Der Medizintechnik-Sektor bleibt nervös: Eine kräftige Gewinnwarnung bei Carl Zeiss Meditec hat am Freitag die Siemens Healthineers Aktie mit nach unten gezogen. Auslöser sind vor allem Sorgen um das China-Geschäft – gleichzeitig halten einige Analysten demonstrativ an ihren positiven Einschätzungen fest. Wie passt das zusammen?

Sektor-Schock durch Carl Zeiss Meditec

Am späten Freitag legte Carl Zeiss Meditec vorläufige Zahlen für das erste Quartal 2025/26 vor – mit klar negativer Signalwirkung für die Branche:

  • Umsatzrückgang auf 467 Mio. Euro (Vorjahr: 490 Mio. Euro)
  • Operatives Ergebnis (EBITA) von 35 Mio. auf nur noch 8 Mio. Euro eingebrochen

Begründet wurde die Schwäche vor allem mit:

  • deutlichen Problemen im chinesischen Markt
  • zusätzlichen Belastungen durch ungünstige Währungseffekte

Die Folge: Anleger weiteten ihre Sorgen sofort auf andere Medizintechnikwerte aus. Siemens Healthineers geriet in eine Art „Sippenhaft“, weil der Konzern ebenfalls stark im China-Geschäft und in bildgebender Diagnostik engagiert ist. Der Kurs gab am Freitag um 1,84 % auf 43,30 Euro nach und liegt damit rund ein Viertel unter dem 52‑Wochen-Hoch von 57,78 Euro.

Chartbild: Nähe zur Unterstützung

Charttechnisch hat sich die Lage eingetrübt. Die Aktie notiert spürbar unter wichtigen Durchschnittslinien:

  • Schlusskurs Freitag: 43,30 Euro
  • Abstand zum 50‑Tage-Durchschnitt (44,70 Euro): rund -3 %
  • Abstand zum 200‑Tage-Durchschnitt (46,33 Euro): rund -6,5 %

Damit bewegt sich der Kurs nur noch wenige Euro über dem 52‑Wochen-Tief bei 40,85 Euro. Kurzfristig ist das Momentum negativ, die Titel stehen seit 30 Tagen etwa 17 % im Minus und auch im 12‑Monats-Vergleich mit gut 20 % Rückgang klar unter Druck.

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Aus technischer Sicht rückt die Zone um 43 Euro als Unterstützung in den Fokus. Ein deutlicher Rutsch darunter könnte den Weg in Richtung 41–40 Euro öffnen. Der RSI von 55 signalisiert allerdings noch keinen klar überverkauften Zustand, sondern eher eine neutrale Ausgangslage bei erhöhten Schwankungen – die 30‑Tage-Volatilität liegt annualisiert bei über 67 %.

Analysten setzen Kontrapunkt

Während der Markt am Freitag vor allem die negativen Branchensignale spielte, kam von Analystenseite ein deutlich anderes Signal. Die US-Bank Citi bestätigte ihre positive Einschätzung und erhöhte sogar das Kursziel:

  • Rating: Buy
  • Neues Kursziel: 60,00 Euro (zuvor 58,00 Euro)

Die Anhebung mitten im Kursrückgang zeigt: Citi sieht die von Carl Zeiss gemeldeten Probleme offenbar nicht eins zu eins auf Siemens Healthineers übertragbar oder zumindest als beherrschbar. Auch Berenberg bekräftigte zum Wochenschluss seine Kaufempfehlung „Buy“. Institutionelle Adressen sehen die aktuellen Kurse damit eher als Chance, nicht als Anlass zum Ausstieg – zumindest auf Basis der bisher bekannten Fakten.

Fundamentale Belastungen bleiben

Unabhängig vom Sektordruck hat Siemens Healthineers bereits zuvor auf ein herausforderndes Geschäftsjahr 2026 hingewiesen. Das Unternehmen rechnet mit spürbaren externen Belastungen:

  • Zusätzliche Zölle sollen das Ergebnis um bis zu 400 Mio. Euro dämpfen
  • Das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) wird nur bei 2,20 bis 2,40 Euro erwartet

Damit befindet sich der Konzern in einer Übergangsphase: Kurzfristig drücken Zölle, Währung und geopolitische Faktoren auf die Bilanz. Langfristige Wachstumstreiber wie neue Imaging-Technologien (z.B. Photon-Counting-CTs) und die weitere Integration von Varian bleiben jedoch strategisch wichtig und werden von den Analysten offenbar höher gewichtet als die momentanen Bremseffekte.

Fazit: Zwischen Nervosität und Vertrauensvorschuss

Die jüngsten Kursverluste bei Siemens Healthineers sind klar vom Sektor-Schock rund um Carl Zeiss Meditec geprägt und weniger von neuen firmenspezifischen Daten. Der Markt preist derzeit die Gefahr ein, dass die Schwäche im China-Geschäft auch in Erlangen stärker durchschlagen könnte.

Demgegenüber steht ein doppeltes Signal der Analysten: Citi erhöht das Kursziel auf 60 Euro, Berenberg bleibt ebenfalls bei „Buy“. Solange keine eigenen, deutlichen Negativüberraschungen folgen, prallen damit kurzfristige Skepsis und ein gewisser Vertrauensvorschuss aufeinander. Entscheidend für die weitere Kursrichtung wird sein, ob Siemens Healthineers mit den nächsten Geschäftszahlen zeigen kann, dass die Auswirkungen der Branchenprobleme begrenzt bleiben.

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