Rekordaufträge, ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm, der bevorstehende Eintritt in den Stoxx Europe 50 — und trotzdem liegt die Aktie fast 18 Prozent unter ihrem Allzeithoch. Der Grund hat einen Namen: Siemens Gamesa.

Ananym fordert Abspaltung, Großaktionäre halten dagegen

Seit einigen Wochen mischt ein neuer Akteur die Debatte auf. Der US-Aktivist Ananym Capital hat eine Beteiligung erworben und drängt auf eine Abspaltung der Windkraftsparte. Mitgründer Charlie Penner argumentiert, eine Trennung von Gamesa könnte die Anlegerrendite um bis zu 60 Prozent steigern — weil sich der Konzern dann voll auf das lukrative Gas- und Netzgeschäft konzentrieren könnte.

Die institutionellen Großaktionäre sehen das anders. DWS-Fondsmanager Tobias Klaholz hält eine Abspaltung derzeit für verfrüht und priorisiert die Stabilisierung der Sparte. Union Investment sieht Gamesa als integralen Bestandteil der Turnaround-Story. Lediglich Deka-Vertreter Ingo Speich lässt eine Hintertür offen: Sollten neue wesentliche Belastungen auftreten, könnte die Diskussion neu entfachen.

Operative Stärke trifft auf Gamesa-Hypothek

Das Kerngeschäft läuft unterdessen auf Hochtouren. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 stieg der Auftragseingang um 33 Prozent auf 17,6 Milliarden Euro, der Auftragsbestand erreichte mit 146 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert. Die Gas-Services-Sparte verkaufte 102 Gasturbinen — das stärkste Quartal der Unternehmensgeschichte. Der Umsatz mit Hyperscalern verdoppelte sich auf über zwei Milliarden Euro.

Gamesa dagegen schreibt noch immer rote Zahlen, wenngleich das Quartalsminus von 1,36 Milliarden Euro Jahresverlust auf zuletzt 46 Millionen Euro geschrumpft ist. Die Restrukturierung läuft, ist aber nicht abgeschlossen.

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Die DZ Bank reagierte auf diese Gemengelage mit einer Hochstufung von „Verkaufen" auf „Halten" und hob den fairen Wert von 74 auf 128 Euro an — ein deutliches Signal, dass sich das Bild verbessert, ohne schon vollständig klar zu sein. Bernstein Research bleibt mit „Outperform" und einem Kursziel von 150 Euro optimistischer und verweist auf die strukturelle Nachfrage durch Rechenzentren als Wachstumstreiber.

Indexeintritt und Rückkaufprogramm als Kurstützen

Am 23. März rückt Siemens Energy in den Stoxx Europe 50 auf — per Fast-Entry-Regel, weil die Marktkapitalisierung auf rund 132 Milliarden Euro gestiegen ist. Passiv verwaltete Fonds und ETFs müssen die Aktie nun zwingend kaufen, was einen strukturellen Nachfragesockel schafft.

Flankiert wird das durch ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu sechs Milliarden Euro. Die erste Tranche über zwei Milliarden Euro läuft bereits und soll bis September 2026 abgeschlossen sein.

Trotz allem notiert die Aktie mit 139,65 Euro deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 151 Euro. Der nächste Prüfstein ist der 12. Mai, wenn die Quartalszahlen zeigen müssen, ob Gamesas Erholung planmäßig verläuft und die mittelfristigen Margenziele von 14 bis 16 Prozent in Reichweite bleiben.

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