Siemens Energy feiert eines der erfolgreichsten Jahre der Unternehmensgeschichte. Mit einem historischen Auftragsbestand und der lang ersehnten Rückkehr zur Dividende scheint die existenzbedrohende Krise endgültig überwunden. Doch trotz der Euphorie auf der Hauptversammlung in Berlin schwelt ein strategischer Konflikt weiter, der die künftige Ausrichtung des Konzerns maßgeblich beeinflussen könnte.

Dividenden-Comeback und voller Auftragsbücher

Aufsichtsratschef Joe Kaeser sprach auf der Hauptversammlung unmissverständlich vom „besten Jahr“ des Unternehmens als eigenständiger Konzern. Das Fundament dieser Zuversicht bildet ein gewaltiger Auftragsbestand von 146 Milliarden Euro. Die operative Wende spiegelt sich nun auch direkt auf den Konten der Anteilseigner wider: Erstmals seit 2022 schüttet der Konzern wieder Gewinne aus.

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Die Aktionäre stimmten dem Vorschlag von 0,70 Euro je Aktie mit 99,99 Prozent der Stimmen zu. Dieser Schritt wurde erst durch die vorzeitige Rückzahlung der staatlichen Garantien möglich, womit auch die damit verbundenen Ausschüttungssperren entfielen.

KI-Boom als Gewinntreiber

Der Blick auf die Zahlen des ersten Quartals 2026 verdeutlicht die Dynamik des operativen Geschäfts. Der Gewinn vor Sonderposten verdoppelte sich auf 1,16 Milliarden Euro, was einer Marge von 12 Prozent entspricht. Verantwortlich für diesen Schub ist vor allem der immense Energiehunger durch Künstliche Intelligenz und Rechenzentren.

Besonders in den USA führt der Ausbau von Cloud-Infrastrukturen zu einer sprunghaften Nachfrage nach verlässlicher Stromversorgung. Die Sparte Gas Services reagierte darauf mit ihrem stärksten Quartal überhaupt und verkaufte fast doppelt so viele große Gasturbinen wie im Vorjahr. Um diesen Trend zu bedienen, investiert der Konzern rund eine Milliarde US-Dollar in amerikanische Fertigungskapazitäten.

Der Streit um Gamesa

Trotz der Rekordzahlen bleibt die Windkrafttochter Siemens Gamesa das Sorgenkind im Portfolio und sorgt für Spannungen in der Eigentümerstruktur. Der aktivistische Investor Ananym Capital fordert lautstark eine Abspaltung der Sparte, um den Wert der profitablen Konzerzteile freizulegen. Das Management erhält jedoch Rückendeckung von Großaktionären wie DWS und Union Investment, die einen schnellen Spin-off derzeit ablehnen.

Operativ zeigt die Sanierung der Windsparte allerdings Wirkung. Der Verlust, der im Vorjahr noch bei über 1,36 Milliarden Euro lag, schrumpfte im ersten Quartal 2026 auf 46 Millionen Euro zusammen. Das erklärte Ziel des Vorstands bleibt das Erreichen der Gewinnschwelle im laufenden Geschäftsjahr.

Aktienrückkauf und Marktreaktion

Das Management unterstreicht sein Vertrauen in die eigene Cashflow-Stärke mit einem Aktienrückkaufprogramm über bis zu 6 Milliarden Euro bis 2028. An der Börse lösten die Nachrichten zunächst Gewinnmitnahmen aus. Die Aktie notiert am Montag bei 161,55 Euro und verzeichnet damit ein Tagesminus von gut 2 Prozent. Angesichts des Kursanstiegs von über 197 Prozent in den letzten 12 Monaten werten Marktbeobachter dies als normale Konsolidierung.

Fazit

Siemens Energy hat den Turnaround operativ bestätigt. Die Abhängigkeit vom volatilen Windgeschäft verringert sich durch die enorme Stärke der Gas- und Netzsparten zusehends. Dennoch bleibt die Performance von Gamesa der entscheidende Faktor für die mittelfristige Ruhe im Aktionärskreis. Die Quartalszahlen am 12. Mai werden der nächste wichtige Gradmesser sein: Sollte der Break-even dann nicht greifbar sein, dürfte der Druck auf das Management, die Windsparte abzuspalten, massiv zunehmen.

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