Das Servicegeschäft rund um Gasturbinen könnte der größte Kurstreiber sein, den der Markt bislang kaum auf dem Schirm hat. Die Bank of America hat ihr Kursziel auf 220 Euro angehoben und rückt genau dieses Segment in den Mittelpunkt – während ein kurzfristiger Kostenschock zwischenzeitlich für Gegenwind sorgte.

Das Aftermarket-Geschäft als verborgener Wachstumsmotor

Im Kern der BofA-Studie steht die These, dass der sogenannte Aftermarket – also die Wartung und Instandhaltung installierter Gasturbinen – massiv unterschätzt wird. Die Analysten rechnen damit, dass der Gewinn in diesem Segment bis 2035 auf fast 5 Milliarden Euro steigen und sich damit etwa verdreifachen könnte. Treiber ist die wachsende Basis an installierten Anlagen weltweit, die stetig planbare Wartungsumsätze generiert. Die weltweit im Einsatz befindlichen Anlagen sollen in den kommenden Jahren um mehr als 30 Prozent zunehmen.

Beim freien Cashflow gehen die Analysten sogar deutlich über die eigene Unternehmensprognose hinaus: Für 2026 erwarten sie rund 6,2 Milliarden Euro – gegenüber einer offiziellen Guidance von 4 bis 5 Milliarden Euro. Bis 2028 könnten so rund 7 Milliarden Euro an zusätzlicher Liquidität aufgebaut werden, selbst nach einem laufenden Aktienrückkaufprogramm von bis zu 2 Milliarden Euro und geplanten Großinvestitionen.

Das Fundament für diesen Optimismus liefern die Rekordergebnisse aus dem ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026: Neue Aufträge sprangen um 33 Prozent auf 17,6 Milliarden Euro, der Auftragsbestand kletterte auf ein Rekordniveau von 146 Milliarden Euro. Allein im Gas-Services-Segment wurden 102 Gasturbinen gebucht – mehr als die Hälfte der gesamten Einheiten des Vorjahres. Der Nettogewinn lag bei 746 Millionen Euro.

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Kostendruck, Gamesa und ein Indexwechsel

Die Kehrseite des vollen Auftragsbuchs: Steigende Logistik- und Materialkosten – vor allem bei energieintensiven Vorprodukten wie Stahl – könnten die Margen belasten. Dieser Kostendruck belastete die Aktie zu Wochenbeginn mit einem Rückgang von rund 5 Prozent, bevor sie sich heute um rund 2,8 Prozent auf 156,55 Euro erholte. Damit liegt der Kurs weiterhin klar über dem 200-Tage-Durchschnitt von rund 114 Euro.

Strukturell bleibt die Windkrafttochter Siemens Gamesa ein Risikofaktor. Das operative Minus verringerte sich zwar im ersten Quartal auf 46 Millionen Euro, die Gewinnschwelle ist aber noch nicht erreicht. US-Aktivist Ananym drängt auf eine Trennung, während Großinvestoren wie DWS und Union Investment dem Management den Rücken stärken – ein offener Konflikt, dessen Ausgang offen bleibt.

Zusätzlichen strukturellen Rückenwind liefert die Aufnahme in den Stoxx Europe 50 zum 23. März. Fonds und ETFs, die den Index physisch abbilden, werden die Aktie kaufen müssen – eine planbare Nachfragequelle, die kurzfristig stützend wirken dürfte.

Am 12. Mai 2026 legt der Konzern die Zahlen für das zweite Quartal vor. Dann wird sich zeigen, ob die Margen dem aktuellen Kostendruck tatsächlich standhalten – und ob die ambitionierten Cashflow-Erwartungen der Analysten auf dem richtigen Weg sind.

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