Siemens Energy schwimmt förmlich in Aufträgen. Während die Gasturbinen-Sparte auf Jahre hinaus ausgebucht ist, rückt nun ein ganz anderes Problem in den Fokus: Die globalen Lieferketten kommen dem rasanten Tempo kaum noch hinterher. Kurz vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen liefert das Management wichtige Einblicke in die operative Entwicklung und den Sanierungskurs der Windkrafttochter Gamesa.

Engpass in der Lieferkette

Im jüngsten Analysten-Call vor Beginn der Schweigephase skizzierte der Konzern ein luxuriöses Problem. Die Gasturbinen-Kapazitäten sind bis zum Geschäftsjahr 2028 komplett erschöpft. Auch für 2029 füllen sich die Auftragsbücher extrem schnell, und selbst für 2030 werden bereits erste Produktionsslots vergeben. Als größter limitierender Faktor für eine noch schnellere Expansion erweist sich aktuell die Beschaffung von Turbinenschaufeln. Das Management bezeichnete diese Lieferketten-Thematik als den zentralen Engpass der gesamten Industrie.

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Trotz dieser operativen Hürden bekräftigte Siemens Energy die Jahresprognose. Auf ein voraussichtlich starkes zweites Quartal soll eine etwas ruhigere zweite Jahreshälfte folgen. Diese Schwankung resultiert laut Unternehmensangaben rein aus der Struktur der Slot-Reservierungen und signalisiert keine abkühlende Nachfrage. Analysten von JPMorgan zeigten sich im Anschluss an das Update zuversichtlich. Die US-Investmentbank bestätigte ihre "Overweight"-Einstufung mit einem Kursziel von 200 Euro und verwies auf die attraktiven mittelfristigen Aussichten des Unternehmens.

Gamesa-Sanierung und Kapitalrückfluss

Ein entscheidender Baustein für das Erreichen der Gesamtjahresziele – angepeilt wird ein Nettogewinn zwischen drei und vier Milliarden Euro – bleibt die Tochtergesellschaft Siemens Gamesa. Hier verläuft die Entwicklung nach Plan. Nach einem noch defizitären ersten Halbjahr soll die zweite Jahreshälfte positive Ergebnisse liefern, um auf Gesamtjahressicht den Break-even zu erreichen. Bereits im ersten Quartal war der operative Verlust auf 46 Millionen Euro geschrumpft.

Parallel dazu treibt der Konzern sein Kapitalrückführungsprogramm voran. Seit Anfang März hat Siemens Energy knapp 5,85 Millionen eigene Aktien erworben. Bis 2028 sollen Papiere im Wert von bis zu sechs Milliarden Euro zurückgekauft werden. Diese stringente Umsetzung der Strategie spiegelt sich in der Kursentwicklung wider: Auf Sicht von zwölf Monaten verzeichnet der Titel einen massiven Wertzuwachs von rund 162 Prozent und ging gestern bei 146,05 Euro aus dem Handel.

Am 12. Mai 2026 legt Siemens Energy die finalen Zahlen für das zweite Quartal vor. Neben dem angepeilten Umsatzwachstum von 11 bis 13 Prozent für das Gesamtjahr richtet sich der Fokus der Investoren dann auf zwei konkrete Kennzahlen: die Margenentwicklung bei Gamesa und den generierten Free Cashflow. Diese beiden Faktoren bilden die Basis für die weitere fundamentale Bewertung des Energietechnikkonzerns.

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