiteln weltweit zwei Billionen Dollar Börsenwert vernichtet. Der Auslöser: Anthropic stellte KI-Agenten vor, die komplette Geschäftsprozesse übernehmen können – vom Kundenmanagement bis zur Vertragsprüfung. Die Anleger reagierten prompt und verkauften massiv Aktien betroffener Unternehmen. Dieser "AI Scare Trade" trifft selbst die großen Namen: Alphabet, Microsoft und Amazon präsentierten solide bis sehr gute Zahlen, doch sobald die Konzerne ihre milliardenschweren KI-Investitionspläne offenlegten, brachen die Kurse ein – teils zweistellig.

Billionen-Frage bleibt unbeantwortet

Das Problem liegt auf der Hand: Bis 2030 könnten die weltweiten Investitionen in KI-Infrastruktur auf drei bis vier Billionen Dollar steigen. Selbst für die Cash-Maschinen aus dem Silicon Valley ist das eine kaum zu stemmende Summe – vor allem, wenn diese Investitionen auch noch ansehnliche Renditen erwirtschaften sollen. Die Nervosität der Investoren ist entsprechend groß.

Value schlägt Growth deutlich

Doch wohin fließt das Geld? Eine Bloomberg-Analyse des Russell 1000 Index zeigt eine bemerkenswerte Verschiebung: Seit Mitte Dezember überflügelten Value-Titel ihre Growth-Pendants deutlich. Während Value-Aktien fast zehn Prozentpunkte zulegten, fielen Growth-Titel um drei Prozentpunkte zurück. Zwölf Prozentpunkte Differenz – mehr als eine durchschnittliche Jahresperformance.

Sollten Anleger jetzt Gewinne mitnehmen? Oder ist S&P 500 noch einen Einstieg wert?

Die Rotation kommt nicht von ungefähr. Das Gewinnwachstum über alle Titel hinweg erreichte laut jüngsten Quartalsberichten 14,5 Prozent – der höchste Wert seit vier Jahren. Zudem stieg die Zahl der Sektoren mit positivem Wachstumsbeitrag auf acht von elf. Der Markt gewinnt an Breite.

Auch die Bewertungen normalisieren sich. Das Forward-KGV des S&P 500 Information Technology Sektors ist von über 30 Ende 2025 auf aktuell 23,7 gefallen. Analysten von Yardeni Research geben deshalb vorsichtige Entwarnung: Eine Wiederholung des Tech-Crashs von 1999/2000 sei "deutlich unwahrscheinlicher als weithin befürchtet".

Aufwärtspotenzial bleibt begrenzt

Prognosemärkte wie Kalshi liefern derzeit ein gemischtes Bild für den Rest des Jahres. Während fundamentale Daten solide bleiben, bremst die Umschichtung aus den übergewichteten Tech-Titeln das Aufwärtspotenzial des Gesamtindex. Die globale Rebalancierung hin zu niedriger bewerteten Märkten – etwa in Europa oder Schwellenländern – dürfte sich 2026 fortsetzen. Der US-Markt hatte seinen Anteil am globalen MSCI-Index auf rekordhohe 65 Prozent ausgebaut.

Die aktuelle Phase ist keine Panik, sondern eine gesunde Korrektur. Der Markt differenziert wieder stärker zwischen Sektoren und Bewertungen. Das könnte dem S&P 500 langfristig guttun – auch wenn die Rally vorerst an Tempo verliert.

S&P 500: Kaufen oder verkaufen?! Neue S&P 500-Analyse vom 18. Februar liefert die Antwort:

Die neusten S&P 500-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für S&P 500-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

S&P 500: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...