Siemens Healthineers stellt die Weichen im US-Gesundheitsmarkt neu – kurz bevor die nächsten Quartalszahlen anstehen. Eine frische Co-Marketing-Partnerschaft soll das Geschäft mit minimal-invasiver Schmerztherapie stärken, während der Kurs zuletzt etwas nachgegeben hat. Wie stimmig ist dieses Bild aus strategischem Vorstoß und verhaltener Kursentwicklung?

Kooperation im US-Schmerztherapiemarkt

Am 20. Januar hat Siemens Healthineers eine strategische Co-Marketing-Vereinbarung mit dem US-Medizintechnikunternehmen Avanos Medical bekanntgegeben. Im Fokus steht der wachsende Markt für ambulante Schmerztherapie in den USA, insbesondere minimal-invasive Eingriffe.

Konkret werden mobile C-Arm-Bildgebungssysteme von Siemens Healthineers – darunter Cios Select und Cios Flow – mit der Radiofrequenz-Ablations-Technologie (RFA) von Avanos kombiniert. Diese Eingriffe zielen darauf ab, chronische Schmerzen durch gezieltes Veröden von Nervenbahnen zu lindern.

Die Kooperation richtet sich an:

  • ambulante Chirurgiezentren (Ambulatory Surgery Centers, ASCs)
  • Krankenhäuser
  • interventionelle Schmerzpraxen

Avanos-CEO Dave Pacitti betonte, dass die Partnerschaft die RFA-Expertise seines Hauses mit der Bildgebungstechnologie von Siemens Healthineers verbindet. Finanzielle Details der Vereinbarung wurden nicht veröffentlicht.

Die Zusammenarbeit ist im Segment Advanced Therapies angesiedelt, das im Geschäftsjahr 2025 rund 9,1 % zum Konzernumsatz beitrug. Damit zielt die Vereinbarung klar auf einen Bereich, der bereits heute eine spürbare Rolle im Portfolio spielt – mit Potenzial nach oben, falls der US-Markt wie erwartet weiter wächst.

Fokus auf USA und gemeinsame Vermarktung

Der Startschuss fällt zunächst ausschließlich im US-Markt. Beide Unternehmen planen gemeinsame Schulungs-, Vertriebs- und Marketinginitiativen, um Kliniken und Zentren die kombinierte Lösung näherzubringen.

Wichtige Punkte der Kooperation im Überblick:

  • Region: zunächst ausschließlich USA
  • Produkte: mobile C-Arm-Systeme (z. B. Cios Select, Cios Flow) + RFA-Systeme von Avanos
  • Zielkunden: ASCs, Krankenhäuser, spezialisierte Schmerzpraxen
  • Aktivitäten: gemeinsame Trainings-, Vertriebs- und Marketingprogramme
  • Segment bei Siemens Healthineers: Advanced Therapies (9,1 % Konzernumsatz 2025)

Die Vereinbarung ist als Co-Marketing-Deal angelegt, das heißt: Beide Seiten behalten ihre Produkte, bündeln aber die Marktbearbeitung. Das reduziert Integrationsrisiken, eröffnet aber zugleich neue Ansatzpunkte im Vertrieb – vor allem in einem stark fragmentierten und wettbewerbsintensiven US-Markt.

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Aktie leicht unter Durchschnittsniveau

An der Börse überwiegt derzeit Zurückhaltung. Gestern schloss die Aktie bei 44,25 Euro. Auf Wochensicht entspricht das einem Rückgang von rund 5,5 %, während das Bild über 30 Tage nahezu unverändert ist. Seit Jahresbeginn liegt die Performance mit etwa +0,25 % leicht im Plus, auf Zwölfmonatssicht aber bei rund -18 %.

Im Vergleich zu den jüngsten Extremen im Chart verläuft der Kurs aktuell eher im unteren Mittelfeld:

  • Abstand zum 52-Wochen-Hoch bei 57,78 Euro: rund -23 %
  • Abstand zum 52-Wochen-Tief bei 40,85 Euro: rund +8 %

Charttechnisch notiert die Aktie damit unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 46,35 Euro, allerdings nur moderat. Der RSI von 55 signalisiert ein neutrales Momentum, also keine klare Überkauft- oder Überverkauft-Situation. Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von gut 67 % schwanken die Kurse allerdings spürbar.

Die jüngste Co-Marketing-Meldung hat damit bislang keinen sichtbaren Trendwechsel ausgelöst, fällt aber in eine Phase, in der der Titel ohnehin unter seinem längerfristigen Durchschnittsniveau notiert.

Analysten weiter überwiegend positiv

Auf der Analystenseite dominiert ein konstruktives Bild. In der Woche vor der Partnerschaftsankündigung haben mehrere große Häuser ihre Einschätzungen aktualisiert:

  • JP Morgan (15. Januar): Kaufempfehlung bestätigt
  • UBS (15. Januar): Einstufung „Neutral“ bestätigt, Kursziel auf 51 Euro angehoben
  • RBC (16. Januar): Kaufempfehlung bestätigt
  • Bank of America (14. Januar): Kaufempfehlung vor den Q1-Zahlen bekräftigt

Im Durchschnitt liegt das Analysten-Kursziel bei 56,16 Euro. Ausgehend vom aktuellen Kursniveau ergibt sich rechnerisch ein deutliches Aufwärtspotenzial im mittleren zweistelligen Prozentbereich. Von 15 erfassten Analysten rät keiner zum Verkauf; alle sprechen sich für „Kaufen“ oder „Halten“ aus.

Damit steht ein skeptischer Kursverlauf einer weiterhin überwiegend positiven Expertensicht gegenüber – ein Spannungsfeld, das mit den kommenden Zahlen an Schärfe gewinnen dürfte.

Q1-Zahlen und mittelfristige Ziele im Blick

Am 21. Januar hat Siemens Healthineers den Termin für die Q1-Ergebnisse des Geschäftsjahres 2026 bestätigt. Die Zahlen werden am 5. Februar um 7:00 Uhr MEZ veröffentlicht, gefolgt von einer Pressekonferenz mit CEO Bernd Montag und CFO Jochen Schmitz um 7:30 Uhr.

Im Hintergrund wirken zudem die bereits im November 2025 auf dem Capital Markets Day skizzierten Mittelfristziele für den Zeitraum 2027–2030:

  • jährliches Umsatzwachstum auf Konzernebene von 5–7 %
  • 6–9 % Wachstum pro Jahr in den Bereichen Imaging und Precision Therapy
  • zweistelliges jährliches EPS-Wachstum

Parallel bleibt der geplante Spin-off durch die Konzernmutter Siemens AG ein strukturelles Thema. Siemens plant, den Anteil von derzeit rund 67 % um etwa 30 Prozentpunkte durch eine Abspaltung an die eigenen Aktionäre zu reduzieren. Konkretere Details dazu werden im Verlauf des zweiten Quartals 2026 erwartet.

Damit bündeln sich in den kommenden Wochen mehrere potenzielle Kurstreiber: operative Q1-Daten, der Fortschritt bei der strategischen Ausrichtung – etwa im Bereich Advanced Therapies und US-Schmerztherapie – sowie weitere Klarheit zur Aktionärsstruktur nach der geplanten Abspaltung. Wie diese Faktoren zusammenspielen, dürfte entscheidend dafür sein, ob die Aktie sich aus ihrem aktuell eher gedrückten Kursbereich wieder nach oben lösen kann.

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