Silber: Spekulation zurück
Silber stieg am Freitag auf knapp 90 US-Dollar und beendet damit eine volatile Februarwoche mit dem zweiten Wochengewinn in Folge. Neue US-Zölle und geopolitische Spannungen treiben die Safe-Haven-Nachfrage – während der Markt noch immer die dramatische Januar-Korrektur verdaut.
15-Prozent-Zoll belastet Wirtschaftsaussichten
Der jüngste 15-prozentige Pauschaltarif der US-Regierung schürt erneut Inflationsängste und Sorgen vor Vergeltungsmaßnahmen. Anders als frühere Zollankündigungen gilt die neue Politik nicht als Verhandlungsmasse, sondern als dauerhafte wirtschaftspolitische Realität. Die Federal Reserve steht vor einem Dilemma: Zölle wirken inflationär, bremsen aber gleichzeitig das Wachstum – ein klassisches stagflationäres Szenario.
Ein schwächerer Dollar und robuste US-Wirtschaftsdaten sorgen für gemischte Signale. Sollte die Fed hawkish reagieren und die Zinspause verlängern, könnten die Gewinne bei Edelmetallen begrenzt werden.
Geopolitik dämpft vorübergehend
Am Donnerstag fiel Silber unter 87 Dollar, nachdem die USA und der Iran Fortschritte in den Genfer Nuklearverhandlungen signalisiert hatten. Die Aussicht auf eine Deeskalation im Nahen Osten reduzierte kurzfristig die geopolitische Risikoprämie. Der Freitagsanstieg drehte die Wochenbilanz jedoch wieder ins Plus.
Strukturelles Defizit wird größer
Das Silver Institute meldet für 2025 das fünfte konsekutive Defizitjahr: Die Nachfrage überstieg das Angebot um rund 95 Millionen Unzen. Das kumulative Defizit seit 2021 beträgt mittlerweile über 820 Millionen Unzen – entspricht der gesamten Jahresproduktion aller Silberminen weltweit.
Fresnillo, der weltweit größte primäre Silberproduzent, senkte seine Produktionsprognose für 2026 auf 42 bis 46,5 Millionen Unzen. Neue Minenprojekte benötigen sieben bis 15 Jahre bis zur Förderung, während die Photovoltaikindustrie allein über 230 Millionen Unzen jährlich verbraucht.
COMEX-Bestände unter kritischer Marke
Die „Registered"-Bestände an der COMEX – Silber, das tatsächlich zur physischen Auslieferung bereitsteht – fielen am 11. Februar unter die Marke von 100 Millionen Unzen. Aktuell stehen rund 98 Millionen Unzen gegen 220 Millionen Unzen allein im März-Future. Die entstehende Backwardation signalisiert physische Enge: Käufer zahlen eine Prämie für sofortige Lieferung.
COT-Daten zeigen zurückhaltende Hedgefonds
Der Commitment-of-Traders-Report vom 17. Februar offenbart eine bemerkenswerte Entwicklung: Managed Money hält eine Netto-Long-Position von lediglich 5.472 Kontrakten. Während der Rallye auf 121 Dollar im Januar waren Hedgefonds in einem Vielfachen dieses Niveaus positioniert. Die spekulativen Schwergewichte warten offenbar auf eine bestätigte Bodenbildung, bevor sie erneut Kapital einsetzen.
Mit reduzierter Hebelwirkung, anhaltenden Zollunsicherheiten und einem strukturellen Angebotsdefizit bietet Silber fundamental betrachtet Potenzial. Die technische Hürde bei 90 Dollar bleibt der nächste Test für die Erholung.
Silber Preis: Kaufen oder verkaufen?! Neue Silber Preis-Analyse vom 01. März liefert die Antwort:
Die neusten Silber Preis-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Silber Preis-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 01. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Silber Preis: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








