Politischer Rückenwind und operative Fortschritte verändern aktuell die Story rund um Siemens Energy. Nach einer kurzen Verschnaufpause zu Wochenbeginn rückt der Energietechnik-Konzern wieder stärker in den Fokus – diesmal nicht wegen technischer Probleme, sondern wegen wachsender Geschäftschancen. Im Zentrum stehen neue Gaskraftwerke und frische Signale aus dem Windgeschäft.

Politische Weichen stellen Milliardenpotenzial in Aussicht

Der wichtigste Treiber ist eine Grundsatzeinigung mit der Europäischen Kommission, die den Bau moderner Gaskraftwerke in Deutschland ermöglicht. Diese Entscheidung ist mehr als eine Randnotiz der Energiepolitik: Sie öffnet für Siemens Energy als einen der zentralen Anbieter von Gasturbinen und Netztechnik ein neues Auftragsfenster.

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Die geplanten Anlagen sollen die Stromversorgung im Zuge des Kohleausstiegs absichern. Von Beginn an wasserstofffähig ausgelegt, zielen sie auf eine längere Einsatzperspektive in einem zunehmend dekarbonisierten Energiesystem. Das stärkt die Position des Konzerns als Technologiepartner für die Energiewende und könnte mittelfristig ein deutliches Auftragsvolumen nach sich ziehen.

Klar ist: Hier geht es nicht nur um einzelne Projekte, sondern um eine strukturelle Nachfragequelle, die Planungssicherheit und Skaleneffekte bringen kann.

Doppelter Rückenwind: Gas und Wind

Parallel dazu kommen positive Impulse aus dem Windsegment. In Großbritannien wurde eine Offshore-Windauktion erfolgreich abgeschlossen, von der die Tochter Siemens Gamesa profitiert. Für den Konzern entsteht damit ein doppelter Hebel:

  • Turbinen-Geschäft: Absatz von Windturbinen und Komponenten im Offshore-Bereich
  • Netzinfrastruktur: Zusätzlicher Bedarf an leistungsfähigen Netzen und Systemtechnik
  • Politische Flankierung: Energiepolitische Ziele in Europa stützen langfristige Investitionen
  • Struktureller Trend: Steigender Strombedarf und Dekarbonisierung bleiben zentrale Wachstumstreiber

Diese Nachrichten wirken den Gewinnmitnahmen entgegen, die zu Wochenbeginn auf den Kurs gedrückt hatten. Nach einem Rekordniveau der vergangenen Tage kam es zunächst zu einer technischen Konsolidierung. Am gestrigen Montag schloss die Aktie bei 134,15 Euro und liegt damit rund 5 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 141,84 Euro, bleibt aber klar im Aufwärtstrend.

Charttechnik: Überhitzung oder gesunder Trend?

Charttechnisch zeigt sich ein gemischtes Bild. Der Trend ist klar aufwärtsgerichtet, gleichzeitig tauchen kurzfristige Warnsignale auf. Fachleute verweisen auf „bearishe Divergenzen“ bei Indikatoren wie RSI und MACD – der Kurs markiert neue Hochs, während die Indikatoren diese Stärke nicht mehr vollständig bestätigen. Das deutet auf eine nachlassende Dynamik hin.

Passend dazu signalisiert der 14-Tage-RSI mit einem Wert von 85,4 eine überkaufte Lage. Die Aktie notiert deutlich über ihren gleitenden Durchschnitten (rund 10 % über dem 50-Tage- und mehr als 30 % über dem 200-Tage-Durchschnitt), was den starken Lauf der vergangenen Monate unterstreicht, aber kurzfristig anfällig für Rücksetzer macht.

Gleichzeitig stützen die jüngsten fundamentalen Entwicklungen den positiven Grundton: Politische Unterstützung für neue wasserstofffähige Gaskraftwerke, ein erfolgreiches Offshore-Windprojekt in Großbritannien und anhaltender struktureller Rückenwind durch den steigenden Energiebedarf liefern Argumente für einen intakten mittel- bis langfristigen Aufwärtstrend.

Im Ergebnis trifft bei Siemens Energy eine günstige Nachrichtenlage auf eine technisch überdehnte, aber weiterhin intakte Aufwärtsbewegung. Entscheidend wird in den kommenden Wochen sein, ob neue Aufträge und weitere politische Entscheidungen den aktuellen Schwung bestätigen und die jüngste Konsolidierung in eine Fortsetzung des Trends überführen.

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