Der Silbermarkt steht Anfang 2026 im Spannungsfeld aus geopolitischer Eskalation, Notenbankstreit und einem sich zuspitzenden Angebotsdefizit. Kurzfristige Gewinnmitnahmen bremsen den Preis zwar etwas ein, doch im Hintergrund verschieben sich die fundamentalen Kräfte spürbar. Entscheidend ist dabei die Kombination aus politischem Risiko und struktureller Verknappung.

Gestern schloss Silber bei 81,22 US‑Dollar. Auf Wochensicht ergibt sich damit ein Plus von rund 11 %, in den vergangenen 30 Tagen sogar von gut 35 %. Die jüngste Korrektur erfolgt also aus einer klar überhitzten Ausgangslage.

Geopolitik und Fed-Streit als Taktgeber

Die Lage in Venezuela bleibt ein zentraler Preistreiber. Die US-Intervention und die bestätigte Festnahme von Präsident Maduro haben die Risikoprämien an den Rohstoffmärkten deutlich erhöht. In diesem Umfeld suchen Investoren verstärkt Zuflucht in als sicher geltenden Anlagen – Silber profitiert hierbei aktuell sogar stärker als Gold.

Die Strategie der US-Regierung, venezolanische Ölreserven zur Stabilisierung des Energiemarkts zu nutzen, konnte die Nervosität bislang nicht entscheidend dämpfen. Solange die politische Zukunft in Caracas offen ist, dürfte die Nachfrage nach Edelmetallen hoch bleiben.

Für zusätzliche Unsicherheit sorgt ein offener Richtungsstreit in der US-Notenbank. Fed-Gouverneur Stephen Miran forderte Zinssenkungen von „weit über 100 Basispunkten“ für das Jahr 2026, um einen Abbruch des Wirtschaftsaufschwungs zu verhindern. Der Markt folgt diesem Kurs bisher jedoch nur eingeschränkt:

  • Die Wahrscheinlichkeit eines schnellen Zinsschritts bereits im Januar wird laut CME-Daten mit rund 18 % bewertet.
  • Die Diskrepanz zwischen Mirans sehr lockerer Position und der eher abwartenden Haltung des übrigen FOMC stützt kurzfristig den US-Dollar und begrenzt damit das Aufwärtspotenzial von Silber.

Damit prallen zwei Kräfte aufeinander: sichere Häfen sind gefragt, gleichzeitig wirkt der starke Dollar als Bremse.

China dreht den Hahn zu

Abseits der Tagesvolatilität verschärfen sich die strukturellen Angebotsprobleme. China hat seit dem 1. Januar 2026 strikte Exportkontrollen für Silber und verwandte Industriemetalle eingeführt. Da das Land einen großen Teil der weltweiten Raffineriekapazitäten kontrolliert, steuert der Markt auf eine physische Verknappung zu.

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Analysten sprechen von einer gezielten „Weaponization of Supply“ – also dem strategischen Einsatz von Exportbeschränkungen. Besonders brisant: Der Silbermarkt befindet sich bereits in einem Defizitszenario.

Die industrielle Nachfrage gilt als wenig preissensibel. Treiber sind vor allem:

  • der massive Ausbau von KI-Rechenzentren,
  • die zunehmende Verbreitung von Solartechnologie.

Silber wird damit weniger als klassisches Währungsmetall wahrgenommen, sondern zunehmend als unverzichtbarer strategischer Rohstoff. Diese Rollenverschiebung verleiht dem Markt ein neues, strukturell unterstützendes Fundament.

Chartbild und Kursziele

Technisch betrachtet hat Silber nach einem historischen Rekordhoch von 83,90 US‑Dollar eine Konsolidierungsphase eingeleitet. Der Schlusskurs von 81,22 US‑Dollar liegt nur knapp unter dem 52‑Wochen-Hoch von 81,66 US‑Dollar, aber deutlich über dem 52‑Wochen-Tief von 46,90 US‑Dollar. Der Abstand zum 50‑Tage-Durchschnitt von 63,52 US‑Dollar beträgt aktuell rund 25 %, der 14‑Tage-RSI liegt bei 62 und signalisiert ein erhöhtes, aber noch nicht extremes Überkaufniveau.

Marktbeobachter werten den Rücksetzer unter die Marke von 83 US‑Dollar als gesunde Bereinigung nach dem starken Dezember. Die zentrale Unterstützungszone sehen viele im Bereich von 78 bis 80 US‑Dollar. Solange dieser Bereich hält, gilt der übergeordnete Aufwärtstrend als intakt.

Auf der Zielseite bleiben die Erwartungen hoch:

  • Mittelfristig rechnen zahlreiche Analysten damit, dass Silber im Verlauf des Jahres 2026 die psychologisch wichtige Marke von 100 US‑Dollar testet.
  • In besonders optimistischen Szenarien – etwa bei anhaltenden Minenengpässen – werden sogar Niveaus von bis zu 150 US‑Dollar genannt.

Fazit: Konsolidierung in starkem Aufwärtstrend

Silber befindet sich nach einer außergewöhnlichen Rally in einer klassischen Konsolidierung, ohne dass der zugrunde liegende Aufwärtstrend bislang ernsthaft infrage gestellt wäre. Die Kombination aus geopolitischer Unsicherheit in Venezuela und den neuen Exportkontrollen Chinas schafft ein Umfeld, das strukturell für höhere Preise spricht.

Kurzfristig können Dollarstärke und der interne Fed-Konflikt für weitere Schwankungen sorgen. Entscheidend für die nächsten Wochen bleibt, ob die Unterstützungszone um 78 bis 80 US‑Dollar verteidigt wird – gelingt dies, behalten die ambitionierten Kursziele für 2026 ihre Grundlage.

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