Die Charttechnik wirkt auf den ersten Blick ruhig, doch unter der Oberfläche brodelt es bei dem DAX-Schwergewicht gewaltig. Während ein Mitglied der Gründerfamilie mit eigenem Geld ein klares Vertrauenssignal sendet, sorgt ausgerechnet die einstige "Problemtochter" plötzlich für massive Kursfantasie. Zwingt die unaufhaltsame Rallye bei Siemens Energy den Markt jetzt zu einer kompletten Neubewertung der Muttergesellschaft?

Der Turbo zündet extern

Der wohl stärkste Hebel für den Siemens-Kurs liegt derzeit nicht im operativen Kerngeschäft, sondern in der Bilanz. Am Freitag markierte die ehemalige Energiesparte Siemens Energy ein neues Allzeithoch. Da der Münchner Konzern nach wie vor ein signifikantes Aktienpaket an der Abspaltung hält, steigt der rechnerische Wert dieser Beteiligung sprunghaft an.

Analysten blicken hierbei auf den sogenannten "Sum-of-the-Parts"-Wert. Vereinfacht gesagt: Die Summe der Einzelteile könnte deutlich mehr wert sein, als der aktuelle Börsenkurs widerspiegelt. Die Rallye der Tochter deckt somit stille Reserven auf, die den finanziellen Spielraum der Siemens AG erheblich erweitern und die Bilanzstärke untermauern.

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Signalwirkung aus dem Familienkreis

Flankiert wird diese fundamentale Entwicklung von einem klassischen Insider-Signal. In der abgelaufenen Woche nutzte Marisol von Siemens die Gelegenheit für einen Zukauf. Zwar mag das Investitionsvolumen von knapp 50.000 Euro für einen Weltkonzern gering erscheinen, doch die Symbolik ist entscheidend: Wenn Mitglieder der Gründerfamilie auf dem aktuellen Niveau zugreifen, werten Marktteilnehmer dies oft als Indikator dafür, dass die Aktie langfristig als fair oder sogar günstig bewertet angesehen wird.

Folgende Faktoren sprechen aktuell für die Bullen:

  • Versteckte Werte: Das Beteiligungsportfolio gewinnt durch Siemens Energy massiv an Substanz.
  • Insider-Vertrauen: Der Kauf aus dem Familienumfeld stützt die Bodenbildung.
  • Analysten-Optimismus: Experten wie Goldman Sachs sehen das Kursziel bei 246 Euro – deutlich über dem aktuellen Niveau.

Luft nach oben?

Der Markt beginnt diese Argumente langsam zu honorieren. Die Aktie beendete die Woche bei 228,30 Euro und konnte damit wichtige Unterstützungszonen verteidigen. Mit einem Plus von 21,09 Prozent seit Jahresanfang gehört der Titel zu den soliden Performern im DAX, doch der Abstand zum 52-Wochen-Hoch bei 252,70 Euro zeigt, dass die Bewertung noch nicht ausgereizt ist.

Die Kombination aus familiärem Vertrauensbeweis und der Wertsteigerung des Beteiligungsportfolios liefert derzeit starke Argumente für investierte Anleger. Sollte der Markt die "versteckte Reserve" durch die Energy-Tochter voll einpreisen, könnte der Weg für einen Angriff auf die alten Höchststände frei werden.

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