Der Nahost-Konflikt eskaliert, Öl verteuert sich so stark wie seit der irakischen Invasion in Kuwait 1990 nicht mehr — und Silber fällt trotzdem. Was auf den ersten Blick paradox wirkt, folgt einer klaren Logik: Nicht der Krieg selbst bewegt die Edelmetallpreise, sondern seine wirtschaftlichen Folgen.

Brent-Rohöl durchbrach zuletzt die Marke von 115 US-Dollar je Barrel. Die Blockade der Straße von Hormus seit Ende Februar bedroht rund ein Fünftel der globalen Öl- und Gasversorgung. Die Folge: anziehende Inflationserwartungen, weniger Hoffnung auf Fed-Zinssenkungen — und steigende Anleiherenditen. Leveraged Trader, die Margin Calls erhielten, liquidierten ihre Edelmetallpositionen. Kein „Flight to Quality", sondern ein „Flight to Liquidity".

Silber notiert derzeit bei rund 68 bis 71 US-Dollar je Feinunze — rund 44 Prozent unter dem Allzeithoch von 121,64 US-Dollar, das am 29. Januar 2026 markiert wurde.

Physischer Markt sendet andere Signale

Während der Preis nachgibt, erzählt die physische Seite eine andere Geschichte. Die COMEX-Registered-Lagerbestände liegen bei 78,95 Millionen Unzen — ein Rückgang von 67 Prozent gegenüber dem Hoch aus April 2020. Das Handelsvolumen bei Silber-Futures und -Optionen brach seit Kriegsbeginn um 60 Prozent ein, der SLV-Silber-ETF schrumpfte auf den kleinsten Stand seit fast vier Monaten.

Strukturell bleibt der Markt angespannt. Das Silver Institute prognostiziert für 2026 das sechste Defizitjahr in Folge — mit einem Angebotsdefizit von 67 Millionen Unzen. Das kumulierte Defizit zwischen 2021 und 2025 beläuft sich auf schätzungsweise 900 Millionen Unzen. Die physische Investmentnachfrage soll 2026 um 20 Prozent auf 227 Millionen Unzen steigen, das höchste Niveau seit drei Jahren.

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China und Solar verändern das Angebot

Zwei weitere Faktoren verschieben das strukturelle Gefüge. Seit dem 1. Januar beschränkt China seine Silberexporte über ein neues Lizenzsystem auf gerade 44 Unternehmen — mit Mindestausstoß- und Kreditlinien-Anforderungen. Laut Peel Hunt könnten 60 bis 70 Prozent des globalen raffinierten Silberangebots davon betroffen sein.

Auf der Nachfrageseite reduzieren Solarhersteller laut BloombergNEF den Silberanteil in Photovoltaikmodulen. Die PV-Nachfrage soll auf rund 194 Millionen Unzen fallen — sieben Prozent weniger als im Vorjahr, obwohl die globale Solarkapazität weiterhin um rund 15 Prozent wächst. Alternativen zum Silber in der Solarproduktion bleiben begrenzt; der Effizienzgewinn je Modul hat seine Grenzen.

Trotz des aktuellen Kursrückgangs prognostiziert J.P. Morgan Global Research einen Silberpreis von durchschnittlich 81 US-Dollar je Unze für 2026 — mehr als das Doppelte des Vorjahresdurchschnitts. Andere Analysten sehen bis Jahresende sogar Kursziele zwischen 95 und 106 US-Dollar, gestützt auf das anhaltende Angebotsdefizit und die strukturelle Nachfrage aus Solar, Elektrofahrzeugen und KI. Ob diese Erholung einsetzt, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell sich das Makroumfeld — Zinspfad der Fed, Dollarkurs, Ölpreis — normalisiert.

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