Snap Aktie: EU ermittelt
Die EU-Kommission hat ein formelles Verfahren gegen Snapchat eingeleitet. Der Vorwurf: Die Plattform schütze minderjährige Nutzer nicht ausreichend vor sexueller Ausbeutung, illegalen Inhalten und dem Zugang zu altersbeschränkten Produkten. Die Aktie reagierte vorbörslich mit einem Rückgang von rund 1,6 Prozent auf etwa 4,44 Dollar.
Zu leicht zu umgehen
Im Kern der Untersuchung steht die Frage, ob Snapchats Altersverifikation wirksam ist. Aktuell genügt eine einfache Selbstangabe des Geburtsdatums bei der Registrierung — ohne jede Überprüfung. Die EU-Kommission hält das für unzureichend. Kinder könnten so problemlos auf die Plattform gelangen, während Erwachsene umgekehrt ihr Alter verschleiern und sich als Gleichaltrige ausgeben könnten, um das Vertrauen Jüngerer zu erschleichen.
Konkret verdächtigen die Brüsseler Regulierer das Unternehmen, nicht genug gegen Cybergrooming, den Verkauf von Drogen und Vapes sowie kriminelle Anwerbeversuche vorzugehen. Auch die Standard-Kontoeinstellungen für jugendliche Nutzer und die Meldemechanismen für problematische Inhalte stehen auf dem Prüfstand. Die Behörde übernimmt dabei eine bereits laufende niederländische Untersuchung, die im September 2025 mit dem Fokus auf Vape-Verkäufe an Minderjährige begonnen hatte.
Kein Einzelfall für die Branche
Snapchat steht damit nicht allein im Visier. Gegen TikTok läuft bereits ein Verfahren wegen suchtfördernder Mechanismen, und die Meta-Plattformen Facebook und Instagram werden seit 2024 untersucht. Gegen X wurde sogar schon eine Geldstrafe verhängt.
Parallel dazu erlitt Meta in den USA einen juristischen Rückschlag: Ein Geschworenengericht in Los Angeles verurteilte den Konzern gemeinsam mit Google-Mutter Alphabet zu insgesamt sechs Millionen Dollar Schadenersatz zugunsten einer 20-jährigen Klägerin. Der Fall dreht sich um das Suchtpotenzial sozialer Medien — ein Urteil, das für Hunderte ähnlicher Klagen in den USA wegweisend sein könnte.
Für Snapchat selbst beginnt die eigentliche Prüfung durch die EU-Kommission erst jetzt. Bei einem bestätigten Verstoß gegen den Digital Services Act drohen Bußgelder von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Das Unternehmen kündigte an, weiterhin kooperativ mit den Behörden zusammenzuarbeiten. Wie lange das Verfahren dauern wird, ist offen — die parallelen Fälle gegen Pornhub, Stripchat, XNXX und XVideos zeigen jedoch, dass die Kommission zunehmend bereit ist, Ergebnisse zügig voranzutreiben.
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