Nach Jahren der Durststrecke vollzieht Siemens Energy einen bemerkenswerten Kurswechsel: Erstmals seit der Abspaltung von Siemens kehrt der Energietechnik-Konzern zur Dividendenzahlung zurück. Die Hauptversammlung in Berlin im Februar 2026 wurde zur Bühne für ein klares Signal – mit 99,99 Prozent der Stimmen votierten die Aktionäre für eine Ausschüttung von 0,70 Euro je Aktie. Möglich wurde dieser Schritt durch die vorzeitige Rückzahlung staatlicher Garantien, die bis dahin jegliche Gewinnausschüttung blockiert hatten.

Rekordquartal bestätigt operative Wende

Die Zahlen zum ersten Quartal 2026 untermauern den Turnaround: Der Auftragseingang kletterte um 34 Prozent auf 17,6 Milliarden Euro – ein neuer Bestwert. Der Umsatz legte um knapp 13 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro zu. Besonders eindrucksvoll entwickelte sich der Gewinn vor Sonderposten, der sich von 481 Millionen auf 1,16 Milliarden Euro mehr als verdoppelte. Das entspricht einer operativen Marge von zwölf Prozent.

Verantwortlich für den Schub ist vor allem die Sparte Gas Services, die ihr stärkstes Quartal überhaupt verzeichnete. 102 Gasturbinen gingen in die Auftragsbücher – fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Der Grund: Der Boom rund um Künstliche Intelligenz und Rechenzentren treibt den Energiebedarf massiv nach oben, insbesondere in den USA. Cloud-Betreiber und Tech-Konzerne benötigen verlässliche Stromversorgung für ihre wachsenden Serverfarmen.

Der Auftragsbestand erreichte ein Allzeithoch von 146 Milliarden Euro und sichert dem Konzern damit langfristige Umsatzsichtbarkeit. Der freie Cashflow vor Steuern belief sich auf knapp 2,9 Milliarden Euro.

Gamesa bleibt Unsicherheitsfaktor

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Während sich die Kerngeschäfte prächtig entwickeln, sorgt die Windkrafttochter Siemens Gamesa weiterhin für Diskussionen. Zwar schrumpfte der operative Verlust deutlich von 1,36 Milliarden Euro im Gesamtjahr 2025 auf 46 Millionen Euro im ersten Quartal 2026. Dennoch fordern einige Investoren eine Abspaltung der Problemsparte.

Das Management setzt dagegen auf Restrukturierung und verweist auf den Erfolg beim Grid-Geschäft, dessen Marge sich von 3,6 Prozent im Jahr 2022 auf 15,8 Prozent im Jahr 2025 ausweitete. Wichtige institutionelle Aktionäre wie Deka Investment stützen diesen Kurs. Ziel bleibt, Gamesa noch im laufenden Geschäftsjahr an die Gewinnschwelle zu führen.

Ausblick: Wachstum beschleunigt sich

Für das Gesamtjahr 2026 peilt Siemens Energy ein Umsatzwachstum zwischen elf und 13 Prozent an. Die operative Marge soll auf neun bis elf Prozent steigen, der Nettogewinn zwischen drei und vier Milliarden Euro landen. Bis 2028 strebt der Vorstand eine Marge von 14 bis 16 Prozent an – bei weiterhin zweistelligem jährlichen Umsatzwachstum.

Am 12. Mai folgen die Zahlen zum zweiten Quartal. Dann wird sich zeigen, ob Gamesa auf Kurs zur Gewinnschwelle liegt oder ob der Druck für eine Trennung zunimmt.

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