Siemens Healthineers steht vor mehreren wichtigen Weichenstellungen: Die Muttergesellschaft Siemens reduziert ihre Beteiligung deutlich, das Management bekräftigt ehrgeizige Wachstumsziele und im Februar stehen Q1-Zahlen sowie die Hauptversammlung an. Entscheidend wird sein, ob das Unternehmen seine Strategie trotz Schwäche in China wie geplant umsetzen kann.

Siemens reduziert Beteiligung deutlich

Siemens AG will ihren Anteil an Siemens Healthineers von derzeit 67 Prozent auf 37 Prozent oder weniger senken. Rund 30 Prozent der Anteile sollen direkt an die Siemens-Aktionäre übertragen werden. Mittelfristig ist sogar eine Reduktion auf unter 20 Prozent vorgesehen.

CEO Bernd Montag begrüßt diesen Schritt als wichtigen Baustein auf dem Weg zur vollständigen Unabhängigkeit. Für die Aktie bedeutet die Transaktion einen deutlich höheren Streubesitz. Ein größerer Free Float kann die Attraktivität für institutionelle Investoren erhöhen und das Handelsvolumen steigern.

Wachstumsziele ohne Unterstützung aus China

Auf der J.P. Morgan Healthcare Conference Mitte Januar hat das Management die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr konkretisiert:

  • Erwartetes Umsatzwachstum 2026: 5–6 Prozent, ohne Beitrag aus China
  • China-Geschäft: Zweites Jahr in Folge ohne Wachstumsbeitrag eingeplant
  • Zölle: Belastungen sollen bis 2028 vollständig kompensiert werden
  • M&A-Strategie: Keine großen Übernahmen, Fokus auf kleinere Tuck-in-Deals

Damit muss das Wachstum komplett aus den übrigen Regionen kommen. Die Zurückhaltung bei Großakquisitionen unterstreicht den Fokus auf organisches Wachstum und gezielte kleinere Zukäufe. Die geplante vollständige Kompensation der Zölle bis 2028 zeigt zudem, dass das Management regulatorische Belastungen in seine Mittelfristplanung einbezieht.

Strategie „Elevating Health Globally“ bis 2030

Beim Capital Markets Day im November 2025 hat Siemens Healthineers seine Mittelfristziele bis 2030 vorgestellt. Kernpunkte der neuen Strategie „Elevating Health Globally“:

  • Imaging & Precision Therapy: 6–9 Prozent durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum (2027–2030)
  • Konzernweites Wachstum: 5–7 Prozent pro Jahr
  • Gewinn je Aktie: Angestrebt ist ein zweistelliges prozentuales Wachstum
  • Verschuldung: Rückführung auf das 2,5‑fache EBITDA innerhalb von zwei Jahren

Diese Vorgaben deuten auf einen klaren Fokus auf margenstarke Segmente und eine striktere Kapitaldisziplin hin. Die geplante Entschuldung soll die finanzielle Flexibilität verbessern und passt zur zurückhaltenden M&A-Politik.

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Diagnostik-Sparte mit eigener Perspektive

Besonderes Augenmerk liegt auf der Diagnostik-Sparte. Sie soll künftig eine eigenständige Strategie verfolgen. CEO Montag schloss eine Veräußerung oder Abspaltung bis 2030 ausdrücklich nicht aus.

Operativ peilt das Segment mittelfristig ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich an – damit liegt die Zielspanne spürbar unter den Erwartungen für Imaging & Precision Therapy. Strategisch könnte die eigenständige Aufstellung die Option eröffnen, das Portfolio bei Bedarf zu straffen oder Werte abzuspalten, falls die Wachstums- und Renditeziele im Konzernverbund nicht erreicht werden.

Hauptversammlung und Dividende

Am 5. Februar findet die virtuelle Hauptversammlung statt, parallel zur Veröffentlichung der Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 ist eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie vorgesehen. Der Ex-Dividenden-Tag ist auf den 6. Februar terminiert.

Damit verbindet das Unternehmen wichtige strategische Updates, Finanzkennzahlen und die Ausschüttungspolitik in einem engen Zeitfenster – ein Termin, der sowohl für Bestands- als auch für potenzielle Anleger hohe Relevanz hat.

Analysten mit breiter Spanne bei Kurszielen

Die jüngsten Einschätzungen von Analysten zeigen ein gemischtes Bild. Unter anderem haben sich folgende Häuser positioniert:

  • RBC Capital Markets: Outperform (16.01.2026)
  • UBS: Neutral (15.01.2026)
  • JP Morgan: Overweight (15.01.2026)
  • Bernstein Research: Outperform (13.01.2026)
  • Deutsche Bank: Hold (06.01.2026)

Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 56,26 Euro, die Spanne reicht von 45 bis 65 Euro. Ausgehend von einem Kurs um 43 Euro sehen die optimistischeren Analysten damit ein deutliches Aufwärtspotenzial, während vorsichtigere Häuser eher von einem begrenzten Spielraum nach oben ausgehen. Die unterschiedliche Bewertung spiegelt die Spannung zwischen ambitionierten Wachstumszielen und Risiken im China-Geschäft sowie der Diagnostik wider.

Q1-Zahlen als wichtiger Test

Die Veröffentlichung der Q1-Zahlen am 5. Februar wird zum ersten Härtetest für die Ziele des Managements im neuen Geschäftsjahr. Im Mittelpunkt stehen:

  • Umsatz- und Ergebnisentwicklung in den Kernmärkten außerhalb Chinas
  • Fortschritte bei der Kompensation von Zollbelastungen
  • Erste Signale, ob der eingeschlagene Wachstumskorridor von 5–6 Prozent erreichbar ist

Kombiniert mit der anstehenden Beteiligungsreduktion der Siemens AG und den mittelfristigen Zielen bis 2030 ergibt sich damit ein klarer Zeitplan: In den kommenden Quartalen muss Siemens Healthineers zeigen, dass die operative Entwicklung und die Kapitalmarktstory zur geplanten Unabhängigkeit und den ambitionierten Wachstumszielen passen.

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