Solana: Infrastruktur im Fokus
Solana arbeitet 2026 an einem tiefgreifenden technologischen Umbau – und das in einem Umfeld, in dem viele Krypto-Anleger eher defensiv agieren. Während die Stimmung am Gesamtmarkt gedrückt ist, fließt weiter institutionelles Kapital in Solana-ETFs, und die Kette verzeichnet Rekorde bei Tokenisierungen und Gebühreneinnahmen. Die zentrale Frage: Wie stark kann diese Fundamentalseite den Kurs gegen kurzfristige Risiken stützen?
Alpenglow-Upgrade als technischer Meilenstein
Kern der aktuellen Solana-Story ist das angekündigte Alpenglow-Upgrade, das zwischen Anfang und Mitte 2026 live gehen soll. Im Mittelpunkt steht eine grundlegende Überarbeitung des Konsensmechanismus, mit einem klaren Ziel: Transaktionsfinalität im Bereich von 100 bis 150 Millisekunden statt bisher rund 12,8 Sekunden.
Dafür sollen zentrale Bausteine der bisherigen Architektur wie Tower BFT und Teile von Proof-of-History ersetzt beziehungsweise neu strukturiert werden. Zwei Komponenten sind entscheidend:
- Votor: Ein neues System zur Off-Chain-Aggregation von Validatoren-Stimmen, das Finalität in ein bis zwei Bestätigungsrunden ermöglichen soll.
- Rotor: Ein Mechanismus zur Optimierung der Blockverbreitung über stake-gewichtete Relay-Pfade, der die Latenz theoretisch auf bis zu 18 Millisekunden senken kann.
Diese Kombination zielt klar auf Anwendungsfälle mit hoher Transaktionsfrequenz, etwa Hochfrequenzhandel, und soll zugleich strengere Vorgaben von Regulierern wie der US-Terminaufsicht CFTC adressieren. Die Botschaft: Solana will sich als ernstzunehmende Infrastruktur für klassische Finanzakteure (TradFi) positionieren.
Das Upgrade baut auf dem Start des Firedancer-Validator-Clients auf, der Anfang 2026 im Mainnet live ging. Firedancer setzt auf extrem hohe Leistungsfähigkeit mit einem Ziel von bis zu 1 Million Transaktionen pro Sekunde und soll die Netzwerkstabilität verbessern.
ETF-Zuflüsse trotz schwacher Marktstimmung
Bemerkenswert ist, dass diese technische Roadmap von anhaltendem institutionellen Interesse begleitet wird – und das, obwohl der übergeordnete Kryptomarkt laut Crypto Fear & Greed Index mit einem Wert von 25 klar im Bereich „Extreme Fear“ liegt.
Aus den ersten Handelstagen 2026:
- US-Spot-Solana-ETFs verzeichneten am 2. Januar Nettozuflüsse von 8,53 Millionen US-Dollar. Seit der Zulassung im Oktober 2025 summieren sich die Mittelzuflüsse auf rund 765 Millionen US-Dollar.
- Besonders auffällig ist der Fidelity Solana Fund (FSOL), der am 31. Dezember 2025 über 73 Millionen US-Dollar an einem einzigen Tag anzog – ein signifikanter Anteil seines verwalteten Vermögens.
Ein wichtiger nächster Termin ist der 15. Januar 2026. Dann wird eine Entscheidung der US-Börsenaufsicht SEC zum VanEck Solana ETF erwartet. Eine Genehmigung oder Verzögerung könnte kurzfristig deutlich Bewegung in den Markt bringen, sowohl nach oben als auch nach unten.
On-Chain-Daten: RWA und Gebühren dominieren
Auf der Blockchain-Ebene zeigt sich eine interessante Diskrepanz zwischen Kursverlauf und Nutzung der Plattform, insbesondere im Bereich Real-World Assets (RWA).
- RWA-Wachstum: Der Gesamtwert tokenisierter Vermögenswerte auf Solana liegt bei 873,3 Millionen US-Dollar – ein Plus von 325 % im Jahresvergleich. Treiber sind vor allem institutionelle Produkte, etwa von BlackRock und Ondo.
