Neue Bluttests für die Alzheimer-Forschung, eine bevorstehende Abspaltung von Siemens und gleichzeitig eine schrumpfende Diagnostiksparte — Siemens Healthineers jongliert gerade mit ungewöhnlich vielen Baustellen. Die Aktie notiert auf einem 52-Wochen-Tief und hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 28 Prozent verloren.

Blutbasierte Biomarker für die Neurologie

Der Konzern hat zwei neue Forschungsassays angekündigt: den Atellica IM pTau217 und den Atellica IM Brain Derived Tau (BDTau). Beide Tests messen Alzheimer-relevante Proteine aus Blutproben und bieten damit eine weniger invasive Alternative zur Lumbalpunktion. Sie laufen auf der bereits weit verbreiteten Atellica-Analysatorenplattform — ein bewusster strategischer Schachzug.

Die Logik dahinter ist klar: Statt isolierter Einzelprodukte baut Siemens Healthineers ein wachsendes Biomarker-Menü auf bestehender Infrastruktur auf. Ergänzt wird das Portfolio durch einen bereits CE-zertifizierten Neurofilament-Light-Chain-Assay zur Risikovorhersage bei Multipler Sklerose sowie laufende Entwicklungsarbeiten für einen ApoE-ε4-Test, der sowohl mit Alzheimer als auch mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen verknüpft ist. Forschungskooperationen mit Konsortien wie PREDICTOM und ACCESS-AD sollen die wissenschaftliche Basis festigen.

Ein wichtiges Caveat: Die neuen pTau217- und BDTau-Assays sind ausschließlich für Forschungszwecke zugelassen. Der Schritt zur klinischen Diagnostik — und damit zur kommerziellen Skalierung — steht noch aus.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Siemens Healthineers?

Operativer Gegenwind bleibt spürbar

Das erste Quartal 2026 lieferte ein gemischtes Bild. Der Umsatz wuchs um 3,8 Prozent, das bereinigte Ergebnis je Aktie sank jedoch um 3 Prozent auf 0,49 Euro. Wachstumstreiber waren die Bildgebungs- und Krebstherapiesparte; die Diagnostik schrumpfte um 3 Prozent, vor allem wegen anhaltender Schwäche im China-Geschäft. Zusätzlich rechnet das Management mit einem negativen Zolleffekt von bis zu 500 Millionen Euro für das Gesamtjahr.

Trotzdem hält das Unternehmen an seiner Jahresprognose fest: vergleichbares Umsatzwachstum von 5 bis 6 Prozent sowie ein bereinigtes Ergebnis je Aktie zwischen 2,20 und 2,40 Euro.

Abspaltung als strategische Zäsur

Im Hintergrund läuft die wohl folgenreichste Veränderung der Unternehmensgeschichte. Siemens plant, 30 Prozent der Aktien per Direktabspaltung an die eigenen Aktionäre zu übertragen und sich damit von der Mehrheitsbeteiligung zu trennen. Weitere Details sollen Anfang des zweiten Quartals 2026 folgen. Ein Investment-Grade-Rating von Moody's stärkt die Ausgangslage für diesen Schritt.

Weltweit werden jährlich fast 10 Millionen neue Demenzfälle diagnostiziert — ein demografischer Rückenwind, der das Neurologie-Segment langfristig attraktiv macht. Ob das Brain-Health-Portfolio den Weg von der Forschungsanwendung in die klinische Routine findet, wird maßgeblich darüber entscheiden, wie viel von diesem Marktpotenzial sich tatsächlich in Umsatz übersetzt.

Siemens Healthineers-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Siemens Healthineers-Analyse vom 21. März liefert die Antwort:

Die neusten Siemens Healthineers-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Siemens Healthineers-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Siemens Healthineers: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...