Siemens Healthineers Aktie: Zwischenchance
Siemens Healthineers meldet Fortschritte im US-Geschäft, gleichzeitig bleibt der Blick der Analysten vorsichtig – und der Kurs hängt unter wichtigen technischen Marken fest. Im Kern ringen zwei Narrative miteinander: operative Wachstumsinitiativen auf der einen Seite, eine abwartende Bewertung durch UBS und eine noch fragile Charttechnik auf der anderen. Wie robust ist dieser Mix?
Die Fakten im Überblick
- Aktueller Kurs: 44,23 € (heute leicht im Plus, rund 0,11 %)
- 7-Tage-Veränderung: ca. -5,5 %
- Rund 18 % unter dem Stand vor zwölf Monaten
- Abstand zum 52‑Wochen-Hoch (57,78 €): etwa -23 %
- Abstand zum 52‑Wochen-Tief (40,85 €): rund +8 %
Der Titel hat damit einen spürbaren Rücksetzer hinter sich, bewegt sich aber klar über dem Jahrestief und leicht unter den mittelfristigen gleitenden Durchschnitten.
UBS bleibt neutral – Potenzial mit Verzögerung
Die Schweizer Großbank UBS hält an ihrer neutralen Einschätzung für Siemens Healthineers fest. Analyst Graham Doyle bestätigt das Votum „Neutral“ und setzt das Kursziel bei 51 Euro an. Vom aktuellen Kursniveau aus entspricht das einem theoretischen Aufwärtsspielraum von gut 13 Prozent, ohne dass daraus bereits eine klare Kaufempfehlung abgeleitet wird.
In der Studie skizziert UBS ein gemischtes Bild:
- Bewertung: Nach der schwächeren Kursentwicklung seit 2022 erscheint die Aktie aus Sicht der Analysten zwar attraktiver, für einen klaren Einstiegszeitpunkt sei es jedoch noch „etwas zu früh“.
- Risiken: Das Geschäft in China und mögliche Zusatzbelastungen durch Zölle gelten weiterhin als Unsicherheitsfaktoren, die die Ertragsdynamik dämpfen könnten.
- Treiber: Spürbare Impulse erwartet UBS erst in der zweiten Jahreshälfte 2026 – unter anderem durch neue Systeme wie einen Linearbeschleuniger für die Strahlentherapie und moderne Computertomografen.
Der Kern der UBS-Botschaft: Strukturell stimmt die Richtung, kurzfristig ist jedoch kaum mit einer deutlichen Outperformance zu rechnen.
US-Partnerschaft mit Avanos: Ambulanter Markt im Fokus
Auf der operativen Seite setzt Siemens Healthineers einen klaren Akzent im US-Markt. Mit Avanos Medical wurde eine Co‑Marketing-Vereinbarung geschlossen, die die Position im Bereich der ambulanten und interventionellen Schmerztherapie stärken soll.
Die Aufgabenverteilung ist klar:
- Siemens Healthineers bringt seine mobilen C‑Bogen-Systeme „Cios Select“ und „Cios Flow“ ein, die für präzise Bildgebung während Eingriffen genutzt werden.
- Avanos Medical ergänzt die Kooperation um seine Lösungen im Bereich der Radiofrequenzablation (RFA), die zur gezielten Schmerzbehandlung eingesetzt werden.
Adressiert werden vor allem ambulante Operationszentren (ASCs) in den USA. Dieser Bereich wächst, weil immer mehr Eingriffe aus den klassischen Kliniken in den ambulanten Sektor verlagert werden. Für Siemens Healthineers ist das strategisch wichtig: Solche Installationen schaffen potenziell wiederkehrende Erlöse aus Service, Verbrauchsmaterialien und Zubehör.
Kurzfristig ist jedoch nicht mit deutlichen Spuren in der Gewinn- und Verlustrechnung zu rechnen. Die Vereinbarung wirkt eher als Baustein für stabilere und breiter aufgestellte Ertragsquellen im Mittel- bis Langfristbereich.
Charttechnik: Nähe zu wichtigen Durchschnitten
Charttechnisch bewegt sich die Aktie in einer sensiblen Zone. Mit 44,23 € notiert der Kurs:
- knapp unter dem 50‑Tage-Durchschnitt von 44,67 €,
- etwas deutlicher unter dem 100‑Tage-Durchschnitt (45,54 €) und
- rund 4,6 % unter dem 200‑Tage-Durchschnitt (46,35 €).
Zuletzt hatte der Titel im Bereich um 40,85 € ein 52‑Wochen-Tief markiert und sich seither wieder um gut 8 % nach oben abgesetzt. Der jüngste Rückgang von etwa 5,5 % innerhalb von sieben Tagen zeigt jedoch, dass die Erholung noch nicht gefestigt ist.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt mit 55 auf neutralem Niveau. Von einer klar überverkauften oder überkauften Situation kann derzeit nicht gesprochen werden. Das unterstreicht den Eindruck einer abwartenden Marktphase ohne klar dominierende Käufer- oder Verkäuferseite.
Ausblick: Impulse kommen eher später im Jahr
Fundamental deutet vieles auf einen verschobenen Zeitplan für größere Kurstreiber hin. Die UBS erwartet stärkere Beiträge neuer Medizintechnik-Produkte erst ab der zweiten Jahreshälfte 2026. Die neue US-Partnerschaft verbessert zwar die strategische Aufstellung, wird aber kurzfristig kaum im Zahlenwerk durchschlagen.
Kurzfristig dürften vor allem zwei Faktoren den Takt vorgeben: die allgemeine Stimmung im Medizintechnik-Sektor und die anstehenden Zahlen zum ersten Quartal, die im Februar erwartet werden. Gelingen dem Unternehmen hier solide Signale, könnte das helfen, die Distanz zu den relevanten gleitenden Durchschnitten zu verringern und den Blick wieder in Richtung des von UBS gesetzten Kursziels zu lenken.
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