- Gebührenumsatz vor Ethereum: Erstmals soll Solana bei den jährlichen Gebühreneinnahmen an Ethereum vorbeigezogen sein. Die Fee-Revenue liegt demnach bei über 2,5 Milliarden US-Dollar – ein deutliches Signal für intensive Nutzung.
- Ecosystem-Expansion: Zusätzlich sorgt die Entscheidung von Western Union, Solana für eine neue Stablecoin-Plattform zu nutzen, für Rückenwind. Der Start ist für die erste Jahreshälfte 2026 geplant und unterstreicht den Fokus auf Zahlungsverkehr und Transfers im institutionellen Umfeld.
Diese Kennzahlen deuten darauf hin, dass Solana zunehmend als Infrastruktur für reale Vermögenswerte und Zahlungsströme genutzt wird – unabhängig von kurzfristigen Kursschwankungen.
Kursbild und Risikozonen
Kursseitig konsolidiert SOL nach einem schwächeren Monat. Am Freitag lag der Preis bei 126,73 US-Dollar, rund 5,5 % höher als vor einer Woche, aber auf 30-Tage-Sicht mit einem Minus von gut 8,6 %. Damit notiert der Token etwa 46 % unter seinem 52-Wochen-Hoch, während der Abstand zum Tief bei knapp über 6 % liegt.
Technisch ist die Situation gemischt:
- Widerstände: Im Bereich von etwa 135 US-Dollar liegt eine zentrale Hürde. Analysten sehen die Zone zwischen 135 und 145 US-Dollar als entscheidenden „Breakout-Bereich“. Ein stabiler Schlusskurs darüber würde aus technischer Sicht den Weg zu nächsten Zielen um 146 und später 180 US-Dollar öffnen.
- Unterstützungen und Risiko: Kurzfristige Unterstützung wird um 129,55 US-Dollar gesehen, eine wichtigere Marke liegt bei 116,88 US-Dollar. Besonders kritisch wäre ein Rutsch in Richtung 110 US-Dollar: Hier könnten laut Analysen gehebelte Long-Positionen im Volumen von mehr als 880 Millionen US-Dollar liquidiert werden – ein potenzieller Beschleuniger für Abwärtsbewegungen, vor allem bei verschlechtertem Makroumfeld.
Mit einem 14-Tage-RSI um 40 und einer 30-Tage-Volatilität von knapp 36 % zeigt sich das Bild eines volatilen, aber aktuell eher neutral überverkauften Marktes, ohne extremes Momentum in die eine oder andere Richtung.
Fazit und Ausblick
Solana steht 2026 an einem Punkt, an dem Fundamentaldaten und technologische Roadmap deutlich stärker wirken als reine Spekulation: Das Alpenglow-Upgrade, der Firedancer-Client, wachsende RWA-Volumina und Rekorde bei Gebühreneinnahmen sprechen für einen klaren Infrastruktur-Fokus. Parallel signalisieren anhaltende ETF-Zuflüsse und das Interesse großer Anbieter wie Fidelity, BlackRock und Western Union, dass institutionelle Akteure Solana ernst nehmen.
Kurzfristig bleiben die Risiken nicht zu übersehen: Ein fragiles Makroumfeld, hohe Hebel im Markt und die deutliche Distanz zum 52-Wochen-Hoch halten den Kurs anfällig für Rückschläge. Entscheidende Wegmarken in den nächsten Wochen sind vor allem die SEC-Entscheidung zum VanEck-Solana-ETF am 15. Januar sowie die technische Reaktion des Kurses auf die genannten Unterstützungs- und Widerstandsbereiche. Welche dieser Kräfte sich am Ende durchsetzt, wird maßgeblich bestimmen, ob 2026 für Solana eher als Jahr der Konsolidierung oder als Startschuss für die nächste Ausbaustufe in Erinnerung bleibt.
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