Siemens Energy steht vor einer Richtungsentscheidung – doch die kommt nicht so schnell wie von aktivistischen Investoren erhofft. Der US-Hedgefonds Ananym Capital hatte im Dezember eine Beteiligung offengelegt und auf eine sofortige Abspaltung der Windkraft-Tochter Siemens Gamesa gedrängt. Nun kommt die Quittung: Gewichtige institutionelle Anleger erteilen dem Spin-off eine klare Absage.

Die Fakten im Überblick:

  • Union Investment und DWS lehnen Gamesa-Abspaltung zum jetzigen Zeitpunkt ab
  • Großaktionäre fordern Fokus auf Sanierung statt schnelle Strukturdebatte
  • Aktie markiert neues Allzeithoch bei 168 Euro – Marktwert bei 145 Milliarden Euro
  • Hauptversammlung am 26. Februar dürfte vom Strategiestreit geprägt sein

Fondsmanager bremsen Aktivisten aus

Die Ablehnung kommt von höchster Stelle. Union Investment und DWS, beide mit substanziellen Beteiligungen an Siemens Energy, bezeichneten den Vorstoß von Ananym Capital als verfrüht. Ihre Argumentation: Bevor über Strukturfragen diskutiert wird, muss die Windsparte erst einmal profitabel werden.

Das Management um CEO Christian Bruch plant, mit Siemens Gamesa im laufenden Geschäftsjahr 2026 die Gewinnschwelle zu erreichen. Ein Vertreter der DWS machte deutlich, dass Stabilisierung und verbesserte Profitabilität kurzfristig Vorrang hätten. Erst mittelfristig sei eine Überprüfung der Konzernstruktur sinnvoll.

Ananym Capital hatte eine Bewertung von bis zu 10 Milliarden US-Dollar für die Windsparte in den Raum gestellt und argumentiert, ein eigenständiges Gamesa könne am Markt mehr Wert freisetzen. Die institutionellen Anleger kontern: Ein Spin-off einer noch nicht vollständig sanierten Einheit würde mehr Risiken schaffen als Chancen eröffnen.

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KI-Boom treibt Aktienkurs auf Rekordniveau

Während die Debatte um die Windsparte tobt, läuft das Kerngeschäft wie geschmiert. Die Aktie erreichte am Mittwoch in der Spitze knapp 168 Euro und handelt damit mehr als 160 Prozent über dem Vorjahresniveau. Der Marktwert des Konzerns beträgt mittlerweile rund 145 Milliarden Euro.

Zwei Faktoren treiben den Höhenflug: Der massive Energiehunger von KI-Rechenzentren sorgt für Rekordbedarf bei Gasturbinen und Netztechnologie. Zudem hatte Siemens Energy am 11. Februar starke Quartalszahlen mit Rekordwerten beim Auftragsbestand vorgelegt. Die konventionellen Energiesparten – Gas & Power sowie Grid Technologies – liefern derzeit ab.

Analysten sehen den hohen Aktienkurs auch als strategischen Vorteil für das Management. Der Bewertungsrückenwind verschafft Bruch mehr Spielraum, die Gamesa-Sanierung ohne den Druck einer erzwungenen Abspaltung zu Ende zu führen. Die Hauptversammlung am 26. Februar dürfte dennoch von der Strukturdebatte dominiert werden – auch wenn die mächtigsten Aktionäre ihre Position bereits klar gemacht haben.

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